Archiv für das Monat: Dezember, 2016

Dunkelheit – der kosmische Nährboden

Wir alle lieben das Licht und haben unsere Welt im Außen entsprechend erhellt, so dass es oft nachts in Konkurrenz zum Licht der Sterne geht und diese für uns nicht mehr so gut erkennbar sind – vor allem in den Großstädten.

Die Dunkelheit hingegen ist negativ besetzt in unserem Kulturkreis und daher unerwünscht. Sie macht Angst, denn meist wird das Böse und die dunklen Kräfte damit verbunden. Dabei handelt es sich bei Licht und Dunkelheit um zwei gegensätzliche Pole, die ein Ganzes ergeben. Für den Schöpfungsvorgang braucht es immer das Weibliche und das Männliche als Kraftpole, so wie + und – bei einer Batterie. Diese gegensätzlichen Pole sind nicht zu bewerten, denn es braucht beide. So ist die Schöpfung eben angelegt. Wenn jedoch ein Pol auf Kosten des anderen gelebt wird, verkümmern letztendlich beide, da sie sich brauchen und bedingen.

 

In den vergangenen Jahrtausenden wurde des weibliche Prinzip weitest gehend unterdrückt und mit negativen Etiketten versehen. Auf diese Weise ist diese Kraft, dieser Pol, sowohl in den Männern als auch bei den Frauen mehr oder weniger nur auf Sparflamme gelebt worden. Dieses Ungleichgewicht ist auch in alles Geschaffene eingeflossen und so haben wir die Welt kreiert, in der wir derzeit leben.

In den letzten Jahren ist jedoch ein Bewusstseinswandel spürbar. Ein Wandel, bei dem das weibliche Prinzip und die damit verbundenen Qualitäten wieder ins Bewusstsein drängen. Ich habe zu Beginn dieses Jahres zwei Artikel    darüber geschrieben.

Wir verspüren plötzlich unser tiefes Bedürfnis nach Verbundenheit mit der Natur, aber Verbundenheit mit dem, was Größer ist als wir, auch wird der Intuition und den Gefühlen wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt, ja sie werden als Kompetenz des Menschen anerkannt. Auch Empathie mit Menschen außerhalb unserer Familien und Nationen ist spürbar und letztendlich spüren wir das tiefe Bedürfnis in Einklang zu kommen mit uns selbst, so dass wir in uns einen Frieden finden als Basis für ein freudvolles und erfülltes Leben.

 

Die Dunkelheit wird dem weiblichen Prinzip zugeordnet. Hier keimt die Saat aus der das Neue entsteht. Wenn wir uns diesem Teil in uns wieder zuwenden und lernen die Stille und das Dunkel zu genießen – sowohl im Außen als auch in unserem Innersten, erfahren wir die dunkle, weibliche Kraft, als heilsamen Gegenpol zur schnelllebigen, hellgrellen männlichen Welt im Außen. So gelangen wir in eine neue Balance und Ausgewogenheit in uns selbst und auch in der Welt, in unserer Gesellschaft.

Denn: Alles ist mit allem verbunden und beeinflusst sich fortwährend. Und daher hat jede noch so kleine Aktion eine Wirkung auf das Ganze.

 

Lasst uns daher die vorherrschende Zeit der Wintersonnwende dafür nutzen und uns der Dunkelheit hingeben, so dass das Licht in uns – das wahre Feuer – sich neu entzünden kann. Vielleicht entdecken wir auf diese Weise das Feuer wieder neu, wie es einst Teilhard de Chardin mit seinen Worten ausdrückte:

 

„Eines Tages, nachdem wir die Winde, die Wellen, Ebbe und Flut und die Gravitation gemeistert haben, werden wir uns auch die Energien der Liebe nutzbar machen und dann, zum zweiten Mal in der Geschichte unseres Planeten, wird der Mensch das Feuer entdecken.“

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen dieser Zeilen, sowie auch allen Menschen mit denen wir verbunden sind ein Frohes Fest – ein Fest der Liebe!

In herzlicher Verbundenheit

Bianka Maria Seidl

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Blick in die Tiefe

In einem großen Ozean, weit, weit weg, lagen viele Inseln. Sie waren sehr unterschiedlich: eine Insel war sehr groß, auf ihr wuchsen viele bunte Blumen und Palmen, eine andere Insel war sehr klein und hatte einen langen weißen Strand. Eine weitere Insel war sehr schroff und rau mit Steinen und Geröll, eine andere war sehr öde und leer und bestand nur aus Steppe und Sand.
Manche Inseln waren miteinander befreundet, tauschten sich aus, ließen Pflanzen und Tiere gedeihen und freuten sich über ihr schönes Leben.


Andere Inseln waren zornig und neidisch, gönnten den anderen Inseln ihren Reichtum und ihre Schönheit nicht und waren sehr darauf bedacht, das wenige, das sie besaßen, für sich selbst zu behalten.

Und es gab unsere kleine Insel: Fröhlich, neugierig und unbedarft, zu allen freundlich und immer noch im Wachstum. Ja, das wusstet ihr sicher noch nicht: Auch Inseln können wachsen. Unsere kleine Insel sah schon lange, wie die anderen Inseln sich stritten oder prahlten und sich immer mehr voneinander abgrenzten. Das machte sie sehr traurig. Und weil sie so traurig war, beugte sie ihren Kopf und schaute hinunter ins Meer. Das hatte vor ihr noch nie jemand getan.


Als sie eine Weile so geschaut hatte, bemerkte sie etwas Eigenartiges: Je weiter sie auf dem Meeresgrund entlang schaute, desto mehr sah sie, dass all die verschiedenen Inseln ja eigentlich miteinander verbunden waren. Sie hatten alle den gleichen Grund und Boden. Nur weil das Meer zwischen ihnen lag und darum nur ein kleiner Teil von ihnen an der Oberfläche sichtbar war, glaubten sie, dass sie voneinander getrennt waren. Aber in Wirklichkeit stimmte das ja gar nicht!


Die kleine Insel hob freudig ihren Kopf und wollte diese wunderbare Neuigkeit allen anderen Inseln mitteilen. Aber viele reagierten abweisend und sagten, dass das ja wohl nicht sein kann und die kleine Insel sei wohl verrückt geworden.


Nur ein paar bescheidene und stille Inseln dachten darüber nach und plötzlich fing die eine oder andere Insel an, selbst auf den Grund zu schauen. Und ja – die kleine Insel hatte recht! Sie waren tatsächlich in der Tiefe alle miteinander verbunden!


Von nun an erzählten alle Inseln, die den Blick in die Tiefe gewagt hatten und es selbst erlebt hatten, von der neuen Wahrheit. Sie begannen mehr und mehr, alles miteinander zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Denn nun wussten sie ja: Was sie für den einen tun, tun sie im Grunde zum Wohle aller.

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Die dunkle Nacht der Seele und ihr Schatz


Es gibt Zeiten im evolutionären Rad des Lebens wo die Menschheit an eine größere Schwelle gelangt. Je nach Alter und Entwicklungsgrad des Individuums fordert diese Schwelle dazu heraus, das Gewohnte und Vertraute grundlegend zu hinterfragen und dann auch zu verlassen – dies sowohl als Individuum, als auch als Kollektiv. Das Leben selbst erhebt sich auf die nächste Stufe seiner Entwicklung. Wir, als ein Teil davon, tun gut daran vermehrt innezuhalten, uns zu besinnen und zu fühlen, was wir bisher unterdrückt und verweigert haben.

 

 

Alte Rollen und die verschlissenen Kleider

Wir haben uns in verschiedenste Rollen begeben und uns damit identifiziert. Doch in dieser Zeit spüren immer mehr von uns, dass diese alten Rollenund Kleider nicht mehr passen. Zu eng sind sie geworden und veschlissen. Durch die Risse an verschiedenen Stellen berührt uns bereits das Leben auf der nackten Haut und wir fürchten um unser kleines, isoliertes Leben, bangen um unseren Untergang. Wir empfinden endlich die Angst, vor der wir uns ein Leben lang schützen wollten. Manche haben sich regelrechte Rüstungen zugelegt zum vermeintlichen Schutz. Doch jetzt werden diese dicken Panzer zu Gefängnismauern, die deutlich als solche gefühlt werden.
Wir haben in unseren Rollen und Kostümen Schutz gesucht vor dem, was wir nicht fühlen wollten.Vielmehr haben wir uns von unserer besten Seite gezeigt, uns in die besten Kleider geworfen, um dazu zugehören und letztendlich geliebt zu werden. Wir haben uns angestrengt so zu sein, wie uns die Welt da draußen haben wollte, damit sie funktioniert, damit alles seine augenscheinliche Ordnung hat, ohne eine Ahnung von den Gesetzen und der Ordnung des Lebens zu haben. Doch der Preis war hoch. Statt uns in unserer Seele und in ihrem Licht und Glanz zuhause zu wissen, haben wir versucht im äußeren Licht gut dazustehen.

 

Alles Verdrängte gelangt jetzt ans Tageslicht

Wir haben versucht unseren inneren Hunger und Mangel damit zu stillen, dass wir uns in einem Übermaß von der Erde genommen haben, ohne ihr auch wieder etwas zurück zu geben und einen gesunden Ausgleich damit zu schaffen. Wir haben unsere Ängste vor Unzulänglichkeit, vor Minderwert, vor der Unwägbarkeit des Lebens, vor Mangel, vor Verletzung, vor Versäumnis, und vor der Lebendigkeit verdrängt und zu ihrer Vermeidung sind wir in verschiedene Rollen und Kostüme geschlüpft. Denn sich mit seiner Angst zu zeigen, das gehörte nicht zum herrschenden Verhaltensrepertoir der Außenwelt und war somit nicht gewünscht. So haben wir diese dunklen Seiten von uns unterdrückt, weggesteckt und kompensiert. Doch all das geht jetzt nicht mehr. Das Dunkle zeigt sich jetzt im Außen, drängt mit einer großen Macht an die Oberfläche und wird für uns alle sicht-, fühl- und erlebbar.

 

Gesetzmäßigkeit leben – Gegensätze in sich bewusst vereinen

Die Zeiten ändern sich gerade drastisch und ein evolutionärer Wandel fordert die Wirksamkeit der Gesetzmäßigkeit des Lebens ein. Die Polarität des Lebens will gelebt werden von uns als Mensch und Menschheit. Es ist unsere Verantwortung die Gegensätze in uns zu vereinen. Um in eine neue Balance zu gelangen werden wir für eine Weile das Dunkle und Chaotische, das wir in uns tragen und verdrängt haben im Außen erfahren, so dass wir es erkennen, annehmen und integrieren können, als Teil des Lebens, als Teil von uns selbst.

 

Heilen und dabei ganz werden

Zugleich haben wir dadurch die große Chance zu wachsen, vollständiger zu werden. Der Schein wird dem echtem Sein weichen und wir werden unsere Zuflucht und unser Glück dort finden, wo es wahrlich zuhause ist – in uns selbst, in unserer Seele. Dieses stetig keimende Licht in uns wird uns Trost sein, uns wahre Geborgenheit schenken und uns den neuen Weg als Mensch und Menschheit weisen.
Wagen wir es und vertrauen wir uns dem großen Strom des Leben an, der uns einem neuen Morgen entgegenträgt!

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.