Heilung der Yin-Pole bei Mann und Frau

 

Die weibliche Kraft zeigt sich augenscheinlich. Nie zuvor waren Frauen so sichtbar und vordergründig auch so erfolgreich wie heute. In dem Dossier Frauen in Deutschland” von der Bundeszentrale für politische Bildung können wir lesen, dass der Wandel der Geschlechterverhältnisse und die Veränderung weiblicher Biografien zwei große Trends in den modernen Gesellschaften sind. Zwei Bereiche, in denen dies besonders deutlich hervortritt, sind Erwerbstätigkeit und Politik.

Bei genauerem Hinsehen und vor allem in Gesprächen mit Frauen ergibt sich jedoch ein anderes Bild. In der Realität sieht es so aus, dass Frauen zwar Karriere machen, doch oftmals auf Kosten Ihrer Weiblichkeit. Viele laufen in den Fußstapfen der Männer, denn die über einige Jahrtausende errichteten patriarchalen Strukturen sind nach wie vor vorhanden und das nicht nur im Außen in der Wirtschaft und in der Gesellschaft. Vielmehr sind es die inneren Muster der Konditionierung, die Frauen immer noch in Schach halten und verhindern, dass sie ihre natürliche Macht annehmen und ihre Kraft vollends zum Blühen bringen.

Die meisten Frauen haben Gepäck von ihrer Sippe zu tragen. Denn unsere Ahninnen hatten keine Gelegenheit ihre Kraft zu entfesseln und ihr Potenzial zu entfalten. Wir, die modernen Frauen, sind jetzt in der privilegierten Situation, dass wir es können und dabei haben wir von der Evolution Rückenwind. Der evolutionäre Bewusstseinswandel ermöglicht jetzt eine Renaissance des weiblichen Prinzips auf der nächsten Entwicklungsebene. Das ist wichtig, sodass es in der Zukunft möglich wird, dass sich Mann und Frau mit ihren Stärken und Schwächen auf Augenhöhe begegnen und sich gemäß dem Gesetz der Polarität vereinen zu einem harmonischen Ganzen und zum Wohle der Gemeinschaft – der Menschheit.

 

Frauenbilder – gestern, heute, morgen

Die britische Kulturwissenschaftlerin Angela McRobbie sieht in Frauen von heute die perfekten Mitglieder einer neoliberalen Gesellschaft und findet, dass Feminismus neuerdings sehr männlich wirkt: Leistung, Erfolg, einen guten Job, Kinder bekommen, gut aussehen, mit den anderen mithalten und immer lächeln und schön locker bleiben. In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung plädiert die  Feministin stattdessen für Ernsthaftigkeit, Verantwortung und Solidarität.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Gegen das Vergessen – Frauen und Lesben im Nationalsozialismus des Frauenzentrums Regensburg schrieb Gita Tost einen Artikel in dem sie stichpunktartig die Frauenbilder von gestern, heute und morgen skizzierte.

Traditionelles Frauenbild

– Die Frau ist Hausfrau und Mutter zeichnet sich aus durch aufopfernde, selbstlose Liebe, ehrenamtliches soziales Engagement, Ausbeutbarkeit und willige Unterwerfung. In der Kurzformel dreht sich alles um “Kinder, Küche, Kirche“.

Modernes Frauenbild

– Hier lassen sie die Themen grob in drei Gruppen einteilen. Die Frau ist doppelbelastet (Karriere, Heim, Kind und Mann), schein-emanzipiert (pseudo-gleichberechtigt ohne echte Macht) und ist dem Körperkult-Diktat unterworfen.

Frauenbild von morgen

Hier rangierte die Selbstbestimmung an oberster Stelle. Die Frau ist außerdem selbständig, eigentverantwortlich und unabhängig. Sie lebt keine Rolle mehr, sondern ihre eigene, individuelle Persönlichkeit. Sie ist lebendig, hat ihre weibliche Macht angenommen und lebt ihre Kraft. In Beziehungen legt sie Wert auf Begegnung auf Augenhöhe.

 

Schauen wir uns jetzt die Befindlichkeit der modernen Frau von heute genauer an. Folgende Anzeichen sind sehr häufig anzutreffen.

  • Hektik und Stress
  • nicht präsent und gegenwärtig
  • lebt oft ihre männliche Seite, um nicht wieder verletzt zu werden
  • Kontrolle statt erneute Ohnmacht
  • weibliche Vorzüge werden genutzt, um etwas zu erreichen – zweckgebunden
  • bewohnt zu wenig ihren Körper – vor allem zu wenig lustvoll
  • Aufmerksamkeit/Energie zuviel im Außen – (Internet, moderne Medien)
  • Läuft immer noch in den Fußstapfen der Männer, oft ohne sich dessen bewusst zu sein
  • nimmt eine geringere Bezahlung bei gleicher Leistung in Kauf
  • verkauft sich oft unter Wert – kann ihren Wert schlecht einschätzen und somit keine angemessene Entlohnung einfordern
  • Beugt sich immer noch den patriarchalen Strukturen
  • weigert sich sich ihrer natürlichen Macht zu bedienen, da das Thema negativ besetzt ist
  • übernimmt viel Verantwortung für andere und zuwenig für sich selbst
  • Nimmt sich zu wenig Zeit für sich selbst, für ihre Innenwelt, für Ihr Sein

 

Die weibliche Kraft muss erst wieder entdeckt werden und dazu ist es wichtig zu erkennen dass wir uns derzeit immer noch in den seit Jahrhunderten aufgebauten patriarchalen Strukturen befinden – sowohl im Außen aber vor allem in unserem Inneren. Damit die weibliche Kraft sich auf einer neuen Ebene entfalten kann, braucht es zu allererst die Heilung der alten Wunden – sowohl bei der Frau als auch beim Mann.

 

[bctt tweet=”Wenn wir nicht wissen wo wir herkommen, werden wir auch nicht wissen wohin wir gehen werden. ” username=”Biankamaria”]

 

Was ist weiblich ? Was ist männlich?

 

Weibliche Eizelle

 

Beginnen wir mit einer Klärung der Begriffe am Beispiel des Zeugungsvorgangs, wo die männliche und die weibliche Kraft zusammenwirken. Der Samenguss, das Männliche, ist heiß und schnell, es ist zielorientiert, Motto: „Es kann nur einen geben“, zugleich ein Team-player. Die Eizelle, das Weibliche ist empfänglich, es spendet Raum und Zeit, nährt, hegt und pflegt, bringt den Samen zur Blüte und gebärt neues Leben.

Anhand dieses Beispiels wird bereits deutlich, wo die Probleme zwischen Mann und Frau entstehen können. Das Weibliche verrichtet einen Großteil der Arbeit, bleibt verbunden, während das Männliche sich schnell wieder loslöst und einem neuen Ziel entgegen strebt.

 

Energiekreislauf zwischen Mann und Frau

 

Tantra-Energie-Kreislauf

 

Der Fluss der Energien zwischen Mann und Frau, vor allem beim sexuellen Akt, ist von großer Bedeutung. Dabei bewegt sich im Idealfall der Fluss der Lebenskraft von einem Pol zum anderen.

Der Energiekreislauf ist dann förderlich, wenn sowohl die YIN- als auch die YANG-Pole offen und aktiv sind. Der gebende Pol bei der Frau – YANG-Pol – ist die Brust. Von hier aus verströmt die Frau ihre Energie, ihre Liebe. Für die Säuglinge geschieht dies in Form von Milch, für den Mann verströmt sie aus ihrem Herzen liebende Energie, die dann vom YIN-Pol, dem Herzen des Mannes, empfangen werden soll.

Im Idealfall nimmt der Mann die liebenden Gefühle der Frau über sein Herz auf und wandelt diese Energie in aktive YANG-Energie, die er wiederum für die Zeugung aber auch für die Bewegung der Energien der Frau verwendet. Diese Energie gibt er über seinen Penis, dem YANG-Pol, ab, indem er in den YIN-Pol der Frau eindringt.

Wieder im Idealfall öffnet die Frau ihren Schoß und nimmt den Mann und seine Energie vollends in sich auf, wobei die YANG-Energie des Mannes, die Energie der Frau zum Fließen bringt. Dafür braucht sie jedoch Zeit, was der Mann wiederum meist in jungen Jahren nicht weiß. Diese Energie fließt dann hoch in ihr Herz und von dort aus nach außen in Richtung YIN-Pol, zum Herz des Mannes.

So sieht der schöpferische Energiekreislauf zwischen den YIN- und YANG-Polen bei Mann und Frau aus. Doch in der Realität zeigt sich die Sache anders. Aufgrund der Verletzungen in den letzten Jahrtausenden, sowohl bei der Frau als auch beim Mann, haben die Geschlechter Ihre aufnehmenden Yin-Pole verschlossen. Der Mann sein Herz und die Frau ihren Schoß. Die Erfüllung bleibt aus, weil die Energien nicht frei fließen. Der Mann kommt damit augenscheinlich noch leichter klar, denn zumindest gibt er in den meisten Fällen seine Yang-Energie schnell ab. Was er nicht weiß, ist, dass er, solange der Schoß der Frau energetisch verschlossen ist, den Anschluss an die Erdenergie nicht erhält und ihm somit die Erdung fehlt. Dies wirkt sich wiederum dahin gehend aus, dass er im Alltag noch mehr kopfgesteuert ist und unverbindliche, dem Ganzen nicht zuträgliche Entscheidungen trifft.

In der Vergangenheit sind viele Frauen dazu übergegangen ihre sexuelle Erregung vorzutäuschen. Denn mit einem energetisch verschlossenen Schoß, trotz geöffneter Beine, entstehen diese Gefühle nicht auf natürliche Weise. So wurden die Männer getäuscht und der Graben zwischen Mann und Frau wurde tiefer und breiter.

Die im nach hinein eintretende Frustration bei der Frau entsteht durch die stockende Energie, die dabei sauer wird. Angekommen im Herzen, im YANG-Pol, entlädt sich diese säuerliche Energie in Form von Vorwürfen, Anklagen und Schuldzuweisungen. Diese Schimpftriaden erzeugen beim Mann wiederum, dass er sein ohnehin verletztes Herz noch mehr verschließt und allmählich verhärtet es immer mehr, bis schließlich ein fester Panzer daraus geworden ist, in den nichts mehr einzudringen vermag.

Das verschlossene Herz erzeugt einen Druck beim Mann, den er wiederum in irgendeiner Form ablassen muss. Oftmals geschieht dies mittels Turbosex, Extrem-Sport, Alkohol, oder übermäßige Agression.

Solange dieser negative Kreislauf zwischen den Geschlechtern nicht  bewusst erkannt wird, gibt es keine förderliche und nachhaltige Lösung und keine förderliche Weiterentwicklung. Stattdessen findet ein kräftezehrender Kreislauf mit hohem Energie- und vor allem Werteverlust statt.

 

Die Heilung der verletzten Yin-Pole

In der jetzigen Zeit geht es daher um die Heilung der verletzen YIN-Pole, sowohl beim Mann als auch bei der Frau und die beginnt bei jedem Einzelnen. Statt wie in gewohnter, alter Weise die Schuld im Außen beim DU zu suchen, kann der negative Kreislauf verlassen werden, wenn jeder erstmal die Verantwortung für die eigene Verletzung übernimmt und dazu braucht es ein Innehalten, ein sich dessen bewusst werden.

Ein innerer Dialog könnte beispielsweise so aussehen. „Es war mir zu dem Zeitpunkt, als ich verletzt wurde, nicht möglich mich besser abzugrenzen. Dennoch habe ich es zugelassen. Dafür übernehme ich jetzt die Verantwortung.“

Dies ist nach dem Erkennen der Verletzung der nächste richtige Schritt, um aus der Opferrolle zu entkommen. Nachdem nun die Verletzung erkannt und die Verantwortung dafür übernommen wurde, gilt es genau hinzuschauen, ob es da ggf. eine Schuld gibt, die das Opfer unbewusst über sich selbst verhängt hat dafür, dass es sich verletzten hat lassen. Dies kann in einer Innenschau er-innert werden.

Wenn dies nicht im Alleingang gelingt, dann ist es wichtig, sich einem professionellen Berater/in anzuvertrauen, der/die befähigt ist eine Rückführung ins Unterbewusstsein anzuleiten. Hier kann die Ursache der Verletzung erkannt und nochmals kurz bewusst durchlebt werden, so dass klar wird, wo die Verfehlung lag.

Durch das Durchlichten dieser verdrängten, emotionalen Verkapselungen mittels des Bewusstseins werden diese gelöst und transformiert. Das Ausgeschlossene findet wieder Anbindung. Integration und Versöhnung leiten den Heilungsprozess ein.  Die vormals im Verdrängten gebundene Energie wird frei und steht ab jetzt für die Gestaltung der förderlichen Lebensprozesse zur Verfügung.

Gemäß dem hermetischen Gesetz der Entsprechung finden wir die Verletzung der YIN-Pole auch im Größeren vor. So sind die weiblichen Elementarkräfte Wasser und Erde davon betroffen. Die Erde, unsere größere Mutter, wurde in den vergangenen Jahrhunderten nicht mehr als lebendes Wesen gesehen und daher ausgebeutet bis zum Letzen. Und auch die Meere und anderen Gewässer und ihre Lebewesen leiden unter der Verschmutzung durch die Plastik-Abfälle der modernen Industriegesellschaften, weil diese sich nicht wieder in den natürlichen ökologischen Kreislauf der Natur integrieren lassen.

Die Heilung der YIN-Pole muss beim Menschen, bei Mann und Frau, beginnen und sich im Außen bei unserem Planeten fortsetzen. Solange das Herz des Menschen nicht geheilt ist, ist der Mensch egozentriert und trachtet in erster Linie danach zu überleben. Im Kampf des Höher, Weiter und Besser hat er kein Bewusstsein für sein Verbindung mit dem Lebendigen. Erst ein heiles Herz lässt Qualitäten wie Empathie, Geduld und Mitgefühl entstehen und damit auch die eigene Verbundenheit mit dem Leben, dem Lebendigen fühlen. In dieser Verbundenheit werden andere Entscheidungen getroffen als bisher. Die Ergebnisse dienen dann dem Wohl des Ganzen.

 

Renaissance der weiblichen Kraft

Das beginnende neue Zeitalter ist ein Weibliches. Wir stehen hier ganz am Anfang. Dennoch ist es gut zu wissen, dass die Heilungsprozesse des Weiblichen jetzt von der Zeitqualität unterstützt werden und es dem „weiblichen Prinzip“ obliegt neue, lebensförderlichere Strukturen in allen Bereiche des Lebens zu schaffen. Diese weibliche Kraft kann sowohl von Frauen aus ihrem Schoß, dem lebensspendenden Raum heraus, als auch von den Männern über ihr Herz geschaffen werden.

Während dieser Zeit ist es von großer Wichtigkeit die Verletzungen der jeweiligen YIN-Pole beim Gegenüber im Bewusstsein zu haben, um ihm/ihr mit großer Achtsam- und Behutsamkeit zu begegnen. So wird sich auch Respekt, Vertrauen und Wertschätzung einstellen und zukünftig eine Begegnung auf Augenhöhe zwischen Mann und Frau möglich machen und damit auch eine gänzliche neue Gesellschaft Wirklichkeit werden lassen.

 

In Teil 2 lesen Sie wie es zu den Verletzungen der Yin-Pole bei Mann und Frau in der Vergangenheit kam und wie das weibliche Prinzip wieder Bedeutung und Wertschätzung erlangt.

Hier lesen Sie Teil 2

Hier lesen Sie Teil 3

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About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

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