Wenn das Leben andere Pläne mit uns hat

…. und das auf breiter, kollektiver Ebene

Solange wir meinen unser Leben im Griff zu haben geht es uns gut. Wir haben die Kontrolle, zumindest sind wir dieser Meinung. Dabei handelt es sich gerade um ein Entwicklungplateau auf dem wir uns befinden und hier dürfen wir uns für eine gewisse Phase ausruhen. Während dieser Zeit läuft alles rund. Wir erreichen unsere Ziele so, wie wir es geplant hatten. Doch dann geht ein Ruck durch die Welt und etwas tritt plötzlich in unser Leben, das unsere bisherige Komfortzone kräftig durcheinander rüttelt. Aufträge und Verträge platzen, Menschen erweisen sich als unzuverlässig, Kunden zahlen nicht, Termine werden verschoben. Das alte Spielfeld gerät ins Chaos. Die alte Ordnung, die uns soviel Sicherheit zu geben vermochte, löst sich auf.

 

Kämpfen aus dem kleinen Ich heraus

Zuerst wollen wir es nicht glauben und kämpfen, um die alten Strukturen zu erhalten – egal ob dies im Privaten, auf der beruflichen oder auf der gesellschaftlichen Ebene passiert. Nach einer Weile des vergeblichen Bemühens zum Erhalt des Alten und Vertrauten, stellt sich eine längere Phase der Frustration ein. Wir zweifeln an uns selbst, an unseren Fähigkeiten, sind eventuell auch dazu geneigt die Schuld im Außen, bei anderen Menschen und den Umständen, zu suchen und zu finden. Doch all das berührt immer noch nicht den Punkt der Wahrheit. Es ist die Evolution des Lebens, der Wandel, der tief in uns als Mensch und Menschheit derzeit als Kraft wirksam wird, die uns mitnimmt in die Erweiterung, hinein in eine neue Ordnung, in neue Lebensweisen und Wirkkreise.

Der Preis, den wir dafür zu bezahlen haben, ist nichts geringeres als unsere alten Einstellungen und Ansichten, unsere überlebten Strategien, unser selbstbegrenzendes Denken und Fühlen. Wir müssen unsere alten Muster der Konditionierung opfern und haben dabei die Aufgabe unser kleines angstgetriebenes Ich zu führen, das bisher für sein Überleben gekämpft und dabei doch immer sein Bestes gegeben hat.

Das, was jetzt in unser Leben drängt und die alte Ordnung aufbricht ist soviel größer als wir selbst, so dass wir uns hilflos, ja, ohnmächtig fühlen, ob dieser Wucht und dieses Ausmaßes. Wir spüren, dass all unsere Lebensbereiche davon betroffen sind. Wir spüren, dass die alten Standpunkte unter uns wanken und es droht, dass wir den vertrauten Boden unter unseren Füssen verlieren. Das, was uns einst Halt zu geben vermochte, verliert an Wert und an Bestand. Beziehungen und Kooperationen scheitern und auch die materielle Sicherheit scheint bedroht, ob der derzeitigen Szenarien im Weltgeschehen, in Wirtschaft und Politik.

 

Hilflosigkeit und Ohnmacht legen den Rückwärtsgang ein

Wohin will der evolutionäre Strom des Lebens uns mitnehmen? Wo finden wir Halt und Sicherheit im Chaos, während sich das Alte auflöst und das Neue noch nicht greifbar ist? Viele sehnen sich in dieser Zeit nach der guten, alten Zeit und ihren „besseren“ Verhältnissen, wie zum Beispiel in den 70ern. Andere sehnen sich nach althergebrachten Führungsstilen wie die Monarchie oder den Kommunismus.

All dieses Ansinnen entspringt jedoch der Angst vor der Zukunft, vor der Unwägbarkeit des Lebens, vor der großen Unsicherheit, vor dem Neuen, das es zu erschaffen gilt – jedoch nicht mehr auf der Grundlage der alten Ordnung. Vielmehr wird diese neue Welt aus dem neuen Selbstbild des Menschen heraus geschaffen, der die Herausforderungen in diesem großen Transformationsprozess annimmt.

 

Das neue Selbstbild kreiert das neue Weltbild

Der Mensch, der den jetzigen Wandel bejaht, besinnt sich auf sich selbst, findet hier Halt und Sicherheit und verlässt dabei seine Komfortzone. Nicht mehr in der Täuschung die Kontrolle über das Leben zu haben, sondern vielmehr in der Hingabe an das Leben. Das neue Selbstbild der Menschen erweitert sich über das rein materialistische hinaus während dieses evolutionären Wandels, indem wir bereits mitten drin sind.

Immer mehr Menschen erwachen und erfahren sich in dieser Erweiterung  sowohl als Mensch, als auch als geistig-seelisches Wesen in einem Körper, das über soviel mehr Potenziale verfügt, die jedoch jetzt erst in Erscheinung treten können, nachdem die alte, selbstbegrenzende Ordnung und Struktur sich auflöst. Dieser Prozess vollzieht sich derzeit sowohl auf der individuellen, als auch auf der kollektiven Ebene und wird einige Jahrzehnte andauern.

 

Halt und Sicherheit in sich selbst finden

Und genau das ist das völlig Neue, das es bisher in solch einer Dimension noch nicht gegeben hat. Es findet ein Bewusstseinswandel, ein Shift, statt. Und jeder Versuch rückwärts zu gehen und alte Zeiten herauf zu beschwören verlängert nur den Leidensweg. Regression kann immer nur kurz bestehen und den Niedergang der alten Welt nicht aufhalten.

Vielmehr gilt es jetzt für jede und jeden Einzelnen von uns den Halt und die Sicherheit in uns selbst zu finden. Wir müssen einen Zepterwechsel vornehmen, den Verstand dorthin setzen, wo er hingehört, auf den Platz eines treuen Dieners. Das Zepter jedoch geht an unser Herz und an unsere Intuition. Denn das Herz hat die Fähigkeit sich weit zu öffnen und seine Liebe auch unserem kleinen Ich mit all seinen derzeitigen Ängsten und Sorgen zu schenken, so dass wir leichter in unsere erweiterte Version, in eine innere Freiheit, in einen inneren Frieden finden, während die alte Welt vergeht. So lassen wir uns nicht mit hinein reissen in den Strom der Negativität und des Hasses, der derzeit im Außen von den Ängsten des Kollektivs angetrieben wird.

 

Herz und Seele krönen

Stattdessen können wir über unser Herz die Verbindung mit unserer Seele aufnehmen, unserer höchsten Zuflucht. Aus dieser höchsten Ebene empfangen wir die Inspiration für unser neues Selbstbild. In dieser größeren Selbstnähe spüren wir, was wir wirklich zutiefst von innen heraus verwirklichen wollen und womit wir diese neue Welt mit gestalten werden  – authentisch, frei und schöpferisch, im Bewusstsein der Verbundenheit mit dem Leben und allem Lebendigen.

Wagen wir es! Feiern wir unsere Unsicherheit und vertrauen wir uns dem großen Strom des Lebens an!

Diesen Beitrag habe ich anlässlich einer Blogparade geschrieben, die Petra von Schenck initiiert hat und derzeit noch läuft unter dem Thema: „Was mich inspiriert, wenn das Leben gerade anders ist, als ich es mir wünsche“. Zu dieser Einladung möchte ich mich an dieser Stelle auch herzlich bedanken.

 

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3 Kommentare
  1. Karin Schäfer
    Karin Schäfer says:

    Das kann ich nur bestätigen! „Leben ist das was passiert, wenn wir gerade ganz andere Pläne haben“ oder: „Wenn wir planen, lächelt Gott“ Aus eigener Erfahrung weiß ich: Wenn wir auf unser Herz hören und den 1. Schritt machen, ins Ungewisse, im Vertrauen, macht unser Leben (Gott) den 2. Etc. .. „Der Verstand sagt uns, was wir nicht tun sollen, unser Herz sagt uns, was wir tun müssen.“ DANKE für diesen wertvollen Artikel!!

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  1. […] Lesen Sie dazu auch „Wenn das Leben andere Pläne mit uns hat“ […]

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