Schicksal als Chance – Wenn das Leben ruft

Schicksal als Chance – Wenn das Leben ruft

Es kann mitunter schmerzhaft sein, wenn sich die Lebenskreise weiten. Persönlich fühle ich es derzeitI sogar körperlich. Es ist, als ob ein Jahrhunderte altes Gespinst langsam zerreissen würde. Dieses Gespinst scheint an bestimmten Körperstellen mit allen Fasern verbunden zu sein und fühlte sich immer eng wie ein Korsett an . Jetzt geschieht von innen her eine Ausdehnung, so als würden die Stellen, die besonders verdichtet waren, sich entzerren. Das verursacht Schmerz, der nicht eingeordnet werden kann. Es spannt, es zieht mal da mal dort und es macht auch angst, denn das Lebendige, das darunter spürbar wird, ist zart und verletzlich.

Dennoch drängt der lebendige Impuls des Lebens nach außen, will sich verbinden mit allem Lebendigen, sucht nach Anbindung. Es war nie getrennt, lediglich eingesponnen zum Schutz vor Verletzung.

 

Wenn sich die Körperräume öffnen geschieht das Wundervolle

Wenn sich die Körperräume öffnen, damit die Seele den Körper wieder ganz bewohnen kann, geschieht das Wundervolle. Diesem Vorgang gilt es sich ganz anzuvertrauen, im Wissen, dass es ein Weckruf des Lebens ist und keine Krankheit. Das Leben will durch die Schöpfung und alle Geschöpfe frei fließen können und in der Regel gelingt das auch leicht und mühelos. Lediglich der Mensch kann sich dessen verwehren. Er versucht sich vor dem Leben zu schützen. Die Angst vor den Unwägbarkeiten des Lebens lassen ihn viel Geld und Energie in die Absicherung seiner Existenz stecken. Dabei bemerkt er anfangs zumeist nicht, dass dies letztendlich nicht möglich ist. Denn der Ruf des Lebens wird immer wieder an ihn ergehen.

Je größer die Trutzburg, die Absicherung, desto stärker muss der befreiende Impuls sein, den er dann Schicksal nennt. Ja, das Schicksal, als korrigierender Schlag, öffnet neue Lebens- und Erfahrungsräume und das kann schmerzhaft sein, solange die Sinnhaftigkeit nicht erkannt ist. Und so gilt es sich diesen manchmal schmerzvollen Erweiterungen hinzugeben, im Vertrauen, dass sie zu unserem Besten geschehen.

 

Entwicklungsziel der Seele?

Solange der Mensch sich lediglich über seine Persönlichkeit definiert, fehlt im das Bewusstsein für das Entwicklungsziel seiner Seele in dieser Inkarnation und so kann er vieles, das ihm widerfährt, nicht begreifen und einordnen.

Um sich dessen bewusst zu werden, muss die Persönlichkeit durchlässig werden, statt weiterhin als Maske zu dienen. Erst in dieser Transparenz kann die Seele hindurch scheinen und wirken. Gelenkt vom Selbst, als höchste Instanz und innere Autorität, geleitet dann das Lebensschiff des Menschen sicher und ruhig über göttliche Tiefen hinaus aufs Meer.

In seinem Gedicht „Stufen“ beschreibt Hermann Hesse es auf wundervolle Art und Weise. Vor vielen Jahren hat mich dieses Gedicht in einer Phase größerer Veränderung bereits begleitet. In der jetzigen großen Veränderungsphase kommt es mir erneut in den Sinn und begleitet mich auf dem Weg der Ganzwerdung.

 

Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend  dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch
und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit
zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andere, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen.
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns heben Stuf´ um Stuf`– weiten. 

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht erschlaffen.
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewohnheit sich entraffen. 

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden.
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde.
Hermann Hesse

 

Der Sinn dieser Worte ist aktueller denn je. Denn wir alle befinden uns derzeit in einem großen Prozess der Wandlung, der alle Ebenen unseres Lebens durchpulst. Der Weltgeist will uns damit auf die nächste Entwicklungsstufe der Menschheit heben – sowohl individuell als auch im Kollektiv.

Nehmen wir daher die Herausforderung an. Lassen wir uns aus unseren Komfortzonen heraus fordern vom Leben. Feiern wir die damit einhergehende Unsicherheit. Werden wir uns bewusst, dass wir Neuland betreten, dass wir neue Pfade beschreiten, die uns unsere Lebendigkeit, die Freude am Dasein und ein freieres und authentischeres Menschsein ermöglichen und erfahren lassen.

 

Noch ein Tipp: Betrachte rückblickend ein schicksalhaftes Ereignis aus deiner Vergangenheit. Frage dich dann: Wozu hat dieses Ereignis aus jetziger Sicht geführt? Was habe ich dadurch gelernt? Welche Stärken habe ich dadurch entwickelt? Welchen Erfahrungsschatz nenne ich jetzt mein?
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