Das innere Kind und der Grauschleier des Alltags 

Das innere Kind – ein Stimmungsmacher

Wenn ein Grauschleier über unserem Alltag liegt und wir spüren, dass wir unser volles Potenzial nicht leben, dann ist es Zeit sich dem inneren Kind zuzuwenden. Es ist derjenige Anteil in uns, der von Anfang an mit uns das Leben teilt und doch so oft vergessen wird vom Erwachsenen-Ich in der modernen Leistungswelt.

Viele Menschen verleugnen ihr inneres Kind, das oftmals traurig und unerhört im Unterbewusstsein haust. Erst wenn wir es erhören und es liebevoll annehmen und integrieren, sind wir fähig uns selbst lieben und unser volles Potenzial zu entfalten. In der Verbindung mit dem erlösten inneren Kind entsteht eine kreative Partnerschaft zwischen der rationalen Seite des Erwachsenen und der schöpferischen Kraft des inneren Kindes. Dabei heilen nach und nach Ängste und Schmerzen, vor allem diejenigen, die das Alleinsein betreffen.

Der Zustand unseres inneren Kindes bestimmt unsere Gefühlswelt und unsere Stimmungen. Mussten wir in unserer Kindheit bestimmte, schmerzhafte Gefühle verdrängen, um zu überleben, blockieren diese abgekapselten Gefühle heute unseren freien Gefühlsausdruck. Das Fühlen wird  in bestimmten Situationen unterdrückt, ohne dass uns das lange Zeit bewusst ist. Oft liegen dadurch auch andere schöpferische Kräfte und vor allem Potenziale brach.

Das innere Kind ist die Verbindung zur Quelle des Lebens. Werden die Gefühle des verletzen inneren Kindes vom Erwachsenen nicht wahr- und angenommen, ist dieser Zugang blockiert. Das Gleichgewicht zwischen den schöpferischen Kräften ist gestört. In diesem Fall übernimmt der Verstand die Führung und versucht den fehlenden Zugang zur Gefühlswelt zu kompensieren.

Langsam legt sich ein Grauschleier über unseren Alltag und das Leben verliert seine Buntheit. Wir richten uns ein innerhalb einer Komfortzone, in der wir dennoch spüren, dass irgendetwas fehlt.

Der Dokumentarfilm „emotion“  zeigt, dass 90 Prozent unserer Krankheiten und Schmerzen durch emotionale Altlasten entstehen, wie durch unverarbeitete Erlebnisse in der Kindheit, durch Probleme am Arbeitsplatz oder eine Scheidung. Diese Emotionen graben sich tief in unser Unterbewusstsein. Sie bilden negative Emotionsmoleküle, setzen sich in unserem Nervensystem fest und blockieren unser gesamtes Leben.

 

Fühlen und sich entfalten – statt sich zu verhalten

Vor allem bei schwierigen, bis hin zu traumatischen Erfahrungen in der frühen Kindheit, werden diese Gefühle völlig abgekapselt und tief ins Unterbewusstsein verdrängt, um vorerst ein Überleben zu ermöglichen. Der Verstand übernimmt dann eine Art Wächterfunktion, die immer dann Alarm schlägt, wenn im Außen eine ähnliche Situation entsteht und die Gefahr besteht, dass der alte Schmerz erneut gefühlt werden muss. Dann wird analysiert, bewertet und im kühlen Kalkül die Sache rationalisiert. Und so bleibt der Erwachsene innerhalb seiner sicheren, aber begrenzten Erfahrungskomfortzone.

Im Laufe der Jahre entsteht eine Einseitigkeit, die der Erwachsene lange Zeit nicht registriert. Erst wenn das Ungleichgewicht zwischen den Kräften ins Körperliche gesunken ist, wird es sichtbar. Der Körper erkrankt. Je nach Grad der Verdrängung braucht es unterschiedliche Grade von Krankheit.

So ist es heilsam sich von Zeit zu Zeit seinem inneren Kind zuzuwenden. Demjenigen Teil in uns, der uns Spontaneität, Lebenslust und Spielfreude schenkt. Es gilt ein liebevoller Erwachsener zu sein, so dass unser inneres Kind seine schöpferischen Qualitäten des intensiven Fühlens und die Kraft der Imagination mit uns freudig teilt und damit unsere Unternehmungen und Herzensprojekte gelingen lässt und wir Erfüllung erlangen.

Kleine Übung

(gelingt am besten schriftlich)

Immer wenn du merkst, dass du dich während des Tages besorgt, furchtsam, angespannt, wütend, verletzt oder traurig fühlst, nimm dir Zeit und nimm Kontakt mit deinem inneren Kind auf.

Frage es:

  • Was verursacht diese Gefühle?
  • Was brauchst du von mir?
  • Habe ich dich im Stich gelassen, oder auf irgendeine Weise nicht richtig für dich gesorgt?
  • Wie kann ich besser für dich sorgen?

Stelle diese Fragen deinem inneren Kind und lausche auf Antworten. Schreibe diese dann auf. Auf diese Weise lernst
du dein inneres Kind immer besser kennen und du kannst ihm ein liebevoller Erwachsener sein, der seine Bedürfnisse wahrnimmt und auch erfüllt. So erschließt du dir eine sprudelnde Quelle von Kreativität, Lebensfreude und Vitalität.

Weitere Beiträge zum Thema „Inneres Kind“ folgen demnächst.

 

Außerdem: 

Derzeit bereite ich einen Online-Kurs zum Thema Inneres Kind vor, der im Frühjahr 2018 als Pilotprojekt starten wird.
Dazu gibt es im Vorfeld am 08.03.2018 um 19 h ein kostenfreies Info-Webinar, zu dem du dich gleich hier anmelden kannst.

 

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Wenn die Freude mit der Angst tanzt

 

6 Kommentare
  1. Yvonne Fischer
    Yvonne Fischer sagte:

    Sehr nachvollziehbar beschrieben, vielen Dank. In meinem Leben habe ich diesen Grauschleier förmlich entstehen gefühlt und bin noch immer dabei ihn Stück für Stück wieder zu lüften. Ist wohl eine Lebensaufgabe, die auch auf die vorige und nachfolgende Generation heilsam ausstrahlt :-). Winterbunte Grüße an Dich, Yvonne

    Antworten
    • BiankaMariaSeidl
      BiankaMariaSeidl sagte:

      Liebe Yvonne, danke für deinen Kommentar.

      In der Tat wirkt das, was wir lösen bzw. transformieren immer in das Feld unserer Sippe und wirkt sich förderlich auf Vergangenheit und Zukunft aus.
      Winterbunte Grüße zurück an Dich, Herzlichst, Bianka

      Antworten

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