Young woman in the traditional punjabi dress on Agonda beach. South Goa, India

Freiräume schaffen für das Wesentliche – In 7 Schritten zum Kern

Bianka-Videovorschau-Foto

 

 

Ein kleines Experiment – Videoeinführung 

 

Teil 1 – Freiheit beginnt im Kopf

Vielen Menschen in Deutschland fehlt es an Zeit. Das zeigt eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg, die in Kürze in der Fachzeitschrift „Journal of Economic Inequality“ erscheint. Die Forscher zeigen darin, dass zu wenig Zeit die Lebenszufriedenheit ähnlich beeinträchtigt wie zu wenig Geld. Sie schlagen daher einen neuen Armutsbegriff vor, der auch den Mangel an Freizeit berücksichtigt.

Die Lüneburger Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Joachim Merz und Tim Rathjen haben für ihre Studie unter anderem Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) ausgewertet. Sie haben die drei Parameter Einkommen, Zeit und Zufriedenheit zueinander in Beziehung gesetzt. „Zu wenig Zeit zu haben, beeinträchtigt die Lebenszufriedenheit ganz ähnlich, wie zu wenig Geld zu haben“, ist der Kernbefund ihrer Analyse. Merz spricht von einer multidimensionalen Armutsdefinition (mit den Dimensionen Einkommen und Zeit). Nach ihr gelten 29,4 % Prozent der Selbstständigen als arm. Das liegt vor allem an ihren langen Arbeitszeiten: „Fast zwei Drittel der erfassten Selbstständigen sind „zeit-arm“.
Artikel hier weiterlesen


Keine Zeit zu haben ist die neue Armut – auch bei den Selbstständigen Klick um zu Tweeten


Wie sieht das bei Ihnen aus? Gehören Sie zu der Gruppe, die arm an Zeit ist? In meinem Buch „Die Zeit ist reif …!“ habe ich ausführlich über das Thema Zeit und Entschleunigung geschrieben und auch darüber, was die eigentlichen Antreiber für den ständigen Aktionismus sind. Zeit ist vorhanden, es gilt sie uns zu nehmen. Das Spannende ist, dass wir sie problemlos haben, wenn uns etwas wichtig ist. Tun wir hingegen etwas ungern, sagen wir „Ich habe keine Zeit.“ Dabei hat das mit der Zeit an sich nichts zu tun, sondern lediglich mit der Wertigkeit für die Dinge und damit, wie wir die Prioritäten setzen.

 

Das Wesen und das Wesentliche

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus, wenn Sie ausreichend Zeit für das Wesentliche haben? Was tun Sie dann? Was ist anders? Wie sieht zum Beispiel Ihre ideale Arbeitswoche aus?
Es kann sein, dass Sie darauf so schnell gar keine Antwort geben können. Denn wer in uns erkennt das Wesentliche? Ist es unsere Persönlichkeit, mit der wir uns meistens identifizieren, oder ist es der Wesenskern in uns? Die Persönlichkeit ist der Teil in uns, der genormt wurde durch Elternhaus, Erziehung und die Gesellschaft. Daher sind die Antworten, die aus der Persönlichkeit kommen, überwiegend vom Verstandesdenken geprägt. Unser Wesenskern  ist in der Regel 4-5 Jahre alt. Es ist der Teil in uns, den wir vergessen haben, weil wir eben Erwachsen geworden sind und uns dem Ernst des Lebens gestellt haben. Ohne unser Wesen zu kennen, haben wir nur eine schwache Identität. Erst die Verbindung von Persönlichkeit und Wesenskern schafft eine starke Identität, die sich in der Welt zeigt, so wie sie ist und damit auch Erfolg hat.

Seit vielen Jahren bin ich dabei, mir einen Arbeitsalltag zu schaffen, bei dem ich auch jene Talente und Neigungen einbringe, die meinem Wesenskern entsprechen und mich dadurch glücklich und auch erfolgreich machen. So gehe ich zum Beispiel gerne in die Natur und nehme mir im Alltag auch ausreichend Zeit dafür. Ich spüre wie gut es mir tut. Hinterher bin ich inspiriert und erfrischt und viel produktiver. Die Natur beziehe ich auch in meine Workshops und Seminare mit ein und meine Teilnehmerinnen sind immer wieder begeistert, wenn ich diese „gefühlte“ Naturverbindung in ihnen wachrüttle.

Ein weiterer Freudefaktor meines Wesens sind Farben. Ich verwende sie so oft wie möglich in meinem Businessalltag sowohl in meiner Kleidung als auch in meinem Büro und in meinem ganzen Firmenauftritt. Dafür bin ich bekannt. Es ist mein Markenzeichen. Aus den Farben beziehe ich viel Energie und gute Laune.  Auch male ich sehr gerne großformatige Kraftbilder auf Leinwand. Allerdings hat es eine Weile gedauert, bis ich mich getraut habe, die Bilder in meinen Coaching-Räumen auszustellen. Mittlerweile begeistern sich immer öfter meine Kundinnen dafür und so manches Bild wertet ihre Büroräume ästhetisch und energetisch auf. Für den Schaffensprozesse nehme ich mir zweimal im Jahr eine ganze Woche Zeit, die ich am Anfang eines Jahres plane. So entstehen wundervolle Werke, die sowohl mich, als auch meine Kunden erfreuen und mir zusätzlich Erfolg und Zugewinn bescheren.


In meinem Online-Coaching-Kurs „Den ureigensten Traum entdecken und leben – authentisch erfolgreich sein!“ geht es genau darum, diese wesensgemäßen Talente und Neigungen zu entdecken und daraus ein lebendiges Business zu formen, das zutiefst von innen her erfüllt und erfolgreich ist.

 

Wenn das Gespür für das Wesentliche fehlt, verzetteln wir uns und zerstreuen unsere Lebenskraft. Klick um zu Tweeten

 

Unser beruflicher Alltag ist oft gefüllt mit Routinearbeit, die wir gerne so nebenbei machen. Doch genau hier liegt die Gefahr. So ganz nebenbei surfen wir im Internet, plaudern viel zu lange am Telefon, oder wir verzetteln uns, weil unser Blick ständig auf stumm mahnende Bereiche unseres Büros fällt, wie zum Beispiel die Wollmäuse in der Ecke hinter dem Sideboard, oder die überquellende Ablage, der defekte Stecker und so weiter. All dass lenkt uns ab und zerstreut unsere Lebenskraft.

Daher ist es ratsam, das Thema „Freiräume schaffen“ ganzheitlich anzugehen.
Das Wichtigste muss erstmal im Kopf passieren, dann im Terminkalender und zum Schluss in Ihrem Büro.

In dieser Artikel-Serie zeige ich Ihnen in 7 Schritten, wie Sie sich Freiräume für das Wesentliche schaffen und dadurch zu mehr Produktivität aber auch Authentizität und lebendiger Businesskultur gelangen.

1. Schritt – Das Wesentliche definieren

Definieren Sie, was für Sie das Wesentliche ist und ich rate Ihnen, beziehen Sie dabei Ihr Privatleben mit ein. Die Trennung zwischen Beruf und Privatem wird nur vom Kopf gemacht, aber letztendlich sind es immer Sie, als ganzer Mensch, der schafft und wirkt. Das Wesentliche mag für die einen die Familie sein, für die anderen Freundschaften, die eigene Gesundheit, das Kreative, aber auch ein Businessprojekt – das ist individuell verschieden je nach Lebensphase und auch Lebenssituation.
Das Wesentlichste von allem sind SIE selbst. Ohne Sie gibt es ihr Business nicht – ohne Sie auch keine Kontakte und Beziehungen, keine Kooperationen.

Machen Sie einen kleinen Test und gestalten Sie Ihr persönliches Lebensbereiche-Diagramm, wie hier in einem Muster dargestellt. Daran können Sie erkennen, wo sie noch Potenziale ausschöpfen können.

 

Lebensbereiche Diagramm:Muster

 

Besorgen Sie sich Farbstifte und verwenden Sie für jeden Bereich eine Farbe. Dann bewerten Sie jeweils einen Bereich, indem Sie sich fragen, inwieweit Sie diesen Bereich aktiv und zufriedenstellend leben und vergeben dafür Punkte von 1-10. Dabei stellt der Wert 1 sehr, sehr wenig dar und 10 ist optimal. Füllen Sie dann entsprechend die Anzahl der Ringe in Farbe, von innen nach außen, im jeweiligen Bereich. Wenn Sie fertig sind, haben sie ein Muster mit 12 verschiedenen Farbbereichen.

Jetzt schauen Sie sich Ihr Lebensbereiche-Diagramm an.
• Was zeigt es Ihnen?
• Wie ausgewogen ist es?
• Welche Bereiche kommen offensichtlich zu kurz?
• Wie können Sie das verändern?
• Was werden Sie dafür wann und wo tun?

Im Anschluss daran machen Sie daraus eine Liste, mit den für Sie wesentlichen Dingen und ordnen Sie diese nach Priorität. Wichtig:  Setzen Sie sich dabei an die erste Stelle.

Sie können hier die Vorlage „Lebensbereiche-Diagramm“ downloaden.

 

2. Schritt – Ihre Motivation stärken

Machen Sie sich die Vorteile und die Nachteile bewusst. Also, was bringt es Ihnen, wenn Sie Zeit für das Wesentliche finden? Schreiben Sie hier ihre wichtigsten und triftigsten Gründe auf. Das ist Ihr Treibstoff – Ihre Motivation. Notieren sie daher alles, was das Feuer in Ihnen zündet. Wenn Sie z.B. den Vorteil anführen, dass sie dadurch endlich mal Zeit haben Vorauszudenken und die Ausrichtung Ihres Business für die nächsten Jahre zu klären und bestimmen, dann kann das durchaus einen kräftigen Schub geben.

Dann machen Sie sich bewusst, was es Sie kostet, wenn Sie so weitermachen wie bisher, wenn sie weiterhin keine Zeit für das Wesentliche finden. Nennen Sie hierfür mindestens 5 Punkte z.B. für Ihre Gesundheit, Ihre Zufriedenheit, Ihren Erfolg, etc. und verinnerlichen Sie sie gut. Wenn möglich, benennen Sie das Ganze in einem ungefähren Zahlenwert. Das öffnet am meisten die Augen.

Soweit für heute. In Teil 2 geht es dann weiter mit:

3. Schritt – Eine bewusste Entscheidung treffen
4. Schritt – Zeitfresser entlarven und abstellen
5. Schritt – Termine mit sich selbst vereinbaren

 

Ich freue mich, wenn Sie wieder mitlesen und ermuntere Sie jetzt dazu, mir Ihre Gedanken zu diesem Thema im Kommentarfeld mitzuteilen.

Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, dann empfehlen Sie ihn doch gerne weiter in Ihrem Netzwerk. Die Share-Buttons finden Sie rechts.

Herzlichst,
Bianka Maria Seidl

 

Bildnachweis: Fotolia.com – Datei: #81511733 | Urheber: HappyAlex

7 Antworten
  1. Birgit Schmidmeier
    Birgit Schmidmeier says:

    Hallo Bianka,
    vielen Dank für die interessanten Infos, die du immer mit dem Newsletter schickst.
    Einer der letzten Newsletter war für mich sehr inspirierend: das klare Kommunizieren der Lieblingszielgruppe.
    Das haben wir für unser Angebot an externe Gruppen auch gleich umgesetzt: http://www.auszeiten-oase-chiemgau.de/veranstaltungen/fuer-gruppenleitungen/index.php
    Seitdem sparen wir viel Zeit und Erklärungen…
    Vielen Dank dafür!
    Ich wünsch dir wieder eine gute Zeit auf Lanzarote.

    Herzliche Grüße
    Birgit

    Vom Gäste- und Seminarhaus
    Auszeiten-Oase-Chiemgau

    Antworten
    • BiankaMariaSeidl
      BiankaMariaSeidl says:

      Liebe Birgit,
      danke für dein Feedback.
      Es freut mich zu lesen, dass Euch meine Impulse und Anregungen nützlich sind und ihr sie gleich umgesetzt habt. Je klarer wir in unserer Ausrichtung sind, desto effektiver und erfolgreicher sind wir bei unseren Unternehmungen. Das erleichtert es für alle Beteiligten. Es gilt, sich am Wesentlichen zu orientieren, sich Kernfragen zu stellen und die Antworten klar nach außen zu kommunizieren.

      Antworten
  2. Astrid Ryzek
    Astrid Ryzek says:

    Hallo Frau Seidl.
    das ist ein sehr schöner und hilfreicher Beitrag.
    Das Thema spricht mich an, weil es genau das ist, was mich bewegt und vorwärts bringt.
    Den eigenen Wesenskern zu finden ist meiner Ansicht nach das Wichtigste, um überhaupt einen bewussten Weg einschlagen zu können. Ich habe mir angewöhnt, alles aufzuschreiben, überall, kreuz und quer, damit ich nichts vergesse und mir nichts verloren geht: Impulse, Ideen, Inspirationen. Dann kann ich ordnen, Zusammenhänge finden und Neues entstehen lassen.
    Wenn wir das finden, woran unser Herz hängt, wobei man die Zeit vergisst und eigentlich gar nicht mehr aufhören möchte… so sollte das Leben sein. Schön, wenn immer mehr Menschen diese Balance in ihrem Leben finden und auch umsetzen können.
    Vielen Dank für das Lebensbereiche-Diagramm, das ist ein gutes Tool, sich über seine Situation bewusst zu werden.
    Liebe Grüße und viel Erfolg mit viel Zeit

    Antworten
    • BiankaMariaSeidl
      BiankaMariaSeidl says:

      Liebe Frau Ryzek,

      vielen Dank für den wertschätzenden Kommentar.

      Es freut mich sehr zu lesen, dass Ihnen mein Beitrag gefallen hat und Sie sich daraus Wertvolles entnehmen konnten. Die Zeit des Sammelns ist sehr, sehr wichtig. Ich schreibe seit 15 Jahren meine inneren Vorgänge auf – nicht immer konnte ich die Sachen einordnen. Aber alles Wichtige im Leben kommt wieder und dann kann ich in meiner eigenen kleinen Bibliothek bestehend aus meinen Tagebüchern nachsehen, was ich damals dazu geschrieben habe und das ist sehr bereichernd, weil dadurch ein viel größeres und tieferes Verständnis für die eigenen Entwicklung entsteht.
      Herzlichst,

      Antworten
  3. Monika Birkner
    Monika Birkner says:

    Liebe Bianka,

    ein toller Artikel. Und dem Befund, dass viele Solo-Unternehmer arm an Zeit sind, kann ich nur zustimmen. Interessant ist, dass die Studie es von der Seite der Armut her aufzieht. Viele reiche Menschen sehen es spiegelbildlich so, dass sie Reichtum durch Reichtum an frei verfügbarer Zeit definieren. Ein Beispiel dafür ist Million Dollar Consultant Alan Weiss.

    Von welcher Perspektive man es auch sieht – die Ergebnisse stimmen überein.

    Für mich selbst ist das Solo-Unternehmertum eine fortwährende Reise, immer mehr das Wesentliche zu erkennen.

    Das Solo-Unternehmertum ist die große Chance dazu, weil wir eine enorme Gestaltungsfreiheit haben, ob die Zeitgestaltung betrifft, die Arbeitsumgebung, die Menschen, mit denen wir arbeiten oder das komplette Geschäftsmodell.

    Die Orientierung hin auf die Verkaufsfähigkeit des Unternehmens finde ich dabei zusätzlich nützlich. Denn damit verbunden ist für mich die Frage, was so wesentlich ist, dass es auch dann fortbestehen soll, wenn das Unternehmen irgendwann in andere Hände übergeht. Es bedeutet auch, nicht einfach Zeit gegen Geld zu tauschen, sondern bleibende und übertragbare Werte zu schaffen.

    Darüber hinaus hat die Frage nach dem Wesentlichen natürlich auch mit den Lebenszielen zu tun. Und um mich damit zu befassen, brauche ich Zeit, ob es um Meditation geht, Tagebuch schreiben oder einfach so nachdenken und in mich hineinspüren.

    Hier haben wir ein großes Thema vor uns, das in Zukunft immer drängender wird.

    Antworten
    • BiankaMariaSeidl
      BiankaMariaSeidl says:

      Liebe Monika,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich bin deiner Meinung, dass wir als Solounternehmer ständig dazu aufgerufen sind, unsere Umgebung und auch die Rahmenbedingungen für unser Schaffen bewusst zu gestalten. Dabei spielt das Wesentliche und das Wesen eine zentrale Rolle – der Kern sozusagen. Deshalb ist es auch so wichtig sich mit Kernfragen auseinander zu setzen und Antworten darauf zu geben. Dieser Weg führt immer über unser Inneres – nur hier finden wir die richtigen Antworten und können daraus auch die anstehenden Entscheidungen sicher treffen.
      Es gilt eine neue Businesskultur zu etablieren, in der die Zeit für das Wesentliche ein fester Bestandteil des Alltags ist – bei jedem Einzelnen, aber auch bei Zusammenkünften mit dem Kunden, in größeren Meetings, bei Kongressen etc.. Ich denke, dass wir bei der Lösung der anstehenden großen Themen durchaus eine Vorbildrolle einnehmen dürfen – einfach aus der Tatsache heraus, dass wir uns dessen schon bewusst sind und diese neu zu etablierende Businesskultur schon ein gutes Stück weit leben.

      Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] gemacht haben, holen sie es einfach nach. Hier können Sie im 1. Teil dieses Blogartikels nochmals nachlesen und das Diagramm für Ihren Zweck […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)