Schritt 1 – Der eigenen Unzufriedenheit lauschen

In der Mitte des Lebens angekommen spüren wir langsam, dass sich etwas ändert. Der Körper verändert sich und immer öfters erschrecken wir beim Blick in den Spiegel. Das Gesicht, das uns da anschaut, hat mit dem, wie wir uns da innen fühlen, nicht mehr soviel gemein. Es besteht eine Kluft zwischen uns und dem Körper und das ist gut so, das gehört mit zum Programm, damit wir endlich ganz uns selbst gehören. 

Doch für eine Weile versuchen wir am alten Ist-Zustand festzuhalten. Konnten die ersten Falten bisher gut kaschiert werden, so gelingt es immer weniger. Das Badezimmer verwandelt sich bei uns Frauen in eine Werkstatt mit vielen kleine Töpfchen und Tiegeln. Repair (engl., bedeutet reparieren) ist das Zauberwort, das uns die Jugend wieder zurück bringen soll.

Je länger wir jedoch an unserem jugendlichen Narzissmus festhalten, desto schwieriger werden die vor uns liegenden Jahre. Dabei kann die kommende Zeit zur schönsten unseres Lebens werden, wenn wir denn bereit sind loszulassen. Loszulassen von dem, wofür wir uns solange bemüht haben. Ich spreche da von unserem Status quo, von unserer ach so vertrauten Komfortzone.

Bequemes Leben im goldenen Käfig

Dieser goldenen Käfig, in dem es nur all zu bequem ist, verhindert unseren zweiten Frühling, der jetzt in der zweiten Lebenshälfte anklopft und uns frischen Schwung und eine neue Lebendigkeit verleiht, wenn wir ihn denn reinlassen. 

Je mehr wir in unser komfortablen Leben eingewachsen sind, desto größer muss die Unzufriedenheit in uns werden, damit wir uns bewegen. Mit den Repairs lässt sich zwar das physische Alter für eine Weile gut kaschieren, doch braucht es viele Ablenkungsmanöver, um auch die Impulse der Seele zu übertünchen.

Shopping und mehrere Urlaube im Jahr sorgen kurzweilig immer wieder für Ablenkung, sodass der Ruf der Seele, der als Unzufriedenheit daher kommt, nicht gefühlt werden muss. Doch überlisten lässt sie sich nicht, unsere Seele. Denn nach einer Weile meldet sie sich über den Körper mit einer Krankheit, mit der wir nicht gerechnet haben. Die Vorzeichen, die im Vorfeld da waren, wollten wir weder fühlen, noch sehen, noch hören.

Margot Käßmann, Theologin und Pfarrerin schreibt in ihrem Buch „In der Mitte des Lebens“: „Es kann passieren, dass wir in der Mitte des Lebens einfach an uns vorbei laufen. Dann ignorieren wir, wo wir stehen und machen einfach täglich weiter, und es folgt Trott auf Trott. Es bedarf eines Innehaltens. Immer wieder einmal ist sozusagen ein Stoppschild nötig, das signalisiert: Halt mal an und schau, wer du bist und wo du stehst. Und dann betritt mutig neues Land.“ 

 

Ehrlich zu sich selbst sein 

Der erste und somit auch der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Berufung ist, dass wir eine Bestandsaufnahme unserer individuellen Situation vornehmen und dabei ganz ehrlich mit uns selbst sind.

Wenn eine Unzufriedenheit vorhanden ist, dann gilt es ihr unsere Aufmerksamkeit zu schenken und ihr nachzugehen. Sie ist der rote Faden, der uns ins innere Brachland führt. Dorthin, wo unsere schlummernden, bisher nicht gelebten Talente und Potenziale liegen und darauf warten endlich entdeckt und gelebt zu werden. 

Halten wir daher inne und stellen wir uns folgende Fragen

  • Wo stehe ich? 
  • Wohin gehe ich?
  • Was sind meine Wünsche und Träume?
  • Welche Perspektiven habe ich?
  • Habe ich meine Zeit bisher richtig genutzt? 
  • Wovor habe ich am meisten Angst?
  • Was will ich wirklich für meine Zukunft?
  • Was macht mein Leben wert- und sinnvoll? 
  • Warum bin ich hier?  Was ist mein Lebenszweck?

Zugegeben, diese Fragen haben es in sich und wir tun gut daran mit ihnen eine Weile schwanger zu gehen, um die Antworten wirklich aus uns selbst kommen zu lassen. Das braucht seine Zeit. Wichtig ist allerdings, dass wir es wagen diese Fragen zu stellen. 

Ich will endlich ich selbst sein. Aber wie geht das?

Manche Frauen sind schon in der Phase, wo sie sich erlauben ihre Wünsche und Träume wahrzunehmen und sie spüren sehr deutlich, dass es da noch soviel mehr in ihnen gibt, das gelebt werden möchte. Andere haben aufgrund ihrer Geschichte zu wenig gelernt auf ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu achten und jetzt tun sie sich schwer herauszufinden, was sie wirklich wollen. Sie haben bisher immer gut funktioniert. Jetzt spüren sie, dass etwas in ihnen zu einer Veränderung drängt und eine Stimme in ihnen wird mit jedem Tag lauter und die sagt: „Jetzt bin endlich ich dran. Ich will endlich ich selbst sein.“ Aber wie geht das? Viele Frauen wissen nicht, was sie wirklich wollen. Es fehlt ihnen an neuen Perspektiven für ihren weiteren Weg und oftmals auch der Mut für einen Neuanfang. 

Eine seelische Krise zeigt uns immer an, dass etwas anderes gelebt werden will. Etwas, das uns dabei unterstützt mehr auf unseren eigenen Weg zu gelangen, damit wir das, was unsere Seele für ihre Entwicklung braucht, auch leben. Je weiter wir von diesem Weg entfernt sind, desto sinnloser erscheint uns das Leben. Ein seelisches Unwohlsein und eine innere Leere machen uns darauf aufmerksam, dass uns etwas Wichtiges fehlt. 

Die Impulse der Seele halten an

Sie verstummen erst, wenn wir uns entscheiden dem inneren Ruf zu folgen, uns zu unserer Berufung und damit verbunden zu unserer Lebensaufgabe bekennen und sie auch verwirklichen. Es braucht ein beherztes Bekenntnis zum Traum unserer Seele und dann gilt es sich auf den Weg zu machen. Dabei entfesseln wir die noch schlummernden Potenziale, entfalten unsere Talente und unsere schöpferischen Kräfte. Zusammen mit unserer innersten Sehnsucht und Motivation schenkt uns das tiefe Erfüllung.

Wir Frauen 45+ dürfen in der zweiten Lebenshälfte mehr vom Leben einfordern als bisher.  Dabei geben wir unsere falsche, weil angstgetriebene Bescheidenheit einfach auf und setzen uns an die erste Stelle. Wir entwickeln einen gesunden Egoismus. Lernen uns auf eine gesunde Weise abzugrenzen und auch mal nein zu sagen, wenn es wieder einmal darum geht die Bedürfnisse der anderen über unsere zu stellen. 

Um die zweite Lebenshälfte erfüllt zu leben, müssen wir für uns selbst und unsere Wahrheit einstehen und uns damit zeigen. Kein sich verleugnen mehr, kein sich verhalten aus Angst davor, was die anderen denken und sagen werden. Stattdessen sind wir endlich einverstanden mit uns selbst, und bekennen uns kompromisslos dazu. Ob die anderen uns verstehen, oder nicht, ob es ihnen passt oder nicht. 

All das ist plötzlich nicht mehr wichtig und das einzige, das wirklich wesentlich und wichtig ist, ist das Ich-selbst-sein.

Danke für deine Aufmerksamkeit und deine Zeit, wenn du bisher gelesen hast. Im nächsten Beitrag schreibe ich über den 2. Schritt auf dem Weg die eigene Berufung zu finden. Und dabei geht es darum die eigenen Talente und schöpferischen Kräfte zu entdecken.

Ich freue mich, wenn du wieder reinliest und mir ggf. auch deine Gedanken dazu im Kommentarfeld hinterlässt. 

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Die 3 größten Hindernisse auf dem Weg zur Berufung

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

“Sei die Wertschätzung, die du in der Welt sehen willst”

Der derzeitige Bewusstseinswandel erwirkt die Renaissance des weiblichen Prinzips und seiner Qualitäten und Werte auf der nächsten Ebene der Evolution. Darüber habe ich in meiner 3-teiligen Artikelserie „Die Renaissance der weiblichen Kraft“ ausführlich geschrieben.

Wenn wir uns wieder vermehrt nach Qualität statt Quantität (männliches Prinzip) ausrichten, entsteht dadurch ein neues Werte-Bewusstsein, das der Wertschätzung voraus geht. Denn erst wenn ich etwas einen Wert beimesse, kann ich diesen Wert auch schätzen.

Dem Wesen einen Wert beimessen

Einen Menschen wertschätze ich dann, wenn ich seinem Wesen einen Wert beimesse und zwar einfach für sein Sein. Das fällt schwer in einer Gesellschaft deren Werte überwiegend leistungsorientiert sind. Hier finden wir ausschließlich Anerkennung und Lob und daher verwechseln viele dies jetzt auch mit Wertschätzung.

Wertschätzung gründet auf einer inneren Haltung dem Leben gegenüber, das seinen Ausdruck in der Natur und in den Lebewesen findet. Der Mensch reiht sich hier ein – ob es im passt oder nicht. Daher beginnt Wertschätzung beim Leben selbst. Doch es braucht Zeit, bis diese alten, immer noch wirksamen Strukturen in der Gesellschaft sich wandeln.

Eine weitere Qualität des weiblichen Prinzips ist die Verbundenheit mit der Gemeinschaft, mit der Natur. Das Wesenhafte lässt sich nur sehr begrenzt rein kognitiv wahrnehmen. Vielmehr braucht es hier einen intuitiven Zugang, ein Hinspüren und Einfühlen.

3 Stufen im Bewusstwerdungsprozess

Die Qualität der Wertschätzung will erlernt werden in einem Bewusstwerdungsprozess, der in der Regel drei Stufen durchläuft. In der ersten Stufe geht es um das Verstehen, also die kognitive Ebene. In dieser Phase wird viel geschrieben und diskutiert über das Thema. So wie wir es gerade hier mittels dieser Blogparade tun.

In der zweiten Phase will das, was verstanden wurde, gefühlt werden, um ganzheitlich erfasst werden zu können. Es braucht hier ein Wahrnehmen auf der Gefühlsebene, um dem Wesen und damit verbunden dem Wesentlichen einen Wert beimessen und es wertschätzen zu können.

In der dritten und letzten Phase kann der Mensch dann das, was er versteht und auch fühlt, sein. Im Sinne von Mahatma Gandhi können wir sein Zitat „Du musst selbst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst“ abwandeln in „Du musst selbst die Wertschätzung sein, die du in der Welt sehen willst“.

Selbstwert – Grundlage für Wertschätzung

Doch viele sind auch vom Verstehen wollen erstmals noch weit entfernt. Denn wer in seiner Kindheit für sein Wesen nicht geliebt und wertgeschätzt, stattdessen nur für Leistung gelobt und anerkannt wurde, dem mangelt es oftmals an einem gesunden Selbstwertgefühl und so verzieht sich dieser Mensch immer mehr in die Regionen seines Verstandes und erfährt hier die Welt rein kognitiv. In der Begegnung bewertet dann der Verstand das Augenscheinliche des Gegenübers, seine Leistungen, seine Kompetenz, seinen Status und verhindert dadurch ein echtes Anteilnehmen und Einlassen – eben eine Begegnung, die berührt und bereichert auf vielen Ebenen. Auf diese Weise wird das Wesen nicht wahrgenommen und somit auch nicht wertgeschätzt.

Wie oben schon erwähnt, beginnt Wertschätzung beim Leben, bei dem, was uns atmen und unser Herz schlagen lässt und dann bei uns selbst. Hierfür braucht es die Liebe zum Leben und zu sich selbst. Wir tun daher gut daran weniger auf die zu schauen, für die Wertschätzung noch eine Worthülse ist, die sie sich auf die Fahne schreiben, oder die sich gut in der Unternehmensbeschreibung macht, weil es gerade hipp ist.

Vielmehr sollten wir auf uns selbst schauen, darauf, dass wir fühlen, was wir bereits verstanden haben, damit wir es eines Tages auch wirklich sein können – damit wir dabei authentisch sind, wenn wir wertschätzend leben.

Wertschätzung – die neue krisensichere Währung

Bis es soweit ist, dass Wertschätzung auf kollektiver Ebene gelebt wird, werden noch einige Jahrzehnte vergehen. Dennoch sind wir auf dem richtigen Weg. Und dass dieser Begriff jetzt missbraucht wird, das sollte uns dennoch nicht davon abhalten unseren Weg unbeirrt weiter zu gehen und der Wertschätzung als neue, krisensichere Währung, zu einer festen Verankerung  im Bewusstsein der Gesellschaft zu verhelfen.

 

Dieser Artikel entstand als Beitrag zur Blogparade rund um die Thematik „Wertschätzung in der Wirtschaftswelt“ von  Martina Baehr im Jahr 2016.

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Sich den neuen Luxus leisten und zu sich selbst und zum Wesentliche finden

“Aufstehen, Straßenbahn, Büro, Essen, Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das Warum da, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an.”
Albert Camus, “Der Mythos von Sisyphos“

Eines Tages stellte sich der Schweizer Swissair-Manager Rolf Dobelli, er war gerade 35 geworden, eine einfache Frage: Was gefällt mir am besten an meinem Job? Er fand keine Antwort. Also änderte er die Frage: Was gefällt mir überhaupt an meinem Job? Worauf er zu dem Schluss kam: Nichts Spezielles. Eigentlich gar nichts. Dobelli setzte sich hin und schrieb zwei Sätze aufs Papier, die ihm gerade in den Sinn kamen und auf Anhieb einleuchtend und richtig erschienen: “Die meisten Menschen sind irgendwie und irgendwo in einen Beruf hineingefallen – wie auf einen dummen Scherz. Und nun finden sie ihn spannend oder nicht.”

Das war das Ende von Rolf Dobellis Angestelltenkarriere. Er kündigte seinen Job als Chef einer Swissair-Tochter und verwirklichte seinen Lebenstraum. Dabei stellte er das, was ihm schon immer wichtig war in den Mittelpunkt: Bücher. Er gründete das Unternehmen GetAbstract, ein Internet-Unternehmen, das Zusammenfassungen von Wirtschaftsbüchern vertreibt. So weit kann es kommen, wenn wir es uns erlauben essenzielle Fragen zu stellen und uns nicht davor scheuen, ehrliche Antworten darauf zu finden. Was erfüllt uns wirklich, wenn Geld und Status auf Dauer nicht wirklich glücklich machen?

Große Träume und Inspiration braucht der Mensch

Gibt man bei Google die Frage “Was wünschen sich die Deutschen” als Suchbegriff ein, stehen ganz vorne Antworten wie “Der Großteil der Bevölkerung wünscht sich einen sicheren Arbeitsplatz und Gesundheit”, “Die Deutschen wünschen sich ein neues Auto” oder “einen größeren Flachbildschirm”. Das sagt alles. Das Wirtschaftsmagazins brandeins verwies diesbezüglich bereits 2006 in seiner Dezemberausgabe in einem Artikel auf die Gebrüdern Grimm. In deren Märchen wird mit den Wunschlosen abgerechnet, hingegen werden Helden belohnt, die sich anderen gegenüber grosszügig verhalten, mitfühlend sind und in ihren Wünschen nicht nur daran denken, wie sie ihren eigenen Hals vollkriegen. Damit all diese nicht nur fromme Wünsche bleiben, müssen die Helden noch etwas können, das Allerwichtigste: Sie müssen wissen, was sie wollen. So geraten sie nach guten Taten an eine gute Fee. Die ist eine harte Richterin, der sich die Helden stellen müssen. Drei Wünsche, wenn ich bitten darf, und wenn´s geht, ein bisschen dalli! Was sagt man da? Noch ein Haus? Noch ein Auto? Eine Insel?

Wäre man Grimms guter Fee mit so etwas gekommen, hätte sie wohl das Lexikon gezückt. Pass mal auf: Ein Wunsch, mein Lieber, ist “ein Begehren, oder Verlangen nach einer großen Sache oder einer Fähigkeit, ein Streben oder zumindest die Hoffnung auf eine Veränderung der Realität oder das Erreichen eines wichtigen Zieles für sich selbst oder für einen anderen”. Alles klar? Also los, noch mal. Wünsch dir was!
Was sollen wir uns also wünschen? Friede, Freude, Eierkuchen oder so? Nein ein wenig genauer muss das schon sein. Was wünschen wir uns tief in unseren Herzen? Wonach sehnen wir uns wirklich und wann raffen wir uns auf und überwinden unsere Bequemlichkeit und Trägheit?

Leid und Visionen sind Treibstoff für Entwicklung und Entfaltung

Sowohl Leid als auch Visionen sind Treibstoff für menschliche Entwicklung und Entfaltung. Wir haben die freie Wahl. Wenn wir den alten Kreisläufen weiterhin frönen, werden wir weiterhin das bekommen, was wir immer bekommen haben, ohne dass es uns erfüllt. Aus diesem Mangel an Erfüllung heraus schaffen wir neue Mangelwelten. Aus dem Zustand der Erfüllung heraus kreieren wir Fülle, wie es uns die Natur vormacht. Deshalb: Lasst uns zur Besinnung kommen und dem Wahnsinn einer unerfüllten Hetze durch das Leben ein Ende setzten. Wir brauchen große Wünsche und Lebensträume. die uns aufrichten und uns und anderen Inspiration, Kraft und Zuversicht für außerordentliche Taten verleihen. Doch aufgepasst auf den Verstand! Visionen und Lebensträume sind nicht zu verwechseln mit großen, mentalen Zielen, die wiederum nur ein Konstrukt des rationalen Verstandes sind und denen es deshalb an magnetischer Anziehungskraft und Inspiration fehlt. Einem Strohfeuer gleich ist deren Wirkung, wohingegen Visionen und Lebensträume einem Leuchtturm gleich Klarheit, Orientierung und Lebensfreude schenken.

Leer werden um zu schöpfen

In einer Zeit, in der die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten so groß wie nie zuvor sind, können viele die Chancen nicht wahrnehmen, weil alte Programme, alte Verhaltensweisen und Konditionierungen sie in ihrer bisherigen Lebensweise festhalten. Schauen wir uns um bei erfolgreichen Erfindern und Wirtschaftsführern, so stellen wir fest, dass diese sich schon früh von solch begrenzenden Banden befreit und ihr kreatives, schöpferisches Potenzial entfaltet haben. Umfragen unter ihnen haben ergeben, dass sie ihre Visionen zum größten Teil in Phasen größter Entspannung, nicht durch Prozesse intensiven, logischen Nachdenkens und Planens, empfangen haben. Es geht also darum die Stress-Spirale zu verlassen und in die Entspannung zu finden. Doch genau hier liegt die größte Hürde. Viele Führungskräfte und leitende Angestellte wollen nicht zur Ruhe kommen, weil sie sich dann auf sich selbst einlassen müssten und vor dieser Begegnung haben viele Angst. Gut versteckt hinter Show und Glamour herrscht in der Wirtschaft die Angst überwiegend unter den Männern. Der Grund? Die Rolle des Mannes ist stark im Wandel begriffen. Viele befürchten überflüssig zu sein, oder zu werden. Echtes Vertrauen in sich selbst fehlt. In der Ruhe werden diese “weggesteckten” Dinge spürbar. Doch genau hier liegt die große Chance, die Stressgeplagte aus der Sinnkrise führen kann.

Während der Held in den Märchen auszieht, um sein Glück zu finden, kehrt der Held der neuen Zeit ein und tritt die Reise in seine Mitte an. Bei dieser Selbsterkundung trifft er auf Wegelagerer, Vampire und sonstige Schattengestalten, die seine begrenzenden Glaubenssätze, Muster und Programme darstellen. Sie hocken auf seinen inneren Schatztruhen und verhindern die Entfaltung seiner noch schlummernden Potenziale. Die unerlösten Angelegenheiten müssen also erkannt und gelöst werden.

Aus der Fülle des wunschlosen Seins heraus

Vor knapp zwanzig Jahren habe auch ich mich auf diesen inneren Weg gemacht. Welchen Hindernissen und Herausforderungen, aber auch glückhaften Segnungen ich dabei begegnet bin, das habe ich ausführlich in meinem Erstlingswerk  „Die Zeit ist reif …!“ sehr ausführlich beschrieben. Erst in einem völlig entspannten Sein, ist es möglich eine Vision zu schöpfen, die weit über das hinausreicht, was sich der begrenzte Verstand ausdenken kann. Hans Jecklin, ein bekannter Schweizer Unternehmer, beschreibt dies in seinem Buch “Wirtschaft wozu?” so: „Aus einer inneren Leere an Vorstellungen, in der Fülle wunschlosen Seins, kann uns eine Vision “zufallen”. Visionen schöpfen aus dem Bewusstsein der Unbegrenztheit, aus unserem Einssein mit allem was ist, aus einer Vollkommenheit, die nicht von uns selbst zu trennen ist.”

Im Kern unseres Seins sind wir schöpferisch und weise und wissen um die Verbundenheit mit allem. Die Reise nach innen anzutreten erfordert Mut. Mut, sich selbst in vielen Facetten zu begegnen. Der Lohn des neuen Helden ist Erfüllung bei seinem selbstbestimmten Tun, bei der Verwirklichung seines ureigensten Lebenstraumes.

Sich den neuen Luxus leisten

Im Wissenszeitalter, indem sich Zeit und Raum immer mehr verkürzen und wir mit einem Mausklick am anderen Ende der Welt sein können, besteht der neue Luxus darin, sich Zeit und Raum für das Wesentliche zu nehmen, die Aufmerksamkeit darauf zu richten und es in einem starken Fokus zu halten. Die Zeit ist reif für Visionen, die Kraft und Inspiration freisetzen und zur Entfaltung unseres höchsten Potenzials führen. Leisten wir uns das.

Nachfolgend findest du 13 Fragen. Stelle sie dir über einen Zeitraum von 30 Tagen – jeden Tag. Beantworte diese Fragen schriftlich und notiere alles, was dir dazu einfällt, streiche durch, was dir unstimmig erscheint. Am Ende schreibe in positiver Form (keine Verneinungen, keine Un-Wörter) und in der Gegenwart deine Erkenntnisse und Antworten in Form eines Manifests mit Datum und Unterschrift.

Lese es für weitere 30 Tage jeden Abend vor dem Einschlafen durch und leg es anschließend unter dein Kopfkissen. Das ist „Nightlearning“, eine schamanische Praktik, die sehr effektiv ist. Wenn du das für dreißig Tage durchziehst, beweist du dir damit, dass du einen Unterschied machst und hast bereits wichtige Schritte in Richtung Veränderung hin zum Wesentlichen getan.

Hier die 13 Fragen

  • Was erfüllt mich wirklich? 
  • Was habe ich dieser Welt zu geben, das mir große Freude bereitet?
  • Wie sieht die höchste Vision meiner selbst aus?
  • Wer kann/will ich sein? 
  • Wie fühlt sich das an? 
  • Bis wann werde ich es erreicht haben bzw. sein?
  • Was hat mich bisher davon abgehalten? – meine 5 stärksten Ausreden
  • Wer oder Was hält mich immer noch ab? … und ist das wahr?
  • Welchen Preis bin ich bereit zu bezahlen für ein erfülltes Leben? 
  • Wovon müsste ich Abstand nehmen oder es gänzlich loslassen? 
  • Was müsste ich in Angriff nehmen?
  • Wer sind meine Wegbegleiter, die mich auf dem neuen Weg ermutigen und bestärken, wenn ich mal schwach bin? 
  • Was kostet es mich, wenn ich nichts verändere und alles beim Alten bleibt? 

Wagen wir es Abschied zu nehmen vom Überdruss und von der Hetze. Trauen wir uns, die Grenzen unserer alten Komfortzonen zu überschreiten, um neue, erquickendere Erfahrungen zu machen und uns wieder lebendig und voller Elan zu fühlen. Finde wir vermehrt Zeit für uns selbst und erforschen wir unsere tiefste und größte Sehnsucht. Schenken wir ihr Raum, so dass sie größer wird als unsere Angst und den erforderlichen Mut auf den Plan ruft, der uns die Tore hinein in erweiterte Lebenskreise beherzt öffnen lässt, hinein in ein erfülltes und großartiges Leben.

 

Vielen Dank für Deine Zeit und Aufmerksamkeit, wenn du bisher gelesen hast. Vielleicht haben dich meine Worte berührt und dazu angeregt weiter darüber nachzudenken. Dann freu mich das und meine Zeilen haben ihren Zweck erfüllt.

In herzlicher Verbundenheit

Bianka Maria

P.S.

Für den Fall, dass du dich intensiver mit dir und der Frage was du wirklich willst beschäftigen willst, gibt es dazu hier eine gute Gelegenheit zu der ich dich herzlich einlade.

5-Tage-Challenge – In 5 Schritten herausfinden, was du wirklich willst
24. – 28. September 2018


Alle wichtigen Infos und Möglichkeit zur Anmeldung findest du hier oder klicke einfach auf das Bild.

 

 

 

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.