“Schreiben ist eine Möglichkeit andere Menschen sehend und fühlend zu machen. Zugleich begegnet sich der Schreibende selbst auf einer tieferen Ebene und schöpft hieraus seinen Ausdruck”

 

Das Schreibpotenzial entfalten

Schüler, die schreiben, was ihnen wichtig ist, erleben, dass ihre Gedanken, Erfahrungen, Stimmungen, Haltungen, Meinungen und Interessen wertvoll sind. Sie setzen sich schreibend mit grundlegenden Fragen des Lebens auseinander. Sich mit dem eigenen Text zu präsentieren, heißt auch, Verantwortung für das Eigene zu übernehmen. Schreiberinnen und Schreiber, die erleben, welche Wirkung sie mit ihren Texten bei anderen erzielen können, nehmen diese Verantwortung wahr und entfalten sich – als Erzählende, als Tröstende, als Denkende, als Informierende, als Mahnende…

Bereits während meiner Schulzeit fiel auf, dass ich eine Vielschreiberin war. Meine Aufsätze waren lang, sehr lang und bei meiner Abschlussprüfung in Deutsch verfasste ich eine 15 DinA4 -Seiten lange Abhandlung, die gefiel und gut benotet wurde. Dennoch hielt ich es damals für nichts Besonderes. Nach der Schule drückte ich mich schreibend in Briefen aus. Dabei war mir ein gutes Schreibwerkzeug immer wichtig. Kugelschreiber mochte ich nicht, sie verschlechterten das Schriftbild. Ein Füllfederhalter hingegen, der gut in der Hand lag, war wunderbar. Damit konnte ich meinen ganzen Elan beim Schreiben zum Ausdruck bringen und so fiel ich durch meine Schrift bald auf. In dem französischen Restaurant, in dem ich jobbte, schrieb ich wöchentlich die Speisekarte mit der Hand und bald war ich immer dann gefragt, wenn es darum ging zu einem besonderen Anlass etwas Schönes handschriftlich mitzuteilen.

Damals war ich mit der Form der Wörter befasst, weniger mit dem Inhalt. Das kam erst Jahre später, als ich viel auf Reisen war und begann die Philosophen zu lesen wie zum Beispiel Hegel, Kant und Nietzsche. Ich verschlang deren Gedankengut und machte mir in den Büchern immer Notizen, die mich später oftmals erstaunen ließen, nachdem ich sie nochmals gelesen hatte. Irgendwie konnte ich nicht glauben, dass ich diese Notizen geschrieben hatte. Wo kam das her? Wie kam ich auf solche Gedanken?

“Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.“
Friedrich Nietzsche

Schreiben inmitten einer Krise

Es folgte die Familienzeit und da blieb in den ersten Jahren nicht viel Zeit zum Lesen und Schreiben. Erst als ich mit meiner kleinen Familie aufs Land zog, fand ich nach einer Weile in eine größere Ruhe und damit auch wieder Zeit für das Schreiben. Damals begann ich mit einem Coach zu arbeiten. So einiges aus meiner frühen Kindheit und Vergangenheit, das ich mit mir herum trug, war noch nicht geklärt. Während dieser Phase begann ich ein Tagebuch zu schreiben. Ich reflektierte über das, was in mir vorging, sowie über meine Erkenntnisse und das, was sich mir in dieser Zeit offenbarte.

Damals half mir das Schreiben mit mir selbst tiefer in Kontakt zu kommen und diese unerlösten Dinge, angestoßen durch den Coach, zu reflektieren und zu verdauen. Diese Phase dauerte drei Jahre und irgendwann erhielt ich in einer Meditation die Anweisung meine nieder geschriebenen Erfahrungen mit anderen in Form eines Buches zu teilen. Der Titel wurde auch gleich mitgeliefert: Die Zeit ist reif!“

Dem inneren Ruf folgen

Da stand ich nun mit dieser Aufforderung und hatte das Gefühl vor einem unüberwindlich großen Berg zu stehen. Ich sagte mir innerlich:“Ich, ein Buch schreiben? Ich kann das doch gar nicht. Mein Schreiben ist doch nicht gut genug, um daraus ein Buch zu machen und es zu veröffentlichen. Und dann noch das Finanzielle. So ein Buch kostet doch Geld. Wovon soll ich das bezahlen?“

Nun, kommt Zeit, kommt Rat, heißt es im Volksmund. Irgendwann begann ich meine Aufzeichnungen durch zu sehen, unter dem Aspekt daraus ein Buch zu kreieren. Und so entstand eine erste Ahnung für eine Gliederung. Im Laufe der Zeit gewann die Buchidee immer mehr Substanz, obwohl mich sorgende Gedanken wie etwas: Woher soll ich das Geld nehmen? Ist das denn wirklich gut genug?, immer wieder etwas ausbremsten, bis ich mich dann entschied erstmal in Erfahrung zu bringen, was Lektorat, Korrektorat und Druck letztendlich kosten sollten. Das war ein ganz wichtiger Schritt. Dadurch wurde es konkret, statt mir weiterhin von einer nebulösen Ahnungslosigkeit die Energie und den Mut rauben zu lassen.

Eine klare Entscheidung zugunsten der Fakten

Als die Fakten auf dem Tisch lagen und die Summe klar war, konnte ich mich auf etwas ausrichten und ich wusste, dass ich Summe X brauchte, ohne jedoch zu wissen, woher ich sie nehmen sollte. Zu dem Zeitpunkt war ich alleinerziehend mit zwei Kindern und selbständig und mein Einkommen reichte gerade so, dass wir über die Runden kamen. 

Irgendwann erwähnte ich bei einem Gespräch mit einem Kunden,  dass ich ein Buch geschrieben hatte, nun plante es zu veröffentlichen und dass ich mir derzeit Gedanken über die Finanzierung machte. Er fragte nach, wie hoch die Investition wäre und völlig unerwartet, aus heiterem Himmel, bot er mir ein kostenfreies Darlehen an, so dass ich mein Erstlings-Werk veröffentlichen konnte. Ich war überglücklich und wieder einmal mehr als erstaunt darüber, welch wundersame Wege das Leben oftmals nimmt und welche überraschenden Wendungen damit einher gehen, wenn wir erstmal den Mut aufbringen und den ersten Schritt tun. 

Geburt meines Erstlingswerkes “Die Zeit ist reif …!”

2004 brachte ich mein Buch im Eigenverlag heraus. Ich war damals sozusagen eine Vorreiterin des Selfpuplishings. Die Verlagssuche hatte ich mir einem Bauchgefühl folgend, erspart. Vielleicht lag es auch daran, das ich es mir nicht vorstellen konnte, dass ein Verlag mein Buch verlegt. Wie dem auch sei! Ich bin froh, dass ich damals meiner Eingebung so konsequent gefolgt bin und das Buch veröffentlicht habe. Mittlerweile gibt es dazu auch ein Kartenset und es gibt das Buch als Hörbuch und als e-Book.

Dem Schreiben bin ich seither treu geblieben. 2010 habe ich meinen Blog gestartet, in dem ich regelmäßig alle vierzehn Tage einen Artikel veröffentliche und diesen auch in den sozialen Medien und auf verschiedenen Plattformen und in Foren teile.

 

Gravierende Veränderungen im Leben

Im Jahr 2016 veränderte sich mein Schreibstil. Meine Texte wurden kürzer und entsprangen mehr meinem intuitiven Geist. Diese Veränderung hatten mehrere schwierige Ereignisse herbei geführt. Zeitlich aufgereiht wie auf einer Perlenkette präsentierte mir das Leben diese schmerzvollen Erfahrungen. Es begann bereits in der Silvesternacht, als ich mir während eines Schwitzhüttenrituals, ich war im Wald barfuss unterwegs, einen Holzdorn so tief in die Ferse eintrat, dass ich daraufhin drei Monate lang nicht mehr gehen konnte. In dieser Zeit, in der ich zumeist bewegungsunfähig auf meinem Sofa saß, ereilte mich die Nachricht vom Tod einer guten Freundin. Es traf mich tief und ich konnte ihr nicht mal die letzte Ehre erweisen. Am gleichen Tag teilte meine Mutter mir mit, dass auch ihre Krebsuntersuchung positiv war. Wie vom Donner gerührt saß ich da und spürte plötzlich die Endlichkeit des Lebens nackt vor mir. Da ich mich nicht ablenken konnte, griff ich zur Tastatur und reflektierte schreibend über das Leben und über das, was mir zu der Zeit in den Sinn kam.

In diesem Jahr entstanden viele Kurzbeiträge. Anfangs war ich unschlüssig, ob ich diese Texte, die doch so ganz anders waren, veröffentlichen sollte. So begann ich sie auf XING, einem Business-Portal,  in verschiedenen Gruppen zu posten und zu testen, ob und wie sie ankamen. Ich war sehr angenehm überrascht, als ich bemerkte, dass die Texte gelesen wurden und dass sie die Leser sichtlich berührten, was ich aus den positiven Kommentaren erkennen konnte, die ich dazu erhielt. Dadurch bestärkt, machte ich weiter mit dieser Form des Schreibens – intuitiv, in tiefer Verbindung mit mir selbst, mit dem Leben.

Mein Schreibstil – doppelt hält besser

Ich schreibe intuitiv, schöpfe aus einem inneren Wissensfundus, dessen Herkunft ich oftmals nicht erklären kann. Das hatte mir als Kind große Probleme verursacht. Ich machte so die Erfahrung, dass ich nicht verstanden wurde. So bemühte ich mich über viele Jahre das, was ich sagen wollte, klarer und präziser zu formulieren. Hatte ich jemanden etwas erzählt, fragte ich am Schluss: „Weißt du, was ich meine?, um sicher zu gehen, dass ich verstanden wurde.

Heute nach vielen Lehrjahren kann ich auf das Frage-Anhängsel verzichten. Ich wähle meine Worte meist sehr genau, drehe und wende sie in mir, bis mir ein stimmiges Gefühl grünes Licht gibt. Dann schreibe ich das Wort, oder auch den Satz, nieder, banne ihn auf´s Papier und setze im Nachhinein eine etwas abgewandelte Formulierung dazu, die das gleiche zum Ausdruck bringt. Die Lektorin, die das Manuskript meines Erstlingswerks „Die Zeit ist reif …!“ vor einigen Jahren bearbeitet hatte, erkannte dies als meinen unverkennbaren Schreibstil und seither bin ich damit auch im Frieden.

Sich erlauben Autorin zu sein

In diesem Sommer habe ich beschlossen aus den besten Kurzbeiträgen, die damals entstanden sind, ein interaktives Buch zu gestalten. Die Idee war: Es sollte ein Buch werden, dass den Leser, anstößt und zum Innehalten und Nachdenken einlädt. Zu jedem Kurztext sollten drei essentielle Fragen dazu führen, sich tiefer auf das Gelesene einzulassen und zugleich eine Verbindung zum eigenen Leben herzustellen. Zudem sollte es ausreichen Platz für Notizen geben. Ein weiterer Teil sollte Inspiration und Tipps vermitteln, um die Erkenntnisse auch in die Erfahrung zu bringen, so dass aus Wissen Gewissheit und später einmal Weisheit werden konnte. Auch hier sollte wieder Platz für eigene Notizen des Lesers sein. Am Ende dann ein Mandala, das beim Ausmalen in einen Zustand innerer Ruhe führt, wo das Gelesene und die daraus resultierenden Erkenntnisse und Erfahrungen nochmals verinnerlicht werden können. 

So habe ich die besten 33 Texte ausgewählt. Zu jedem Text habe ich drei Fragen gestellt, sowie Inspiration und Tipps dazu entwickelt und ein individuelles Mandala dazu kreiert. Zeitgleich besprach ich meine Idee mit meiner Grafikerin und machte mich auf die Suche nach Unterstützung für die Korrektur und das Lektorat des Buches. 

Anfangs Juli hatte ich mir einen straffen Zeitrahmen gesetzt, den ich auch nach außen Kund tat. So verhieß ich meinen Newsletter-Lesern, dass ich im Herbst mein zweites Buch herausbringen würde. Mit dieser Taktik verpflichtete ich mich selbst mein gesetztes Ziel auch zu erreichen. Schließlich hatte ich es ja angekündigt. Die Taktik hat ihren Zweck erfüllt.

Am 12. Oktober 2018 war es soweit . Mein neues Buch „Einfach sein – 33 Impulse für Geist und Seele” wurde von der Druckerei geliefert und seit dem 13.10.2018 steht es gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher und hat sich bereits einige Male verkauft. Welch ein wundervoller Moment, wenn das Geschöpfte das Licht der Welt erblickt. Es ist wie die Geburt eines Babys. 

Allmählich beginne ich mich als Autorin zu sehen. Ich habe aufgehört mich an den großen Schriftstellern zu orientieren und mich in deren Schatten winzig und unbedeutend zu fühlen. Stattdessen erlebe ich tagtäglich, dass meine Worte berühren, Menschen bewegen und damit Wirkung zeigen und Wirklichkeit schaffen. 

Darum schreibe ich weiter, jeden Tag mehr. Ich teile meine Ideen, mein Wissen und meine Gedankenwelt mit anderen Menschen dort, wo sich eine Schnittmenge ergibt. Ich bin angreifbar in dieser Sichtbarkeit, doch ich bin bereit diesen Preis zu bezahlen. Denn Schreiben und Lesen verändert unser Denken, erweitert unseren Horizont, verbindet unsere Welten und tief im Urgrund erahnen wir die Einheit hinter allem. 

Jenseits der Worte – das Sein

Im stillen Kämmerlein sitze ich und versuche die Dinge auf den Punkt zu bringen. Zugleich spüre ich zwischen den Zeilen und zwischen meinen Atemzügen einen unbegrenzten Raum. Hier wird nicht geschrieben und nicht gedacht. Hier gibt es keine Worte, sondern nur das Sein. Für eine Weile tauche ich dort ein und verweile ohne Absicht. Einfach sein.

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Anne führt ein inneres Selbstgespräch, während sie abends auf dem Sofa sitzt. Sie verspürt seit einiger Zeit eine gewisse Unzufriedenheit mit sich selbst und mit ihrer Lebenssituation. Ihr Leben fühlt sich an wie ein ausgetretener Schuh, der einfach nicht mehr richtig passt. Doch sie beschwichtigt sich damit, dass sie doch zufrieden sein müsse. Schließlich hat sie doch alles, was es baucht. Ein Dach über dem Kopf, ausreichend zu Essen und so weiter, während es anderen Menschen ja so viel schlechter geht. 

„Ja, seit längerer Zeit verspüre ich, dass ich etwas ändern soll, vielleicht sogar muss. Doch irgendwie weiß ich nicht so genau, wo und wie anzufangen. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, was ich wirklich will, denn in den letzten Jahren habe ich meine Wünsche oft hintan gestellt, weil alles andere immer wichtiger war, meine Familie, meine Aufgaben und Pflichten, meine Verantwortung in verschiedenen Bereichen.

Was braucht es von mir, dass ich es wage meiner Unzufriedenheit zu lauschen und mich ihr ehrlich zu stellen mit allen Konsequenzen? 

 

Veränderung ist der Ruf des Lebens

Ja, ich ahne bereits, dass ich mich dann verändern, meine Komfortzone verlassen und der Unwägbarkeit des Lebens begegnen müsste. Es ist wahrscheinlich eine Angst, die mich in alten,  ausgetretenen Pfaden hält. Dabei spüre ich, dass ich immer energie- und freudloser werde, je länger ich hier verharre. Was braucht es, damit ich mir den Schritt erlaube, der mich über meine bisherige Komfortzone hinaustreten lässt ins Unbekannte, in das, was ich jetzt noch nicht kenne und und daher nicht überschauen kann?

Ich lausche in mich hinein und langsam werde ich mir gewahr, dass es diesen brennenden Wunsch nach mehr Lebendigkeit, nach mehr Leichtigkeit und Lebensfreude braucht, den ich schon lange in mir verspüre, den jedoch mein Verstand mit seinem lauten Getose übertönt. Die vielen Argumente und Rechtfertigungen, warum das Neue jetzt nicht möglich ist, verhindern, dass ich dem Ruf meines Herzens folge.

Und so verweile ich Jahr für Jahr weiter im bisher Vertrauten, wage es nicht, mich dem Leben anzuvertrauen und  eine Entscheidung für meine Selbstentfaltung zu treffen. Zu hoch das Risiko, die Unwägbarkeit, das Sicherheitsbedürfnis.

 

Sich die vielleicht wichtigste Frage stellen

Ich wiege mich also weiter in einer falschen Bescheidenheit, die verhindert, dass sich meine Lebenskreise erweitern und ich neue Erfahrungen mache. Dabei würde ich neue Facetten meiner selbst kennenlernen und das, was noch in mir steckt, wecken und entfesseln. Aber vielleicht wage ich jetzt, mir zumindest eine wichtige Frage zu stellen.

Was kostet es mich, wenn ich weiterhin die gleichen Einstellungen und Ansichten als Maßstab gelten lasse, wenn ich mich weiter von der Angst in Schach halten lasse?

Kostet es mich meine Lebenskraft und meine Lebenszeit? Mein Mut schwindet wahrscheinlich auch mit jedem Jahr und mein Sicherheitsbedürfnis nimmt noch mehr zu. So leben ja die meisten Menschen. Das habe ich schließlich allerorts immer vorgelebt bekommen.

 

Im großen Stundenglas rieseln meine Lebensjahre dahin

Ich bewundere Menschen, die so frei sind und dem Ruf des Lebens, ihrem Herzen, folgen. Menschen, die zu dem, was sie tun auch bedingungslos stehen und sich damit zeigen, die einfach sie selbst sind und sich dabei ein Leben kreieren, das ihnen wirklich entspricht – ein freies, authentisches und erfülltes Leben.

Sobald ich jedoch von so einem Leben träume und auch mein Herz voll dabei ist, erzählt mir mein Verstand sofort, dass ich mir dieses Leben nicht leisten kann, dass ich ggf. dafür schon zu alt bin, dass ich über zu wenig Zeit und auch Energie dafür verfüge. Vor allem mach ich mir sofort auch Gedanken darüber, was wohl die anderen dazu sagen, ob ich dadurch meine Zugehörigkeit verliere, weil sie mich nicht mehr verstehen, weil sie sich dadurch auch in Frage stellen müssten.

Und während ich mich von den Argumenten und Befürchtungen meines Verstandes einlullen lasse, schließt sich unmerklich die Tür hinaus in das größere Leben. Mein Traum und auch die Regungen meines Herzens verblassen wieder und ich begnüge mich mit dem Altbekannten, dem Vertrauten, wenngleich es mich nicht mehr nährt, mir keine Energie und Freude mehr schenkt. Ich verliere meine Lebendigkeit. Wie in einem großen Stundenglas rieseln meine Lebenszeit und Lebensenergie hindurch und verringert sich Jahr für Jahr.

Was braucht es also, dass ich es schaffe durch diese Tür zu gehen, die mir die Sehnsucht meines Herzens öffnet?

 

Lausche der Antwort deines Herzens

Soweit das innere Selbstgespräch von Anne, bei dem sicherlich so manches in dir angeklungen ist und dich vielleicht sogar berührt und bewegt hat.

Stelle dir die Fragen, die Anne sich gestellt hat, in einem stillen Moment und lausche dann auf die Regungen deines Herzen. Achte dabei auf deinen Verstand und lass dich von seinen Argumenten nicht mehr im alten Kreislauf halten. Schenke deinem Herzen mehr Gehör und vor allem Vertrauen und triff dann eine Entscheidung.

Halte diese Entscheidung schriftlich fest. Schreib sie nieder und frage dich, was ist der nächste wichtigste Schritt, um dieser Entscheidung Taten folgen zu lassen, die dich durch die Tür gehen lassen.

Lausche wieder der Antwort deines Herzens – sei geduldig und geh, wenn es sein muss, ein paar Tage mit dieser Frage schwanger. Vertraue dir selbst und deinem umfassenderen Sein, dass die Impulse deiner Seele über dein Herz zu dir gelangen.

Gerade jetzt, in der vor uns liegenden Zeit zwischen den Jahren, den Rauhnächten, sind die Dimensionstore zu den anderen Ebenen unseres Seins offen. Es ist daher viel einfacher Antworten auf unsere wichtigen, dringlichen Fragen zu erhalten.

Begib dich in dein Innerstes und stelle deine wichtigsten Fragen. Lausche dann geduldig den Antworten die folgen.

 

In diesem Sinne wünsche ich dir eine besinnliche und friedvolle Weihnachtszeit.

In Freiheit im Herzen verbunden

Bianka Maria

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About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.