Sich den neuen Luxus leisten und Zeit und Raum für´s Wesentliche finden

“Aufstehen, Straßenbahn, Büro,
Essen, Arbeit, Essen, Schlafen,
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag,
immer derselbe Rhythmus
– das ist sehr lange ein bequemer Weg.
Eines Tages aber steht das Warum da,
und mit diesem Überdruss,
in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an.”
Albert Camus, “Der Mythos von Sisyphos“

 

Eines Tages stellte sich der Schweizer Swissair-Manager Rolf Dobelli, er war gerade 35 geworden, eine einfache Frage: Was gefällt mir am besten an meinem Job? Er fand keine Antwort. Also änderte er die Frage: Was gefällt mir überhaupt an meinem Job? Worauf er zu dem Schluss kam: Nichts Spezielles. Eigentlich gar nichts. Dobelli setzte sich hin und schrieb zwei Sätze aufs Papier, die ihm gerade in den Sinn kamen und auf Anhieb einleuchtend und richtig erschienen: “Die meisten Menschen sind irgendwie und irgendwo in einen Beruf hineingefallen – wie auf einen dummen Scherz. Und nun finden sie ihn spannend oder nicht.“ 

Das war das Ende von Rolf Dobellis Angestelltenkarriere. Er kündigte seinen Job als Chef einer Swissair-Tochter und verwirklichte seinen Lebenstraum. Dabei stellte er das, was ihm schon immer wichtig war in den Mittelpunkt: Bücher. Er gründete das Unternehmen GetAbstract, ein Internet-Unternehmen, das Zusammenfassungen von Wirtschaftsbüchern vertreibt. So weit kann es kommen, wenn wir es uns erlauben essenzielle Fragen zu stellen und uns nicht davor scheuen, ehrliche Antworten darauf zu finden. Was erfüllt uns wirklich, wenn die gesellschaftlichen Anforderungen erfüllt sind und uns Geld und Status auf Dauer nicht wirklich glücklich machen?

Inspiration und etwas Großes braucht der Mensch

Gibt man bei Google die Frage “Was wünschen sich die Deutschen” als Suchbegriff ein, stehen ganz vorne Antworten wie “Der Großteil der Bevölkerung wünscht sich einen sicheren Arbeitsplatz und Gesundheit”, “Die Deutschen wünschen sich ein neues Auto” oder “einen größeren Flachbildschirm”. Das sagt alles.

Das Wirtschaftsmagazin brandeins verwies diesbezüglich bereits 2006 in seiner Dezemberausgabe in einem Artikel auf die Gebrüdern Grimm. In deren Märchen wird mit den Wunschlosen abgerechnet, hingegen werden Helden belohnt, die sich anderen gegenüber grosszügig verhalten, mitfühlend sind und in ihren Wünschen nicht nur daran denken, wie sie ihren eigenen Hals vollkriegen. Damit all diese nicht nur fromme Wünsche bleiben, müssen die Helden noch etwas können, das Allerwichtigste: Sie müssen wissen, was sie wollen. So geraten sie nach guten Taten an eine gute Fee. Die ist eine harte Richterin, der sich die Helden stellen müssen. Drei Wünsche, wenn ich bitten darf, und wenn´s geht, ein bisschen dalli! Was sagt man da? Noch ein Haus? Noch ein Auto? Eine Insel? Wäre man Grimms guter Fee mit so etwas gekommen, hätte sie wohl das Lexikon gezückt. Pass mal auf: Ein Wunsch, mein Lieber, ist “ein Begehren, oder Verlangen nach einer großen Sache oder einer Fähigkeit, ein Streben oder zumindest die Hoffnung auf eine Veränderung der Realität oder das Erreichen eines wichtigen Zieles für sich selbst oder für einen anderen”. Alles klar? Also los, noch mal. Wünsch dir was!

In Ermangelung an Erfüllung

Friede, Freude, Eierkuchen oder so? Nein ein wenig genauer muss das schon sein. Was wünschen wir uns tief in unseren Herzen? Wonach sehnen wir uns wirklich und wann raffen wir uns auf und überwinden unsere Bequemlichkeit und Trägheit? Sowohl Leid als auch Visionen und der innere Ruf sind Treibstoff für menschliche Entwicklung und Entfaltung. Wir haben die freie Wahl. Wenn wir den alten Kreisläufen weiterhin frönen, werden wir weiterhin das bekommen, was wir immer bekommen haben, ohne dass es uns erfüllt. Aus diesem Mangel an Erfüllung heraus schaffen wir neue Mangelwelten. Aus dem Zustand der Erfüllung heraus kreieren wir Fülle, wie es uns die Natur vormacht.

Deshalb: Lasst uns zur Besinnung kommen und dem Wahnsinn einer unerfüllten Hetze durch das Leben ein Ende setzten. Wir brauchen große Wünsche und Lebensträume, die uns aufrichten und uns und anderen Inspiration, Kraft und Zuversicht für außerordentliche Taten verleihen. Doch aufgepasst auf den Verstand! Visionen, Lebensträume und der innere Ruf sind nicht zu verwechseln mit großen, mentalen Zielen, die wiederum nur ein Konstrukt des rationalen Geistes sind und denen es deshalb an magnetischer Anziehungskraft und Inspiration fehlt. Einem Strohfeuer gleich ist deren Wirkung, wohingegen Visionen, Lebensträume und der innere Ruf einem Leuchtturm gleich Klarheit, Orientierung und Lebensfreude schenken.

Raus aus der Stress-Spirale 

In einer Zeit, in der die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten so groß wie nie zuvor sind, können viele die Chancen nicht wahrnehmen, weil alte Programme, alte Verhaltensweisen und Konditionierungen sie in ihrer bisherigen Lebensweise festhalten. Schauen wir uns um bei erfolgreichen Erfindern und Wirtschaftsführern, so stellen wir fest, dass diese sich schon früh von solch begrenzenden Banden befreit und ihr kreatives, schöpferisches Potenzial entfaltet haben. Umfragen unter ihnen haben ergeben, dass sie ihre Visionen und das, was sie tief im Inneren ruft zum größten Teil in Phasen größter Entspannung, nicht durch Prozesse intensiven, logischen Nachdenkens und Planens, empfangen haben. Es geht daher darum die Stress-Spirale zu verlassen und in die Entspannung zu finden. 

Doch genau hier liegt die größte Hürde. Viele Führungskräfte und leitende Angestellte wollen nicht zur Ruhe kommen, weil sie sich dann auf sich selbst einlassen müssten und vor dieser Begegnung haben viele Angst. Gut versteckt hinter Show und Glamour herrscht in der Wirtschaft die Angst überwiegend unter den Männern. Der Grund? Die Rolle des Mannes ist stark im Wandel begriffen. Viele befürchten überflüssig zu sein, oder zu werden. Echtes Vertrauen in sich selbst fehlt. In der Ruhe werden diese “weggesteckten” Dinge spürbar. Doch genau hier liegt die große Chance, die Stressgeplagte aus der Sinnkrise führen kann.

Einkehren – leer werden und schöpfen

Während der Held in den Märchen auszieht, um sein Glück zu finden, kehrt der Held der neuen Zeit ein und tritt die Reise in seine Mitte an. Bei dieser Selbsterkundung trifft er auf Wegelagerer, Vampire und sonstige Schattengestalten, die seine begrenzenden Glaubenssätze, Muster und Programme darstellen. Sie hocken auf seinen inneren Schatztruhen und verhindern die Entfaltung seines Potenzials. Die unerlösten Angelegenheiten müssen also erkannt und integriert werden. Diesen inneren Weg bin ich vor einigen Jahren gegangen. Welchen Hindernissen und Herausforderungen, aber auch glückhaften Segnungen ich dabei begegnet bin, das beschreibe ich sehr ausführlich in meinem Erstlingswerk „Die Zeit ist reif …!“ 

Erst in einem völlig entspannten Sein ist es möglich eine Vision zu schöpfen, die weit über das hinausreicht, was sich der begrenzte Verstand ausdenken kann. Hans Jecklin, ein bekannter Schweizer Unternehmer, beschreibt dies in seinem Buch “Wirtschaft wozu?” so: „Aus einer inneren Leere an Vorstellungen, in der Fülle wunschlosen Seins, kann uns eine Vision “zufallen. Visionen schöpfen aus dem Bewusstsein der Unbegrenztheit, aus unserem Einssein mit allem was ist, aus einer Vollkommenheit, die nicht von uns selbst zu trennen ist.”

Im Kern unseres Seins sind wir schöpferisch und weise und wissen um die Verbundenheit mit allem. Die Reise nach innen anzutreten erfordert Mut. Mut, sich selbst in vielen Facetten zu begegnen. Der Lohn des neuen Helden ist Erfüllung bei seinem selbstbestimmten Tun, bei der Verwirklichung dessen, was ihn zutiefst im Inneren ruft.

Sich den neuen Luxus leisten

Im Wissenszeitalter, indem sich Zeit und Raum immer mehr verkürzen und wir mit einem Mausklick am anderen Ende der Welt sein können, besteht der neue Luxus darin, sich Zeit und Raum für das Wesentliche zu nehmen, die Aufmerksamkeit darauf zu richten und es in einem starken Fokus zu halten. Die Zeit ist reif dem inneren Ruf zu folgen und dabei Kraft und Inspiration frei zu setzen und in die Entfaltung unseres höchsten Potenzials zu gelangen. Leisten wir uns das.

 

Impuls

Nimm dir am Wochenende Zeit und stelle dir die nachfolgenden 13 Fragen. Beantworte diese Fragen schriftlich und notiere alles, was dir dazu einfällt. Lass deine Antworten für einige Tage ruhen und lies sie dann erneut. Streiche durch, was dir unstimmig erscheint und füge hinzu, was wichtig ist. Am Ende schreibe in positiver Form (keine Verneinungen, keine Un-Wörter) und in der Gegenwart deine Erkenntnisse und Antworten in Form eines Manifests mit Datum und Unterschrift.

Lese dein Manifest für drei Monate jeden Abend vor dem Einschlafen durch und leg es anschließend unter dein Kopfkissen – (nightlearing). Wenn du das machst,  beweist du damit, dass du einen Unterschied machst und hast bereits wichtige Schritte in Richtung Klarheit, Selbstbestimmung und Erfüllung getan. 

Hier die 13 Fragen

  • Was erfüllt mich wirklich? 
  • Was habe ich dieser Welt zu geben, das mir große Freude bereitet?
  • Wie sieht die höchste Vision von mir selbst aus?
  • Wer will ich sein? 
  • Wie fühlt sich das an? Wie riecht und schmeckt das? Was höre ich andere in dem Moment sagen, wenn ich es erreicht habe?
  • Bis wann werde ich es erreicht haben bzw. sein?
  • Was hat mich bisher davon abgehalten? – meine 5 stärksten Ausreden
  • Wer oder Was hält mich immer noch ab? … und ist das wahr?
  • Welchen Preis bin ich bereit zu bezahlen für ein erfülltes Leben? 
  • Wovon müsste ich Abstand nehmen oder es gänzlich loslassen? 
  • Was müsste ich in Angriff nehmen?
  • Wer sind meine Wegbegleiter, die mich auf dem neuen Weg ermutigen und bestärken, wenn ich mal schwach bin? 
  • Was kostet es mich, wenn ich nichts verändere und alles beim Alten bleibt? 

Wage es Zeit und Raum für dich selbst und das Wesentliche zu finden. Sei es dir wert auf diese essentiellen Fragen zu antworten und beginne dein Leben gemäß deinen tiefsten Sehnsüchten und Herzenswünschen zu gestalten.

 

Und es gehen die Menschen zu bestaunen die Gipfel der Berge
und die ungeheuren Fluten des Meeres und die weit dahinfließenden Ströme
und den Saum des Ozeans und die Kreisbahnen der Gestirne,
und haben nicht acht ihrer selbst.

Augustinus Aurelius (Bischof von Hippo, Philosoph)

 

Einfach sein 

Wenn du weiter daran interessiert bist noch mehr zu Besinnung zu gelangen und dich tiefer auf das Leben und das Wesentliche einzulassen, dann empfehle ich dir mein soeben erschienenes interaktives Buch „Einfach sein – 33 Impulse für Geist und Seele“ – für mehr Sinn und eine neue Balance im Alltag. 

Die großen Herausforderungen in dieser Zeit bringen immer mehr Menschen dazu nach dem Sinn zu fragen. Zugleich sehnen sich viele danach sich selbst zu sein, ihr Leben einfacher zu gestalten und wieder Zeit für das Wesentliche zu finden.

Doch wo sind die Haltebojen im reißenden Strom der Informationsflut und der äußeren Veränderungen? Wo findet der moderne Mensch wieder zu sich? Sicher ist: Wer auf der Überholspur des Lebens unterwegs ist, verpasst das Wesentliche und das Leben selbst und wird dabei immer ärmer. Arm an Empfindungen, Eingebungen, Inspiration und arm an Gefühlen für sich selbst und seine Mitmenschen. Am Ende steht derjenige ausgebrannt und isoliert vor einem Abgrund und schaut in seine leere Seele. 

Es lohnt sich daher wieder vermehrt ins Hier und Jetzt zu kommen und im Augenblick verweilend einfach zu sein. Nur wer präsent ist, kann die Präsente des Lebens empfangen und selbst ein Geschenk (Präsent) für die Welt sein. 33 starke Impulse, essentielle Fragen, Inspiration und vielfältige, praktische Übungen, sowie 33 Mandalas zum Ausmalen,  bringen den Leser, die Leserin zum Innehalten, zur Besinnung auf das Wesentliche und in eine größere Ruhe und Gelassenheit.

Alle weiteren Infos, sowie ein Blick ins Buch gibt es hier.

 

 

Danke für deine Zeit und Aufmerksamkeit, wenn du bis hierher gelesen hast. Für den Fall, dass du regelmäßig meine Beiträge erhalten willst, kannst du hier meinen kostenfreien Inspirations-Letter abonnieren. (Du kannst dich jederzeit wieder austragen.

 

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Diesen Artikel schreibe ich als Beitrag zur Blogparade von Eva Lapas von der Akademie Schreiben lernen zum Thema „So schreibe ich“  auf die ich kürzlich aufmerksam geworden bin. Da ich mich gerade sehr mit mir als Autorin und dem Veröffentlichen meines zweiten Buches auseinander setze, ergreife ich diese Chance und zeige in diesem Beitrag meinen Weg zum Schreiben und zur Autorin.

“Schreiben ist eine Möglichkeit andere Menschen sehend und fühlend zu machen. Zugleich begegnet sich der Schreibende selbst auf einer tieferen Ebene und schöpft hieraus seinen Ausdruck”

Das Schreibpotenzial entfalten

Schüler, die schreiben, was ihnen wichtig ist, erleben, dass ihre Gedanken, Erfahrungen, Stimmungen, Haltungen, Meinungen und Interessen wertvoll sind. Sie setzen sich schreibend mit grundlegenden Fragen des Lebens auseinander. Sich mit dem eigenen Text zu präsentieren, heißt auch, Verantwortung für das Eigene zu übernehmen. Schreiberinnen und Schreiber, die erleben, welche Wirkung sie mit ihren Texten bei anderen erzielen können, nehmen diese Verantwortung wahr und entfalten sich – als Erzählende, als Tröstende, als Denkende, als Informierende, als Mahnende…

Bereits während meiner Schulzeit fiel auf, dass ich eine Vielschreiberin war. Meine Aufsätze waren lang, sehr lang und bei meiner Abschlussprüfung in Deutsch verfasste ich eine 15 DinA4 -Seiten lange Abhandlung, die gefiel und gut benotet wurde. Dennoch hielt ich es damals für nichts Besonderes. Nach der Schule drückte ich mich schreibend in Briefen aus. Dabei war mir ein gutes Schreibwerkzeug immer wichtig. Kugelschreiber mochte ich nicht, sie verschlechterten das Schriftbild. Ein Füllfederhalter hingegen, der gut in der Hand lag, war wunderbar. Damit konnte ich meinen ganzen Elan beim Schreiben zum Ausdruck bringen und so fiel ich durch meine Schrift bald auf. In dem französischen Restaurant, in dem ich jobbte, schrieb ich wöchentlich die Speisekarte mit der Hand und bald war ich immer dann gefragt, wenn es darum ging zu einem besonderen Anlass etwas Schönes handschriftlich mitzuteilen. 

Damals war ich mit der Form der Wörter befasst, weniger mit dem Inhalt. Das kam erst Jahre später, als ich viel auf Reisen war und begann die Philosophen zu lesen wie zum Beispiel Hegel, Kant und Nietzsche. Ich verschlang deren Gedankengut und machte mir in den Büchern immer Notizen, die mich später oftmals erstaunen ließen, nachdem ich sie nochmals gelesen hatte. Irgendwie konnte ich nicht glauben, dass ich diese Notizen geschrieben hatte. Wo kam das her? Wie kam ich auf solche Gedanken? 

“Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.“
Friedrich Nietzsche

Schreiben inmitten einer Krise

Es folgte die Familienzeit und da blieb in den ersten Jahren nicht viel Zeit zum Lesen und Schreiben. Erst als ich mit meiner kleinen Familie aufs Land zog, fand ich nach einer Weile in eine größere Ruhe und damit auch wieder Zeit für das Schreiben. Damals begann ich mit einem Coach zu arbeiten. So einiges aus meiner frühen Kindheit und Vergangenheit, das ich mit mir herum trug, war noch nicht geklärt. Während dieser Phase begann ich ein Tagebuch zu schreiben. Ich reflektierte über das, was in mir vorging, sowie über meine Erkenntnisse und das, was sich mir in dieser Zeit offenbarte. 

Damals half mir das Schreiben mit mir selbst tiefer in Kontakt zu kommen und diese unerlösten Dinge, angestoßen durch den Coach, zu reflektieren und zu verdauen. Diese Phase dauerte drei Jahre und irgendwann erhielt ich in einer Meditation die Anweisung meine nieder geschriebenen Erfahrungen mit anderen in Form eines Buches zu teilen. Der Titel wurde auch gleich mitgeliefert: Die Zeit ist reif!“

Dem inneren Aufruf folgen

Da stand ich nun mit dieser Aufforderung und hatte das Gefühl vor einem unüberwindlich großen Berg zu stehen. Ich sagte mir innerlich:“Ich, ein Buch schreiben? Ich kann das doch gar nicht. Mein Schreiben ist doch nicht gut genug, um daraus ein Buch zu machen und es zu veröffentlichen. Und dann noch das Finanzielle. So ein Buch kostet doch Geld. Wovon soll ich das bezahlen?“

Nun, kommt Zeit, kommt Rat, heißt es im Volksmund. Irgendwann begann ich meine Aufzeichnungen durch zu sehen, unter dem Aspekt daraus ein Buch zu kreieren. Und so entstand eine erste Ahnung für eine Gliederung. Im Laufe der Zeit gewann die Buchidee immer mehr Substanz, obwohl mich sorgende Gedanken wie etwas: Woher soll ich das Geld nehmen? Ist das denn wirklich gut genug?, immer wieder etwas ausbremsten, bis ich mich dann entschied erstmal in Erfahrung zu bringen, was Lektorat, Korrektorat und Druck letztendlich kosten sollten. Das war ein ganz wichtiger Schritt. Dadurch wurde es konkret, statt mir weiterhin von einer nebulösen Ahnungslosigkeit die Energie und den Mut rauben zu lassen.

Eine klare Entscheidung zugunsten der Fakten

Als die Fakten auf dem Tisch lagen und die Summe klar war, konnte ich mich auf etwas ausrichten und ich wusste, dass ich Summe X brauchte, ohne jedoch zu wissen, woher ich sie nehmen sollte. Zu dem Zeitpunkt war ich alleinerziehend mit zwei Kindern und selbständig und mein Einkommen reichte gerade so, dass wir über die Runden kamen. 

Irgendwann erwähnte ich bei einem Gespräch mit einem Kunden,  dass ich ein Buch geschrieben hatte, nun plante es zu veröffentlichen und dass ich mir derzeit Gedanken über die Finanzierung machte. Er fragte nach, wie hoch die Investition wäre und völlig unerwartet, aus heiterem Himmel, bot er mir ein kostenfreies Darlehen an, so dass ich mein Erstlings-Werk veröffentlichen konnte. Ich war überglücklich und wieder einmal mehr als erstaunt darüber, welch wundersame Wege das Leben oftmals nimmt und welche überraschenden Wendungen damit einher gehen, wenn wir erstmal den Mut aufbringen und den ersten Schritt tun. 

Geburt meines Erstlingswerkes “Die Zeit ist reif …!”


2004 brachte ich mein Buch im Eigenverlag heraus. Ich war damals sozusagen eine Vorreiterin des Selfpuplishings. Die Verlagssuche hatte ich mir damals, einem Bauchgefühl folgend, erspart. Vielleicht lag es auch daran, das ich es mir nicht vorstellen konnte, dass ein Verlag mein Buch verlegt. Wie dem auch sei! Ich bin froh, dass ich damals meiner Eingebung so konsequent gefolgt bin und das Buch veröffentlicht habe. Mittlerweile gibt es dazu auch ein Kartenset und es gibt das Buch als Hörbuch und als e-Book. 

Dem Schreiben bin ich seither treu geblieben. 2010 habe ich meinen Blog gestartet, in dem ich regelmäßig alle vierzehn Tage einen Artikel veröffentliche und diesen auch in den Socialmedias und auf verschiedenen Plattformen und in Foren teile. 

 

Gravierende Veränderungen im Leben und beim Schreiben 

Im Jahr 2016 veränderte sich mein Schreibstil. Meine Texte wurden kürzer und entsprangen mehr meinem intuitiven Geist. Diese Veränderung hatten mehrere schwierige Ereignisse herbei geführt. Zeitlich aufgereiht wie auf einer Perlenkette präsentierte mir das Leben diese schmerzvollen Erfahrungen. Es begann bereits in der Silvesternacht, als ich mir während eines Schwitzhüttenrituals, ich war im Wald barfuss unterwegs, einen Holzdorn so tief in die Ferse eintrat, dass ich daraufhin drei Monate lang nicht mehr gehen konnte. In dieser Zeit, in der ich zumeist bewegungsunfähig auf meinem Sofa saß, ereilte mich die Nachricht vom Tod einer guten Freundin. Es traf mich tief und ich konnte ihr nicht mal die letzte Ehre erweisen. Am gleichen Tag teilte meine Mutter mir mit, dass auch ihre Krebsuntersuchung positiv war. Wie vom Donner gerührt saß ich da und spürte plötzlich die Endlichkeit des Lebens nackt vor mir. Da ich mich nicht ablenken konnte, griff ich zur Tastatur und reflektierte schreibend über das Leben und über das, was mir zu der Zeit in den Sinn kam.

 In diesem Jahr entstanden viele Kurzbeiträge. Anfangs war ich unschlüssig, ob ich diese Texte, die doch so ganz anders waren, veröffentlichen sollte. So begann ich sie auf XING, einem Business-Portal,  in verschiedenen Gruppen zu posten und zu testen, ob und wie sie ankamen. Ich war sehr angenehm überrascht, als ich bemerkte, dass die Texte gelesen wurden und dass sie die Leser sichtlich berührten, was ich aus den positiven Kommentaren erkennen konnte, die ich dazu erhielt. Dadurch bestärkt, machte ich weiter mit dieser Form des Schreibens – intuitiv, in tiefer Verbindung mit mir selbst, mit dem Leben.

Mein Schreibstil – doppelt hält besser 

Ich schreibe intuitiv, schöpfe aus einem inneren Wissensfundus, dessen Herkunft ich oftmals nicht erklären kann. Das hatte mir als Kind große Probleme verursacht. Ich machte so die Erfahrung, dass ich nicht verstanden wurde. So bemühte ich mich über viele Jahre das, was ich sagen wollte, klarer und präziser zu formulieren. Hatte ich jemanden etwas erzählt, fragte ich am Schluss: „Weißt du, was ich meine?, um sicher zu gehen, dass ich verstanden wurde. 

Heute nach vielen Lehrjahren kann ich auf das Frage-Anhängsel verzichten. Ich wähle meine Worte meist sehr genau, drehe und wende sie in mir, bis mir ein stimmiges Gefühl grünes Licht gibt. Dann schreibe ich das Wort, oder auch den Satz, nieder, banne ihn auf´s Papier und setze im Nachhinein eine etwas abgewandelte Formulierung dazu, die das gleiche zum Ausdruck bringt. Die Lektorin, die das Manuskript meines Erstlingswerks „Die Zeit ist reif …!“ vor einigen Jahren bearbeitet hatte, erkannte dies als meinen unverkennbaren Schreibstil und seither bin ich damit auch im Frieden.

Sich erlauben Autorin zu sein

In diesem Sommer habe ich beschlossen aus den besten Kurzbeiträgen, die damals entstanden sind, ein interaktives Buch zu gestalten. Die Idee war: Es sollte ein Buch werden, dass den Leser, die Leserin, anstößt und zum Innehalten und Nachdenken einlädt. Zu jedem Kurztext sollten drei essentielle Fragen dazu führen, sich tiefer auf das Gelesene einzulassen und zugleich eine Verbindung zum eigenen Leben herzustellen. Zu jeder Frage sollte es ausreichen Platz für den Leser geben, um seine Antwort direkt ins Buch schreiben zu können. Ein weiterer Teil sollte Inspiration und Tipps geben, um die Erkenntnisse auch in die Erfahrung zu bringen, so dass aus Wissen Gewissheit und später einmal Weisheit werden konnte. Auch hier sollte wieder Platz für eigenen Notizen des Lesers sein. Am Ende dann ein Mandala, das beim Ausmalen in einen Zustand innerer Ruhe führt, wo das Gelesene und die daraus resultierenden Erkenntnisse und Erfahrungen nochmals verinnerlicht werden können. 

So habe ich die besten 33 Texte ausgewählt. Zu jedem Text habe ich drei Fragen gestellt, sowie Inspiration und Tipps dazu entwickelt und ein individuelles Mandala dazu kreiert. Zeitgleich besprach ich meine Idee mit meiner Grafikerin und machte mich auf die Suche nach Unterstützung für die Korrektur und das Lektorat des Buches. 

Anfangs Juli hatte ich mir einen straffen Zeitrahmen gesetzt, den ich auch nach außen Kund tat. So verhieß ich meinen Newsletter-Lesern, dass ich im Herbst mein zweites Buch herausbringen würde. Mit dieser Taktik verpflichtete ich mich selbst mein gesetztes Ziel auch zu erreichen. Schließlich hatte ich es ja angekündigt. Die Taktik hat ihren Zweck erfüllt.

Am 12. Oktober 2018 war es soweit . Mein neues Buch „Einfach sein – 33 Impulse für Geist und Seele” wurde von der Druckerei geliefert und seit dem 13.10.2018 steht es gelistet beim VLB — im Verzeichnis lieferbarer Bücher. Welch ein wundervoller Moment, wenn das Geschöpfte das Licht der Welt erblickt. Es ist wie die Geburt eines Babys. 

Allmählich beginne ich mich als Autorin zu sehen. Ich habe aufgehört mich an den großen Schriftstellern zu orientieren und mich in deren Schatten winzig und unbedeutend zu fühlen. Stattdessen erlebe ich tagtäglich, dass meine Worte berühren, Menschen bewegen und damit Wirkung zeigen und Wirklichkeit schaffen. 

Darum schreibe ich weiter, jeden Tag mehr. Ich teile meine Ideen, mein Wissen und meine Gedankenwelt mit anderen Menschen dort, wo sich eine Schnittmenge ergibt. Ich bin angreifbar in dieser Sichtbarkeit, doch ich bin bereit diesen Preis zu bezahlen. Denn Schreiben und Lesen verändert unser Denken, erweitert unseren Horizont, verbindet unsere Welten und tief im Urgrund erahnen wir die Einheit hinter allem. 

Jenseits der Worte – das Sein

Im stillen Kämmerlein sitze ich und versuche die Dinge auf den Punkt zu bringen. Zugleich spüre ich zwischen den Zeilen und zwischen meinen Atemzügen einen unbegrenzten Raum. Hier wird nicht geschrieben und nicht gedacht. Hier gibt es keine Worte, sondern nur das Sein. Für eine Weile tauche ich dort ein und verweile ohne Absicht. Einfach sein.

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Die 5 wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Berufung
Schritt 2 – Talente und Begabungen entdecken

Im ersten Beitrag dieser 5-teiligen Artikelserie habe ich darüber geschrieben, wie wichtig es ist, sich die eigene Unzufriedenheit einzugestehen und ihr zu lauschen. Sie ist der rote Faden, der uns zu unserer Berufung führt. Falls du den ersten Teil noch nicht gelesen hast, kannst du das hier nachholen.
In diesem zweiten Beitrag geht es darum unsere Gaben und Talente zu entdecken, die noch in uns schlummern und dabei unsere schöpferische Kraft zu entfalten. 

Um mehr Klarheit über uns und unsere zweite Lebenshälfte zu erlangen, tun wir gut daran uns selbst wichtige Fragen stellen, damit eine Weile schwanger zu gehen und auf die Antworten zu lauschen. 

Fragen wir uns

  • Welche Spuren will ich hinterlassen?
  • Welche neue Herausforderung lockt mich – z.B. in einer Selbständigkeit? 
  • Welche Interessen will ich vertiefen? Alleine oder mit Gleichgesinnten? 
  • Welche Möglichkeiten gibt es hier für mich? 
  • Welche besonderen Stärken, Neigungen und Herzenswünsche habe ich, die ich noch vermehrt ausbauen und umsetzen möchte
  • Was will ich noch bewirken, das mir so richtig wichtig ist?

 

Wonach sehnt sich dein Herz?

In dem Märchen Dornröschen entfernt ein Prinz die Dornenhecke, die um das Schloss gewuchert war und erweckt und befreit die Prinzessin aus ihrem Dornröschenschlaf. Symbolisch steht dieser Prinz in uns Frauen für unseren Animus, der um die Lebensmitte herum in der Frau erwacht und der Frau seine männlichen Qualitäten wie Struktur, Klarheit, Zielsetzung und Fokus verleiht. Der Bann der bösen Fee löst sich auf.

Als erwachte Frau schöpfen wir aus der eigenen Fülle. Beherzt und mutig reiten wir unter dem Banner unseres Herzens und lassen uns von der wahren Regentin unserer Seele führen und leiten. Indem wir unserem inneren Ruf folgen, finden wir wieder zu unserem Kern zurück und damit auch zu unserer ursprünglichen Freude am Dasein. Auf diese Weise formen wir auch das neue kollektiven Bild der Frau, die selbstbewusst, mutig, und kraftvoll ihren ganz eigenen Weg geht und auf diesem Weg sich selbst und ihre Herzensprojekte verwirklicht – einzigartig, zum Wohle aller, in tiefer Verbundenheit.

Wechseljahre – Übergang zur geistig-seelischen Fruchtbarkeit

Die Natur hat uns nach den Wechseljahren freigegeben. Jetzt gehören wir wieder ganz uns. Ähnlich wie damals, in der Zeit zwischen dem achten Lebensjahr und dem Beginn der Pubertät. Da waren wir sehr frei. Die Eltern hatten uns die Leinen bereits verlängert und in der Schule hatten wir Freunde gefunden, mit denen wir unsere Abenteuer erlebten. Mit dem Einsetzen der Pubertät begann die Natur uns mit einem Hormoncocktail darauf einzuschwören die Spezi zu erhalten und uns fruchtbar zu vermehren. Und von da an ging es für die meisten Frauen um die drei großen K´s – Kinder, Küche und K…, suche dir aus was für dich passt. :-).  Mit dem Einsetzen der Menopause, wandelt sich unsere körperliche Fruchtbarkeit in eine geistig-seelische Fruchtbarkeit und dies vermag uns eine neue Freiheit und neue Potenziale zu erschließen – endlich nähern wir uns wieder dem an, was wir immer im Kern waren, es jedoch lediglich adacta gelegt hatten. 

Zeit, die eigenen Talente aufzuspüren und ihnen nachzugehen

Die Forschungsergebnisse in der Psychologie zeigen, dass in Kindern die Begabungen und Talente bereits angelegt sind. Alles, was wir aus uns selbst heraus gerne tun und uns leicht fällt, das zeugt davon. Bei mir war es die Begabung mit Farben und Formen umzugehen und ein tiefer Wunsch alles zu verschönern und zu gestalten. So erinnere ich mich, dass ich als Sechsjährige bei der Nachbarin, die fünf Kinder und eine unordentliche Wohnung hatte, bei jedem Besuch die Dinge so ordnete und zurechtrückte, dass es hinterher schöner und harmonischer wirkte. Das machte mir große Freude, ebenso wie das Bauen von futuristischen Häusern aus Holz. Das Talent Lebensräume harmonisch zu gestalten war mir bereits in die Wiege gelegt . 25 Jahre später habe ich mich damit selbständig gemacht und seither führe ich sehr erfolgreich ein Büro für ganzheitliche Lebensraumentwicklung und -gestaltung. 

Wasser ist für den Fisch so normal, wie für dich deine Begabungen

Am besten du fragst einmal andere Menschen, was die an dir besonders schätzen. Auf diese Weise bekommst du erste Hinweise auf deine Talente und deine Begabungen. Es ist immer das, was dir leicht fällt, was du am besten kannst, und auch am liebsten tust. Doch es ist so normal für dich, dass es dir nicht bewusst ist. Du bist damit ja bereits geborgen worden. Das ist so, als würdest du einen Fisch nach dem Wasser fragen. Der würde unverständlich den Kopf schütteln und sagen: Welches Wasser? Daher kommst du auch nicht auf die Idee, dass du daraus einen Beruf machen könntest. In unserer Leistungsgesellschaft sind wir getrimmt auf das Spektakuläre, das ganz Große und Besondere. Doch das muss nicht immer so sein. Es kann, doch es muss nicht. 

Vielleicht triffst du immer den richtigen Stil, dekorierst mit Leidenschaft und verpackst Geschenke mit großer Phantasie und Freude. Vielleicht erhältst du Komplimente, wie gut deine Kuchen oder Plätzchen schmecken, oder wie schön es bei dir zuhause ist. Für dich ist das alles „normal“. Weil das deine angeborenen Talente sind, die dir leicht fallen – egal wo und für wen du sie tust.

Ein weiterer Fallstrick – Dich mit anderen vergleichen

Ein weiterer Fallstrick beim Herausfinden unserer Begabungen und Talente ist der Vergleich mit anderen. Erst durch den Vergleich gelangt jemand zu der Meinung nichts Besonderes zu können. Daher ist es wichtig, dass du mit anderen Menschen darüber sprichst und dir anhörst, was sie an dir bewundern. 

Vielleicht kannst du besonders gut auf eine bestimmte Art und Weise kommunizieren. Vielleicht verbindest du Menschen und es entstehen ganz wundervolle Beziehungen und Projekte. Vielleicht inspirierst du andere Menschen, richtest sie mit deinen Worten auf, wenn es ihnen nicht so gut geht. Vielleicht gelingt es dir auf ganz einfache Weise mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und eine lockere Unterhaltung zu führen, vielleicht verschönerst du alles und bringst überall mehr Harmonie dorthin, wo vorher Chaos war. Vielleicht bist du eine großartige Prakmatikerin und dir fällt sofort immer etwas ein, wie du es ganz praktisch umsetzen kannst. Für dich ist dein Talent ganz normal und daher meist nicht erkennbar. 

Nimm dir Zeit und ein Blatt Papier und schreibe all die Tätigkeiten auf, die dir leicht von der Hand gehen, die du gerne tust und die andere bei dir bewundern. Lass dir dafür Zeit, vielleicht mehrere Wochen und füge immer wieder Neues dazu, wenn es dir in den Sinn kommt. So hast du nach einer Weile eine ergiebige Auflistung deiner Begabungen und Talente. Im Anschluss daran kannst du dir dann überlegen, was du aus deinen Talenten machen willst und wie du sie mit anderen teilen kannst.

Das tun, wozu du angetreten bist

Jeder Mensch trägt eine Sehnsucht oder eine Ahnung in sich, die ihn antreibt und zu der er sich zugleich hingezogen fühlt. Es ist etwas, dass ihn auch nach Niederlagen und schweren Enttäuschungen wieder aufstehen lässt. Es ist der innere Ruf, das in die Verwirklichung und Erfüllung zu bringen, wozu wir angetreten sind hier auf dieser Erde.

Sobald du dich entschieden hast, deine Begabungen zu entdecken und zu entfalten entsteht der weitere Weg im Gehen. Ganz allmählich formt sich dabei ein größeres, inneres Bild von dem Leben, das du führen willst und das im Einklang steht mit deiner Anlage und ihrer Entwicklung. Dieses innere Bild zündet deine Leidenschaft, treibt dich an und du brennst für das, was du tust. Zugleich gesellst sich der Mut zu dir. Denn wenn die Sehnsucht und der Antrieb größer sind als die Angst, entsteht Mut und dieser trägt dich zum Gelingen und in die Erfüllung. 

Während du dem inneren Ruf folgst, ernennst du dein geistig-seelisches Herz zur königlichen Beraterin. Hier ist der Sitz deiner Seele, der wahren Regentin auf deinem Entwicklungsweg. Orientierung und Führung auf die nächste Oktave deiner einzigartigen Lebensmelodie sind dein. Lass dich ein auf diese wundervolle Entwicklungsreise. 

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und dein Interesse, wenn du bis hierher gelesen hast. Gerne schreib mir deine Gedanken dazu im Kommentarfeld. Ich antworte dir gerne. 

Im 3. Teil dieser Artikelserie, schreibe ich darüber, wie du deine Motivation klärst und herausfindest, was dich von tief innen her antreibt.

Bis dahin wünsch ich dir eine wundervolle Zeit.

Ganz aktuell: 

Info-Webinar „Der Ahnenfrieden – Kraft und Weisheit aus der Herkunft

Start: 01.10.2018

4 Wiederhol-Termine im Oktober – am besten gleich anmelden und dabei sein.

Alle weiteren Informationen und Anmeldung hier.

 

 

 

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Die Ahnen – eine Quelle von Kraft und Weisheit 

 

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Schritt 1 – Der eigenen Unzufriedenheit lauschen

In der Mitte des Lebens angekommen spüren wir langsam, dass sich etwas ändert. Der Körper verändert sich und immer öfters erschrecken wir beim Blick in den Spiegel. Das Gesicht, das uns da anschaut, hat mit dem, wie wir uns da innen fühlen, nicht mehr soviel gemein. Es besteht eine Kluft zwischen uns und dem Körper und das ist gut so, das gehört mit zum Programm, damit wir endlich ganz uns selbst gehören. 

Doch für eine Weile versuchen wir am alten Ist-Zustand festzuhalten. Konnten die ersten Falten bisher gut kaschiert werden, so gelingt es immer weniger. Das Badezimmer verwandelt sich bei uns Frauen in eine Werkstatt mit vielen kleine Töpfchen und Tiegeln. Repair (engl., bedeutet reparieren) ist das Zauberwort, das uns die Jugend wieder zurück bringen soll.

Je länger wir jedoch an unserem jugendlichen Narzissmus festhalten, desto schwieriger werden die vor uns liegenden Jahre. Dabei kann die kommende Zeit zur schönsten unseres Lebens werden, wenn wir denn bereit sind loszulassen. Loszulassen von dem, wofür wir uns solange bemüht haben. Ich spreche da von unserem Status quo, von unserer ach so vertrauten Komfortzone.

Bequemes Leben im goldenen Käfig

Dieser goldenen Käfig, in dem es nur all zu bequem ist, verhindert unseren zweiten Frühling, der jetzt in der zweiten Lebenshälfte anklopft und uns frischen Schwung und eine neue Lebendigkeit verleiht, wenn wir ihn denn reinlassen. 

Je mehr wir in unser komfortablen Leben eingewachsen sind, desto größer muss die Unzufriedenheit in uns werden, damit wir uns bewegen. Mit den Repairs lässt sich zwar das physische Alter für eine Weile gut kaschieren, doch braucht es viele Ablenkungsmanöver, um auch die Impulse der Seele zu übertünchen.

Shopping und mehrere Urlaube im Jahr sorgen kurzweilig immer wieder für Ablenkung, sodass der Ruf der Seele, der als Unzufriedenheit daher kommt, nicht gefühlt werden muss. Doch überlisten lässt sie sich nicht, unsere Seele. Denn nach einer Weile meldet sie sich über den Körper mit einer Krankheit, mit der wir nicht gerechnet haben. Die Vorzeichen, die im Vorfeld da waren, wollten wir weder fühlen, noch sehen, noch hören.

Margot Käßmann, Theologin und Pfarrerin schreibt in ihrem Buch „In der Mitte des Lebens“: „Es kann passieren, dass wir in der Mitte des Lebens einfach an uns vorbei laufen. Dann ignorieren wir, wo wir stehen und machen einfach täglich weiter, und es folgt Trott auf Trott. Es bedarf eines Innehaltens. Immer wieder einmal ist sozusagen ein Stoppschild nötig, das signalisiert: Halt mal an und schau, wer du bist und wo du stehst. Und dann betritt mutig neues Land.“ 

 

Ehrlich zu sich selbst sein 

Der erste und somit auch der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Berufung ist, dass wir eine Bestandsaufnahme unserer individuellen Situation vornehmen und dabei ganz ehrlich mit uns selbst sind.

Wenn eine Unzufriedenheit vorhanden ist, dann gilt es ihr unsere Aufmerksamkeit zu schenken und ihr nachzugehen. Sie ist der rote Faden, der uns ins innere Brachland führt. Dorthin, wo unsere schlummernden, bisher nicht gelebten Talente und Potenziale liegen und darauf warten endlich entdeckt und gelebt zu werden. 

Halten wir daher inne und stellen wir uns folgende Fragen

  • Wo stehe ich? 
  • Wohin gehe ich?
  • Was sind meine Wünsche und Träume?
  • Welche Perspektiven habe ich?
  • Habe ich meine Zeit bisher richtig genutzt? 
  • Wovor habe ich am meisten Angst?
  • Was will ich wirklich für meine Zukunft?
  • Was macht mein Leben wert- und sinnvoll? 
  • Warum bin ich hier?  Was ist mein Lebenszweck?

Zugegeben, diese Fragen haben es in sich und wir tun gut daran mit ihnen eine Weile schwanger zu gehen, um die Antworten wirklich aus uns selbst kommen zu lassen. Das braucht seine Zeit. Wichtig ist allerdings, dass wir es wagen diese Fragen zu stellen. 

Ich will endlich ich selbst sein. Aber wie geht das?

Manche Frauen sind schon in der Phase, wo sie sich erlauben ihre Wünsche und Träume wahrzunehmen und sie spüren sehr deutlich, dass es da noch soviel mehr in ihnen gibt, das gelebt werden möchte. Andere haben aufgrund ihrer Geschichte zu wenig gelernt auf ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu achten und jetzt tun sie sich schwer herauszufinden, was sie wirklich wollen. Sie haben bisher immer gut funktioniert. Jetzt spüren sie, dass etwas in ihnen zu einer Veränderung drängt und eine Stimme in ihnen wird mit jedem Tag lauter und die sagt: „Jetzt bin endlich ich dran. Ich will endlich ich selbst sein.“ Aber wie geht das? Viele Frauen wissen nicht, was sie wirklich wollen. Es fehlt ihnen an neuen Perspektiven für ihren weiteren Weg und oftmals auch der Mut für einen Neuanfang. 

Eine seelische Krise zeigt uns immer an, dass etwas anderes gelebt werden will. Etwas, das uns dabei unterstützt mehr auf unseren eigenen Weg zu gelangen, damit wir das, was unsere Seele für ihre Entwicklung braucht, auch leben. Je weiter wir von diesem Weg entfernt sind, desto sinnloser erscheint uns das Leben. Ein seelisches Unwohlsein und eine innere Leere machen uns darauf aufmerksam, dass uns etwas Wichtiges fehlt. 

Die Impulse der Seele halten an

Sie verstummen erst, wenn wir uns entscheiden dem inneren Ruf zu folgen, uns zu unserer Berufung und damit verbunden zu unserer Lebensaufgabe bekennen und sie auch verwirklichen. Es braucht ein beherztes Bekenntnis zum Traum unserer Seele und dann gilt es sich auf den Weg zu machen. Dabei entfesseln wir die noch schlummernden Potenziale, entfalten unsere Talente und unsere schöpferischen Kräfte. Zusammen mit unserer innersten Sehnsucht und Motivation schenkt uns das tiefe Erfüllung.

Wir Frauen 45+ dürfen in der zweiten Lebenshälfte mehr vom Leben einfordern als bisher.  Dabei geben wir unsere falsche, weil angstgetriebene Bescheidenheit einfach auf und setzen uns an die erste Stelle. Wir entwickeln einen gesunden Egoismus. Lernen uns auf eine gesunde Weise abzugrenzen und auch mal nein zu sagen, wenn es wieder einmal darum geht die Bedürfnisse der anderen über unsere zu stellen. 

Um die zweite Lebenshälfte erfüllt zu leben, müssen wir für uns selbst und unsere Wahrheit einstehen und uns damit zeigen. Kein sich verleugnen mehr, kein sich verhalten aus Angst davor, was die anderen denken und sagen werden. Stattdessen sind wir endlich einverstanden mit uns selbst, und bekennen uns kompromisslos dazu. Ob die anderen uns verstehen, oder nicht, ob es ihnen passt oder nicht. 

All das ist plötzlich nicht mehr wichtig und das einzige, das wirklich wesentlich und wichtig ist, ist das Ich-selbst-sein.

Danke für deine Aufmerksamkeit und deine Zeit, wenn du bisher gelesen hast. Im nächsten Beitrag schreibe ich über den 2. Schritt auf dem Weg die eigene Berufung zu finden. Und dabei geht es darum die eigenen Talente und schöpferischen Kräfte zu entdecken.

Ich freue mich, wenn du wieder reinliest und mir ggf. auch deine Gedanken dazu im Kommentarfeld hinterlässt. 

Ganz aktuell:

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24.-28. September 2018

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Die 3 größten Hindernisse auf dem Weg zur Berufung

About Bianka Maria Seidl

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“Sei die Wertschätzung, die du in der Welt sehen willst”

Der derzeitige Bewusstseinswandel erwirkt die Renaissance des weiblichen Prinzips und seiner Qualitäten und Werte auf der nächsten Ebene der Evolution. Darüber habe ich in meiner 3-teiligen Artikelserie „Die Renaissance der weiblichen Kraft“ ausführlich geschrieben.

Wenn wir uns wieder vermehrt nach Qualität statt Quantität (männliches Prinzip) ausrichten, entsteht dadurch ein neues Werte-Bewusstsein, das der Wertschätzung voraus geht. Denn erst wenn ich etwas einen Wert beimesse, kann ich diesen Wert auch schätzen.

Dem Wesen einen Wert beimessen

Einen Menschen wertschätze ich dann, wenn ich seinem Wesen einen Wert beimesse und zwar einfach für sein Sein. Das fällt schwer in einer Gesellschaft deren Werte überwiegend leistungsorientiert sind. Hier finden wir ausschließlich Anerkennung und Lob und daher verwechseln viele dies jetzt auch mit Wertschätzung.

Wertschätzung gründet auf einer inneren Haltung dem Leben gegenüber, das seinen Ausdruck in der Natur und in den Lebewesen findet. Der Mensch reiht sich hier ein – ob es im passt oder nicht. Daher beginnt Wertschätzung beim Leben selbst. Doch es braucht Zeit, bis diese alten, immer noch wirksamen Strukturen in der Gesellschaft sich wandeln.

Eine weitere Qualität des weiblichen Prinzips ist die Verbundenheit mit der Gemeinschaft, mit der Natur. Das Wesenhafte lässt sich nur sehr begrenzt rein kognitiv wahrnehmen. Vielmehr braucht es hier einen intuitiven Zugang, ein Hinspüren und Einfühlen.

3 Stufen im Bewusstwerdungsprozess

Die Qualität der Wertschätzung will erlernt werden in einem Bewusstwerdungsprozess, der in der Regel drei Stufen durchläuft. In der ersten Stufe geht es um das Verstehen, also die kognitive Ebene. In dieser Phase wird viel geschrieben und diskutiert über das Thema. So wie wir es gerade hier mittels dieser Blogparade tun.

In der zweiten Phase will das, was verstanden wurde, gefühlt werden, um ganzheitlich erfasst werden zu können. Es braucht hier ein Wahrnehmen auf der Gefühlsebene, um dem Wesen und damit verbunden dem Wesentlichen einen Wert beimessen und es wertschätzen zu können.

In der dritten und letzten Phase kann der Mensch dann das, was er versteht und auch fühlt, sein. Im Sinne von Mahatma Gandhi können wir sein Zitat „Du musst selbst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst“ abwandeln in „Du musst selbst die Wertschätzung sein, die du in der Welt sehen willst“.

Selbstwert – Grundlage für Wertschätzung

Doch viele sind auch vom Verstehen wollen erstmals noch weit entfernt. Denn wer in seiner Kindheit für sein Wesen nicht geliebt und wertgeschätzt, stattdessen nur für Leistung gelobt und anerkannt wurde, dem mangelt es oftmals an einem gesunden Selbstwertgefühl und so verzieht sich dieser Mensch immer mehr in die Regionen seines Verstandes und erfährt hier die Welt rein kognitiv. In der Begegnung bewertet dann der Verstand das Augenscheinliche des Gegenübers, seine Leistungen, seine Kompetenz, seinen Status und verhindert dadurch ein echtes Anteilnehmen und Einlassen – eben eine Begegnung, die berührt und bereichert auf vielen Ebenen. Auf diese Weise wird das Wesen nicht wahrgenommen und somit auch nicht wertgeschätzt.

Wie oben schon erwähnt, beginnt Wertschätzung beim Leben, bei dem, was uns atmen und unser Herz schlagen lässt und dann bei uns selbst. Hierfür braucht es die Liebe zum Leben und zu sich selbst. Wir tun daher gut daran weniger auf die zu schauen, für die Wertschätzung noch eine Worthülse ist, die sie sich auf die Fahne schreiben, oder die sich gut in der Unternehmensbeschreibung macht, weil es gerade hipp ist.

Vielmehr sollten wir auf uns selbst schauen, darauf, dass wir fühlen, was wir bereits verstanden haben, damit wir es eines Tages auch wirklich sein können – damit wir dabei authentisch sind, wenn wir wertschätzend leben.

Wertschätzung – die neue krisensichere Währung

Bis es soweit ist, dass Wertschätzung auf kollektiver Ebene gelebt wird, werden noch einige Jahrzehnte vergehen. Dennoch sind wir auf dem richtigen Weg. Und dass dieser Begriff jetzt missbraucht wird, das sollte uns dennoch nicht davon abhalten unseren Weg unbeirrt weiter zu gehen und der Wertschätzung als neue, krisensichere Währung, zu einer festen Verankerung  im Bewusstsein der Gesellschaft zu verhelfen.

 

Dieser Artikel entstand als Beitrag zur Blogparade rund um die Thematik „Wertschätzung in der Wirtschaftswelt“ von  Martina Baehr im Jahr 2016.

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Sich den neuen Luxus leisten und zu sich selbst und zum Wesentliche finden

“Aufstehen, Straßenbahn, Büro, Essen, Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das Warum da, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an.”
Albert Camus, “Der Mythos von Sisyphos“

Eines Tages stellte sich der Schweizer Swissair-Manager Rolf Dobelli, er war gerade 35 geworden, eine einfache Frage: Was gefällt mir am besten an meinem Job? Er fand keine Antwort. Also änderte er die Frage: Was gefällt mir überhaupt an meinem Job? Worauf er zu dem Schluss kam: Nichts Spezielles. Eigentlich gar nichts. Dobelli setzte sich hin und schrieb zwei Sätze aufs Papier, die ihm gerade in den Sinn kamen und auf Anhieb einleuchtend und richtig erschienen: “Die meisten Menschen sind irgendwie und irgendwo in einen Beruf hineingefallen – wie auf einen dummen Scherz. Und nun finden sie ihn spannend oder nicht.”

Das war das Ende von Rolf Dobellis Angestelltenkarriere. Er kündigte seinen Job als Chef einer Swissair-Tochter und verwirklichte seinen Lebenstraum. Dabei stellte er das, was ihm schon immer wichtig war in den Mittelpunkt: Bücher. Er gründete das Unternehmen GetAbstract, ein Internet-Unternehmen, das Zusammenfassungen von Wirtschaftsbüchern vertreibt. So weit kann es kommen, wenn wir es uns erlauben essenzielle Fragen zu stellen und uns nicht davor scheuen, ehrliche Antworten darauf zu finden. Was erfüllt uns wirklich, wenn Geld und Status auf Dauer nicht wirklich glücklich machen?

Große Träume und Inspiration braucht der Mensch

Gibt man bei Google die Frage “Was wünschen sich die Deutschen” als Suchbegriff ein, stehen ganz vorne Antworten wie “Der Großteil der Bevölkerung wünscht sich einen sicheren Arbeitsplatz und Gesundheit”, “Die Deutschen wünschen sich ein neues Auto” oder “einen größeren Flachbildschirm”. Das sagt alles. Das Wirtschaftsmagazins brandeins verwies diesbezüglich bereits 2006 in seiner Dezemberausgabe in einem Artikel auf die Gebrüdern Grimm. In deren Märchen wird mit den Wunschlosen abgerechnet, hingegen werden Helden belohnt, die sich anderen gegenüber grosszügig verhalten, mitfühlend sind und in ihren Wünschen nicht nur daran denken, wie sie ihren eigenen Hals vollkriegen. Damit all diese nicht nur fromme Wünsche bleiben, müssen die Helden noch etwas können, das Allerwichtigste: Sie müssen wissen, was sie wollen. So geraten sie nach guten Taten an eine gute Fee. Die ist eine harte Richterin, der sich die Helden stellen müssen. Drei Wünsche, wenn ich bitten darf, und wenn´s geht, ein bisschen dalli! Was sagt man da? Noch ein Haus? Noch ein Auto? Eine Insel?

Wäre man Grimms guter Fee mit so etwas gekommen, hätte sie wohl das Lexikon gezückt. Pass mal auf: Ein Wunsch, mein Lieber, ist “ein Begehren, oder Verlangen nach einer großen Sache oder einer Fähigkeit, ein Streben oder zumindest die Hoffnung auf eine Veränderung der Realität oder das Erreichen eines wichtigen Zieles für sich selbst oder für einen anderen”. Alles klar? Also los, noch mal. Wünsch dir was!
Was sollen wir uns also wünschen? Friede, Freude, Eierkuchen oder so? Nein ein wenig genauer muss das schon sein. Was wünschen wir uns tief in unseren Herzen? Wonach sehnen wir uns wirklich und wann raffen wir uns auf und überwinden unsere Bequemlichkeit und Trägheit?

Leid und Visionen sind Treibstoff für Entwicklung und Entfaltung

Sowohl Leid als auch Visionen sind Treibstoff für menschliche Entwicklung und Entfaltung. Wir haben die freie Wahl. Wenn wir den alten Kreisläufen weiterhin frönen, werden wir weiterhin das bekommen, was wir immer bekommen haben, ohne dass es uns erfüllt. Aus diesem Mangel an Erfüllung heraus schaffen wir neue Mangelwelten. Aus dem Zustand der Erfüllung heraus kreieren wir Fülle, wie es uns die Natur vormacht. Deshalb: Lasst uns zur Besinnung kommen und dem Wahnsinn einer unerfüllten Hetze durch das Leben ein Ende setzten. Wir brauchen große Wünsche und Lebensträume. die uns aufrichten und uns und anderen Inspiration, Kraft und Zuversicht für außerordentliche Taten verleihen. Doch aufgepasst auf den Verstand! Visionen und Lebensträume sind nicht zu verwechseln mit großen, mentalen Zielen, die wiederum nur ein Konstrukt des rationalen Verstandes sind und denen es deshalb an magnetischer Anziehungskraft und Inspiration fehlt. Einem Strohfeuer gleich ist deren Wirkung, wohingegen Visionen und Lebensträume einem Leuchtturm gleich Klarheit, Orientierung und Lebensfreude schenken.

Leer werden um zu schöpfen

In einer Zeit, in der die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten so groß wie nie zuvor sind, können viele die Chancen nicht wahrnehmen, weil alte Programme, alte Verhaltensweisen und Konditionierungen sie in ihrer bisherigen Lebensweise festhalten. Schauen wir uns um bei erfolgreichen Erfindern und Wirtschaftsführern, so stellen wir fest, dass diese sich schon früh von solch begrenzenden Banden befreit und ihr kreatives, schöpferisches Potenzial entfaltet haben. Umfragen unter ihnen haben ergeben, dass sie ihre Visionen zum größten Teil in Phasen größter Entspannung, nicht durch Prozesse intensiven, logischen Nachdenkens und Planens, empfangen haben. Es geht also darum die Stress-Spirale zu verlassen und in die Entspannung zu finden. Doch genau hier liegt die größte Hürde. Viele Führungskräfte und leitende Angestellte wollen nicht zur Ruhe kommen, weil sie sich dann auf sich selbst einlassen müssten und vor dieser Begegnung haben viele Angst. Gut versteckt hinter Show und Glamour herrscht in der Wirtschaft die Angst überwiegend unter den Männern. Der Grund? Die Rolle des Mannes ist stark im Wandel begriffen. Viele befürchten überflüssig zu sein, oder zu werden. Echtes Vertrauen in sich selbst fehlt. In der Ruhe werden diese “weggesteckten” Dinge spürbar. Doch genau hier liegt die große Chance, die Stressgeplagte aus der Sinnkrise führen kann.

Während der Held in den Märchen auszieht, um sein Glück zu finden, kehrt der Held der neuen Zeit ein und tritt die Reise in seine Mitte an. Bei dieser Selbsterkundung trifft er auf Wegelagerer, Vampire und sonstige Schattengestalten, die seine begrenzenden Glaubenssätze, Muster und Programme darstellen. Sie hocken auf seinen inneren Schatztruhen und verhindern die Entfaltung seiner noch schlummernden Potenziale. Die unerlösten Angelegenheiten müssen also erkannt und gelöst werden.

Aus der Fülle des wunschlosen Seins heraus

Vor knapp zwanzig Jahren habe auch ich mich auf diesen inneren Weg gemacht. Welchen Hindernissen und Herausforderungen, aber auch glückhaften Segnungen ich dabei begegnet bin, das habe ich ausführlich in meinem Erstlingswerk  „Die Zeit ist reif …!“ sehr ausführlich beschrieben. Erst in einem völlig entspannten Sein, ist es möglich eine Vision zu schöpfen, die weit über das hinausreicht, was sich der begrenzte Verstand ausdenken kann. Hans Jecklin, ein bekannter Schweizer Unternehmer, beschreibt dies in seinem Buch “Wirtschaft wozu?” so: „Aus einer inneren Leere an Vorstellungen, in der Fülle wunschlosen Seins, kann uns eine Vision “zufallen”. Visionen schöpfen aus dem Bewusstsein der Unbegrenztheit, aus unserem Einssein mit allem was ist, aus einer Vollkommenheit, die nicht von uns selbst zu trennen ist.”

Im Kern unseres Seins sind wir schöpferisch und weise und wissen um die Verbundenheit mit allem. Die Reise nach innen anzutreten erfordert Mut. Mut, sich selbst in vielen Facetten zu begegnen. Der Lohn des neuen Helden ist Erfüllung bei seinem selbstbestimmten Tun, bei der Verwirklichung seines ureigensten Lebenstraumes.

Sich den neuen Luxus leisten

Im Wissenszeitalter, indem sich Zeit und Raum immer mehr verkürzen und wir mit einem Mausklick am anderen Ende der Welt sein können, besteht der neue Luxus darin, sich Zeit und Raum für das Wesentliche zu nehmen, die Aufmerksamkeit darauf zu richten und es in einem starken Fokus zu halten. Die Zeit ist reif für Visionen, die Kraft und Inspiration freisetzen und zur Entfaltung unseres höchsten Potenzials führen. Leisten wir uns das.

Nachfolgend findest du 13 Fragen. Stelle sie dir über einen Zeitraum von 30 Tagen – jeden Tag. Beantworte diese Fragen schriftlich und notiere alles, was dir dazu einfällt, streiche durch, was dir unstimmig erscheint. Am Ende schreibe in positiver Form (keine Verneinungen, keine Un-Wörter) und in der Gegenwart deine Erkenntnisse und Antworten in Form eines Manifests mit Datum und Unterschrift.

Lese es für weitere 30 Tage jeden Abend vor dem Einschlafen durch und leg es anschließend unter dein Kopfkissen. Das ist „Nightlearning“, eine schamanische Praktik, die sehr effektiv ist. Wenn du das für dreißig Tage durchziehst, beweist du dir damit, dass du einen Unterschied machst und hast bereits wichtige Schritte in Richtung Veränderung hin zum Wesentlichen getan.

Hier die 13 Fragen

  • Was erfüllt mich wirklich? 
  • Was habe ich dieser Welt zu geben, das mir große Freude bereitet?
  • Wie sieht die höchste Vision meiner selbst aus?
  • Wer kann/will ich sein? 
  • Wie fühlt sich das an? 
  • Bis wann werde ich es erreicht haben bzw. sein?
  • Was hat mich bisher davon abgehalten? – meine 5 stärksten Ausreden
  • Wer oder Was hält mich immer noch ab? … und ist das wahr?
  • Welchen Preis bin ich bereit zu bezahlen für ein erfülltes Leben? 
  • Wovon müsste ich Abstand nehmen oder es gänzlich loslassen? 
  • Was müsste ich in Angriff nehmen?
  • Wer sind meine Wegbegleiter, die mich auf dem neuen Weg ermutigen und bestärken, wenn ich mal schwach bin? 
  • Was kostet es mich, wenn ich nichts verändere und alles beim Alten bleibt? 

Wagen wir es Abschied zu nehmen vom Überdruss und von der Hetze. Trauen wir uns, die Grenzen unserer alten Komfortzonen zu überschreiten, um neue, erquickendere Erfahrungen zu machen und uns wieder lebendig und voller Elan zu fühlen. Finde wir vermehrt Zeit für uns selbst und erforschen wir unsere tiefste und größte Sehnsucht. Schenken wir ihr Raum, so dass sie größer wird als unsere Angst und den erforderlichen Mut auf den Plan ruft, der uns die Tore hinein in erweiterte Lebenskreise beherzt öffnen lässt, hinein in ein erfülltes und großartiges Leben.

 

Vielen Dank für Deine Zeit und Aufmerksamkeit, wenn du bisher gelesen hast. Vielleicht haben dich meine Worte berührt und dazu angeregt weiter darüber nachzudenken. Dann freu mich das und meine Zeilen haben ihren Zweck erfüllt.

In herzlicher Verbundenheit

Bianka Maria

P.S.

Für den Fall, dass du dich intensiver mit dir und der Frage was du wirklich willst beschäftigen willst, gibt es dazu hier eine gute Gelegenheit zu der ich dich herzlich einlade.

5-Tage-Challenge – In 5 Schritten herausfinden, was du wirklich willst
24. – 28. September 2018


Alle wichtigen Infos und Möglichkeit zur Anmeldung findest du hier oder klicke einfach auf das Bild.

 

 

 

About Bianka Maria Seidl

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Warum Frauen in der Lebensmitte dem inneren Ruf oftmals nicht folgen

 

Um die Lebensmitte fragen sich viele Frauen was sie mit dem Rest ihres Lebens anfangen sollen. Einer inneren Unzufriedenheit folgend, stellen sie vieles in ihrem aktuellen Leben infrage. Fragen nach dem Lebenssinn, dem Lebenszweck und dem Lebensziel tauchen auf und machen nachdenklich. Wofür lohnt es seine Zeit und Kraft zu investieren? Vor allem Frauen, die sich mit geistig-seelischen Inhalten beschäftigen wollen mehr, als nur die eigene Existenz zu sichern. Tief in ihnen sitzt angeboren der Wunsch nach Selbstverwirklichung, danach die eigene Individualität und ihre Werte mehr und mehr in den Ausdruck zu bringen und zu leben. 

Die persönliche Freiheit und die Möglichkeiten sind unendlich groß und so geht es vordergründig nicht mehr darum einen Beruf zu finden, der die Existenz sichert, sondern darum sich selbst weiter zu entwickeln und sich zu entfalten. Es gilt die eigenen Begabungen zu entdecken, sie zu entfalten und in ihnen die damit verbundenen Auf-Gaben zu erkennen und sie in die Gesellschaft einzubringen. Die steigende Lebenserwartung wirkt hier förderlich und unterstützend.

Berufung zu finden und zu leben ist mitunter eines der höchsten Ziele, die wir haben können und die Chancen stehen in der zweiten Lebenshälfte dafür sehr gut. Wenn Frauen sich auf diesen Weg machen wollen, ist es von großem Vorteil die 3 größten Hindernisse zu kennen, für den Fall, dass sie den eingeschlagenen Weg behindern. Das erleichtert die Sache allemal. 

Hindernis Nr. 1

Die Macht des kollektiven Bewusstsein

Hören wir uns in der normalen Berufswelt um, so wird jemand, der die Vierzig überschritten hat bereits gedanklich und auch sprachlich auf den Ruhestand hingewiesen. Das geht bereit seit einigen Jahrzehnten so und es hat sich fest in den Köpfen der meisten Menschen eingeprägt. Viele halten sich daher zum „alten Eisen“ gehörend, wenn sie die Fünfzigergrenze überschritten haben. Altwerden wird in vielen Köpfen sofort mit Einsamkeit, Isolation, Altersarmut, Pflegefall, Altersheim und Demenz in Verbindung gebracht. Es gibt zu wenige positive Vorbilder für ein gesundes Reifen und Altern. 

Doch das muss nicht sein. Denn eine Frau, die heute fünfzig Jahre alt ist, hat einen Körper der dieses Alter erreicht hat. Doch was sagt das aus? Schließlich sind wir auch Geist und Seele. Leben wir bereits vermehrt aus dem Herzen heraus, dann haben wir uns die Jugend im Herzen bewahrt oder auch wieder geholt. Dann ist auch unser Geist neugierig und offen allem Neuen gegenüber. 

Wir brauchen daher eine neue Einstellung hinsichtlich des Älterwerdens, abseits vom Mainstream-Denken. Diese neue Einstellung muss von innen kommen, von der Frau selbst, von der Art, wie sich die Frau fühlt, welche Sehnsucht sie im Herzen trägt, welche Potenziale noch in ihr schlummern und wie viel Lebenshunger und Lust auf Lebendigkeit noch in ihr vorhanden sind. 

Hat sie das Leben bereits vollends ausgekostet? Wenn nein, dann gilt es zu forschen und im Inneren zu lauschen und den leisen Regungen des Herzens Gehör zu schenken. Hier ist der einzig wahre Maßstab für Glück und Erfüllung zu finden. Und hier und nur hier lohnt es sich tiefer zu graben, bis die inneren Ressourcen entdeckt sind und zu sprudeln beginnen als sich erneuernder Lebensquell.

Hindernis Nr. 2

Gespenster im Kopf – Ängste, Zweifel und Befürchtungen

Zwischen dem Wunsch und dem Tun braucht es das Wollen und eine Entscheidung dafür. Viele Frauen wagen noch nicht diesen Weg zu gehen. Warum ist das so? Nun, es ist gerade mal 50 Jahre her, dass Frauen selbst bestimmen dürfen, ob sie in die Arbeit gehen wollen oder nicht. Bis 1977 hatte dieses Recht der Ehemann. Er konnte sowohl über das Geld der Frau als auch über ihre Berufstätigkeit entscheiden. Und so hatte die Frau, in ihrer Mutter kein positives weibliches Vorbild im Hinblick auf die eigene Selbstverwirklichung. Vielmehr haben sich Frauen über Jahrhunderte hinweg verleugnet, zumeist ihre Bedürfnisse hintan gestellt und sich in eine angstgetriebene Bescheidenheit begeben.

Das, was Frauen wirklich abhält das zu tun, was sie sich zutiefst in ihrem Inneren wünschen, sind die Gespenster in ihren Köpfen. Hier eine kleine Auswahl, was diese Hirn-Gespenster ihnen so flüstern:

  • Das klappt ja doch nicht!
  • Das kann ich mir finanziell nicht leisten!
  • Dafür bin ich schon zu alt!
  • Dafür fehlt mir die Zeit!
  • Darin habe ich überhaupt keine Erfahrung!
  • Das schaffe ich nie!
  • Was würde mein Mann/Familie dazu sagen?
  • Was denken denn da die anderen?
  • Damit mache ich mich höchstens lächerlich!
  • Dazu fehlt mir die Begabung!

Die geprägten Gefühle aus der Herkunft, dem Elternhaus oder auch von den Ahninnen in de Sippe, stecken tief in den Knochen und bestimmen noch heute das Verhalten vieler Frauen.

 

Unsichtbare Bande halten in der Komfortzone fest

Ich selbst habe jahrelang unter diesen Hirn-Gespenstern gelitten, ohne dass ich eine Ahnung davon gehabt hätte, das ich da etwas ändern kann. Vielmehr habe ich mich noch mehr angestrengt und mich oftmals auch verausgabt. Bis ich dann vor knapp zwanzig Jahren erkannte, dass die Hinternisse in mir liegen und sich auch mit noch so großer Willenskraft nicht lösen lassen.

So hat mich das Leben an den Punkt gebracht, wo ich begann eine 180°-Drehung zu machen und meine Aufmerksamkeit vermehrt nach Innen zu lenken und mich all diesen unerlösten und unerhörten Anteilen in mir zu stellen, sie anzunehmen und so Integration und Heilung zu erfahren. Auf diesem Weg habe ich mein inneres Kind geheilt und meine Wurzeln, die Verstrickungen mit meinen Ahnen, gelöst. Heute begleiten mich ihre Stärken und ihre Weisheit auf meinem ureigensten Weg. Und seit einigen Jahren teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen diesbezüglich im Coaching, bei Seminaren und in Online-Kursen .

Hindernis Nr. 3

Angst vor der eigenen Courage und der eigenen Größe

Ein weiterer Hindernis auf dem Weg zur Berufung ist die Angst vor der eigenen Courage und der eigenen Größe. Frauen sind von ihrer Natur her auf Verbindung aus. Doch Erfolg schafft oftmals Neid und Missgunst und dem wollen Frauen sich nicht aussetzen. Sie haben Angst die Zugehörigkeit zu verlieren, nicht mehr „everybodies Darling“ zu sein. Und so stellen sie ihr Licht oftmals unter den Scheffel, um ja die Aufmerksamkeit nicht auf sich zu ziehen und als „abgehoben“ oder „spinnert“ dazustehen. Schließlich rief das Erziehungsprogramm ja immer dazu auf anständig, bescheiden und brav zu sein.

Wenn dann manche Frauen sogar einmal den ersten Schritt wagen, eine Selbstständigkeit mit ihrem Herzensbusiness, ein Buch schreiben, oder ein geniales Konzept für ein soziales Projekt erstellen, machen sie oftmals die nächsten Schritte nicht. Sie erliegen ihren Hirn-Gespenstern und alles bleibt beim Alten.

Das Sicherheitsbedürfnis ist hoch, die Risikobereitschaft gering und so werden Frauen zu lustlosen Verwalterinnen ihres Status quos. Der Preis, den dieser goldene Sicherheitskäfig fordert ist hoch. Der Verlust an Lebensfreude und damit einhergehend an Lebenskraft, beschleunigt den Alterungsprozess und es droht ein frühzeitiges Erschlaffen. Frustration schleicht sich ein und damit einhergeht auch der Verlust der Selbstachtung. Beim Blick in den Spiegel schauen Frauen oftmals in ein unerfülltes und unglückliches Gesicht.

Der göttlichen Berufung zu folgen bringt das Großartige in uns hervor

Dafür werden wir im Leben vorbereitet und diese Schleifzeit findet in den Jahren zwischen 30 und 50 statt. In dieser Phase erfahren wir Verluste, erleben Enttäuschungen und manche scheitern, sei es in der Ehe oder auch im Beruf. Die Schleifprozesse, die wir alle schon erfahren haben, haben der Vorbereitung gedient für die Phase, die jetzt vor uns liegt. 

Voraussetzung dafür ist, dass wir die Vergangenheit abgeschlossen und losgelassen haben. Nur so wandelt sich Wut in Macht und Kraft, wird aus Angst Mut zum Tun und Scham und Schuld wandeln sich in Freizügigkeit und Unschuld. 

Karl Pilsl, Menschenspezialist und Visionär, schreibt in seinem e-Book Die Faszination der zweiten Lebenshälfte: „In allen Kulturen, Religionen oder Ländern, in denen die Frauen unterdrückt werden oder wurden, gibt/gab es keinen wirklichen Wohlstand. Denke mal darüber nach. Ganz einfach deswegen nicht, weil auf die wunderbaren Fähigkeiten von Frauen verzichtet wird und daher nur die Potenziale der Männer zum Einsatz kommen. Mit viel weniger guten Ergebnissen, als wenn diese wunderbare Kombination von Frauen und Männern auch im Bereich der Fähigkeiten ausgelebt werden würde und nicht nur im körperlichen Bereich. 

Stell dir vor, was passieren würde, wenn auch die Frauen all ihre Fähigkeiten so richtig in Form von Problemlösungen verfügbar machen könnten. Wenn Frauen über 45 so richtig aufblühen würden, weil man ihnen dafür auch die Plattform bietet und sie dadurch Möglichkeiten vorfinden, die sie bisher in unserer Gesellschaft nicht hatten. Stell dir vor, wie unser Land aufblühen würde, wenn wir alle – Frauen und Männer – jenseits von 50 nochmals so richtig aufblühen und unsere ganzen Potenziale – richtig miteinander verbunden – der Menschheit widmen könnten. Ein gewaltiger Gedanke. Wir sollten etwas gemeinsam dafür tun.”

Aus- und Aufbrechen wie ein frischer Sproß im Frühling

Wir Frauen in der Lebensmitte haben aufgrund einer viel höheren Lebenserwartung noch circa fünfzig Jahre, um dem inneren Ruf zu folgen und dadurch Erfüllung zu erlangen. Statt uns weiterhin den Normen der Gesellschaft zu beugen, können wir unsere natürlich Veranlagungen und Stärken nutzen. Die Fähigkeit uns zu verbinden, uns mit Gleichgesinnten in einer Gruppe oder in einer Gemeinschaft zusammen zu tun hilft dabei Bestärkung und Ermutigung auf dem individuellen Weg zu erfahren. 

Selbstverwirklichung ist eine Entwicklung hin zu sich selbst und hierfür gilt es den goldenen Käfig zu verlassen und sich den Widersachern zu stellen und sie zu überwinden. Wer Neues ausprobiert, entdeckt sich dabei neu und weckt bislang schlafende Potenziale. Auf diese Weise kehrt das Leben wieder zurück und schenkt neue Kraft und vor allem Lebendigkeit. Wie im Frühling brechen neue Keime ans Licht und es gilt sie zu nähren und zu pflegen bis zur Blüte, damit die Früchte im Herbst des Lebens reich und mannigfaltig geerntet werden und eine bislang nicht gekannt Fülle schaffen. All das entspringt einem natürlichen Kreislauf, der uns Frauen so nahe ist, weil wir dafür geschaffen wurden.

Wagen wir es daher dem Ruf des Lebens an uns zu folgen und uns neu zu entdecken. Wir sind die, auf die wir gewartet haben!

 

Danke für deine Aufmerksamkeit und deine Zeit, wenn du bisher gelesen hast.

In Freiheit im Herzen verbunden

Bianka Maria

 

Ankündigung: 

Kostenfreie 5-Tage-Challenge
In 5 Schritten herausfinden was du wirklich willst
24.-28. September 2018

Alle weiteren Informationen und Anmeldung hier.

 

Außerdem:

Weitere Infos dazu gibt es hier.

 

Vielleicht auch interessant für dich – ein weiterer Blogbeitrag, den ich kürzlich veröffentlicht habe.

Gewohnheiten durchbrechen – wieder lebendig sein

 

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Ich sitze zwischen zwei alten Eichen auf einem Hochsitz circa acht Meter über dem Erdboden. Weit und breit um mich Natur wie in einem großen Bilderbuch. Es ist neun Uhr morgens. Gezwitscher, Gezirpe und Geträller ergeben ein Konzert der besonderen Art. Ein sanfter Wind umspielt mich, während ich hier im Schatten der Blätter diese Zeilen schreibe. Der Himmel ist azurblau und es ist einer jener Morgen, die durch ihre Klarheit bezaubern. Ich habe den Hochsitz von Weitem gesehen. Umgeben von einer riesigen Wiese, das Gras meterhoch.

Für einen kurzen Augenblick hatte ich den Impuls, oben auf dem Hochsitz schreiben zu wollen. Doch der bevorstehende Gang durch das meterhohe Gras ließ mich zunächst davon abkommen. Innerlich sagte ich zu mir selbst: „Ja, wenn da jetzt eine Schneise wäre, ein Weg, der zu diesen beiden Bäumen und dem Hochsitz führt, dann würde ich meinen Wunsch in die Tat umsetzen.“ Ich beobachtete mein Gedankenspiel und lächelte innerlich über meine Ansprüche. So ging ich am Wiesenrain entlang und spähte verstohlen nach einem Trampelpfad, der mich vielleicht doch noch zu dem himmlischen Platz führen würde. Ich gelangte schließlich an das Ende der Wiese, wo ein paar Büsche den Rand säumten. Als ich daran vorbeigegangen war, eröffnete sich mir eine breite abgemähte Spur, die direkt zum ersehnten Platz führte. Ich war berührt, freute mich sehr und sitze nun dankbar hier und schreibe über das Brechen mit Gewohnheiten.

 

Die Gewohnheit ist der Feind der Lebendigkeit

Gewohnheiten geben dem Unsicheren Halt und die Illusion von Beständigkeit. Der Verursacher der Gewohnheit ist das Ego, das um seine Sicherheit, um seinen Erhalt ewig bangt. In der Gewohnheit ist alles vertraut – bleibt alles beim Alten. Veränderung und Wandel sind ihre Gegenspieler. In der Gewohnheit müssen wir uns auf nichts Neues einlassen – können so bleiben, wie wir sind. So kann unser Scheinselbst weiter bestehen bleiben. In der Gewohnheit haben wir alles unter Kontrolle. Es gibt nur Bekanntes und Vertrautes.

 

Leben bedeutet Wandel und Veränderung. Leben bedeutet Entwicklung, spiralförmige Bewegung, Form schaffende Dynamik.  Es bedeutet zu wachsen und den innersten Kern in die wesensgemäße Entfaltung zu bringen. Gewohnheit kommt einem Laufen im Kreise gleich. Sie hält uns in unserer Trägheit, in unserer Komfortzone gefangen und verhindert, dass wir unsere wahre Identität entdecken. Es gibt unendlich viele Gewohnheiten. Sie sind zum einen eine Art Ersatzbefriedigung für die ungelebten und verdrängten Wünsche und Hoffnungen, zum anderen bieten sie Schutz vor dem Leben, vor der Veränderung.

 

Wir unterscheiden zwischen guten und schlechten Gewohnheiten. Die guten werden meist nie hinterfragt, warum auch? Die schlechten hingegen führen uns oft in eine Abhängigkeit und erzeugen ein schlechtes Gewissen, wenn klar wird, dass sie uns schaden. Einige dieser schädlichen Gewohnheiten blockieren regelrecht den Weg in ein befreites Sein. Ähnlich einer Schallplatte, die einen Sprung hat, wiederholt sich hier alles. Die Platte hängt.

 

Je bewusster wir sind, desto schneller erkennen wir, dass unsere Gewohnheiten ein kräftiges Auf-der-Stelletreten hervorrufen. Egal, ob es das abendliche Fernsehen, der Stammtischbesuch oder der wöchentliche Sonntagsspaziergang ist. Es gibt aber noch weitaus subtilere Gewohnheiten aus dem Reich unserer Psyche, wie beispielsweise die Gewohnheit, Dinge auf die lange Bank zu schieben, Entscheidungen anderen zu überlassen, immer alles alleine tun zu müssen.

 

Das Blickfeld erweitern – mehr vom Leben einladen

Es gibt viele Gewohnheiten in unseren Handlungen und noch mehr in unseren Ansichten und Einstellungen.  Letztere bedeuten, dass ich meinen Fokus wie bei einem Fotoapparat auf einen bestimmten Blickwinkel eingestellt habe. Je nach Art der Einstellung kann dieser weit oder eng, unscharf oder scharf sein. Ein enges Blickfeld zeigt mir nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was ist. Es geht einher mit Intoleranz, Angst vor der Andersartigkeit, mit einer gewissen Sturheit und Unbeweglichkeit.  Das Leben verläuft zum größten Teil auf eingefahrenen Gleisen und in gewohnter Weise. Das, was im Außen passiert und geschieht, ruft Reaktionen hervor. Automatismen sind an der Stundenordnung. Viele dieser Einstellungen sind geschlechts- und kulturspezifisch einfach übernommen worden. Die Zeit ist reif, sie zu hinterfragen. Warum tun wir das, was wir tagtäglich tun? Warum sagen wir Dinge, die wir nicht so meinen, warum denken wir so über eine Angelegenheit, einen anderen Menschen?

 

Gewohnheiten wahrnehmen und durchbrechen

Mache dir eine Liste über deine Gewohnheiten. Beobachte dich einige Tage, vielleicht auch Wochen und notiere, was dir auffällt. Dann beschäftige dich mit jeder einzelnen Gewohnheit. Nimm Stellung dazu. Frage dich selbst, ob dir diese Gewohnheit dienlich ist. Vertraue darauf, tief in dir findest du die Antworten auf alle deine wichtigen Fragen. Wenn du dich ganz auf dich einlässt, wirst du wissen, was für dich förderlich oder behindernd ist. Wenn du dann herausgefunden hast, dass es mehrere Gewohnheiten gibt, die dir nicht mehr gut tun, dann ordne sie nach Priorität von 1-10, z.B. so: Die Gewohnheit mit der Zahl eins hat die höchste Dringlichkeitsstufe in puncto Veränderung. Wenn du nun so weit bist, dass du weißt, was du aufgeben willst, um wieder lebendiger und freier zu werden, überlege dir im Vorfeld, wodurch du die alte Gewohnheit ersetzen kannst. Wenn du dir das nicht vorher bewusst machst, landest du wahrscheinlich wieder da, wo du warst, oder du suchst dir unbewusst einen Ersatz, der nicht wesentlich besser für dich ist.

 

Ein Beispiel aus meinem Leben

Ich möchte hier ein Beispiel aus meinem Leben anführen: Als ich vor mehr als dreißig Jahren für ein ganzes Jahr ins USA auf Reisen war, beschloss ich, mich von der lästigen Gewohnheit des Rauchens zu befreien. Es hatte einige Anläufe gegeben und darauf folgten die Rückfälle. Ich fragte mich: Warum?  Dabei fiel mir auf, dass ich mir all diese Male keinen förderlichen Ersatz gesucht hatte. So fing ich an, das Nikotin mittels Süßigkeiten zu ersetzten. Die Pfunde kamen schnell und meine Befürchtung dick und unförmig zu werden ließen mich bald wieder zur Zigarette greifen. Vor dreißig Jahren war man bei weitem noch nicht so bewusst, was Ernährung und Bewegung anging.

So bedurfte es eben einiger Anläufe, bis ich begriff, dass ich statt dem Rauchen ebenso etwas tun konnte, das für mich und meinen Körper wohltuend war. Ich begann damals im Central Parc von New York City das Laufen. Ab diesem Zeitpunkt war mein Vorsatz, das Rauchen aufzugeben, erfolgreich. Dem Laufen bin ich bis heute treu geblieben, wenngleich nicht mehr in der intensiven Form wie damals. Ich beziehe daraus seither eine große Freude an der Bewegung, eine große Vitalität und ein Wohlgefühl.

 

Einen Ersatz für die schlechte Gewohnheit schaffen

Auch du kannst so mit deinen Gewohnheiten umgehen. Überlege dir im Vorfeld einen guten Ersatz und fasse dann einen klaren Entschluss. Erkenne deine Gewohnheiten und beginne sie zu hinterfragen. Durchbreche deine Gewohnheiten, klinke dich aus dem Timer deines Egos aus. Erkenne deine wahren Bedürfnisse.

Nimm ein weiteres Blatt Papier und schreibe alles auf, was du gerne tun würdest, wenn nicht das und das und das noch zu tun wäre. Schreibe alles auf, was du auf später verschoben hast. Zum Beispiel es dir gut gehen zu lassen, ein Instrument spielen zu lernen, eine Reise zu einem besonderen Ort dieser Erde zu machen, einen guten Freund zu besuchen, eine Sprache zu erlernen oder ähnliches. Jetzt nimm dir kleine Karteikärtchen und schreibe auf jedes Kärtchen einen deiner Wünsche. Bewahre die Kärtchen griffbereit auf. Wenn du dich dann dabei ertappst – weil du dich mittlerweile schon besser wahrnimmst – dass du dich gerade wieder für eine Gewohnheit entscheidest, nimm die Karten und konzentriere dich auf dich selbst. Frage dich, was dir jetzt im Moment gut tun würde und, um die Antwort zu finden, zieh ein Kärtchen. Setze das, was drauf steht, unmittelbar in die Tat um. Mache zumindest den ersten Schritt in diese Richtung. Besorge dir zum Beispiel den entsprechenden Sprachführer oder Reisekatalog, suche im Telefonbuch nach der Telefonnummer für den Gesangslehrer und so weiter.

 

Mit dieser Methode kannst du der starken Macht deiner Gewohnheit Schritt für Schritt entkommen. Hast du es dann bereits einige Male geschafft, fällt es dir zunehmend leichter, von deinen Gewohnheiten loszulassen. Denjenigen, deren Verstand jetzt sofort einwirft: „Wie, ich soll nicht mehr selbst bestimmen, die Kontrolle aufgeben und stattdessen mein Leben dem Zufall überlassen?“, denjenigen sei gesagt: „Du überlässt es nicht dem Zufall, sondern deiner höheren Intelligenz, deinem höheren Selbst. Es weiß, was gut für dich ist, da es weit mehr weiß als dein Verstand. Auf diese Weise entkommst du der Diktatur deines Verstandes. Betrachte es als Spiel, vielleicht findest du Gefallen daran. Du wirst sehen, dein Leben wird auf diese Weise vielfältiger, lebendiger und voller Wunder.“

Auszug aus meinem Buch Die Zeit ist reif für Dich!

 

 

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Glücklich und erfüllt leben in der zweiten Lebenshälfte

Alles ändert sich, auch unsere Lebenserwartung. Was heißt das aber genau? Und was braucht es, um auch hier dem Wandel gerecht zu werden? In der westlichen Welt sind wir mit achtzehn Jahren volljährig. Aber sind wir mit achtzehn auch wirklich erwachsen? In den Vedischen Schriften heißt es, dass wir bei guter Lebensweise nach Yoga-Art und gesunder Ernährung leicht 120 Jahre alt werden können. Bei einer Einteilung in vier Lebensalter sieht es so aus:

  • Kindheit – bis 30 Jahre
  • Jugendzeit – bis 60 Jahre 
  • Erwachsenenalter – bis 90 Jahre
  • Greisenalter – bis 120 Jahre

Bis zum sechzigsten Lebensjahr sind wir demnach Jugendliche. Wenn ich so in die Welt hinaus sehe, dann scheint mir das sehr stimmig :-). Anschließend folgt eine dreißigjährige Phase des Erwachsenseins. Nur schade, dass da die meisten schon im Ruhestand und nur noch Verwalter ihres Besitzes sind. Mit 90 Jahren treten wir in die Weisheit des Alters ein, wo wir bis zu unserem Tod mit etwa einhundertzwanzig Jahren bei guter Gesundheit verweilen und unsere Weisheit und Lebenserfahrung teilen.

Das klingt jetzt für uns Europäer eher wie ein Witz, doch deckt sich diese Annahme in etwa auch mit dem anthroposophischen Weltbild von Rudolf Steiner. Darin ist das geistig-seelische Herz des Menschen erst um die dreißig vollständig erwacht. Dann kommen die Jahre bis sechzig, wo wir uns ausprobieren, uns kennenlernen und erfahren und unseren Platz in der Welt einnehmen.

 

Mit 60 Jahren endlich reif und erwachsen

Ab sechzig Jahren hat der Mensch eine Reife und einen gewissen Abstand zu sich selbst und zu den Dingen und findet so in eine größere Gelassenheit und Ruhe. Jetzt kann er mit sich selbst, seinen Stärken und Schwächen umgehen, wie es für einen Er-wach-sene stimmig ist. In der Phase der Altersweisheit können wir unsere Erfahrungen und Weisheit teilen und dann für eine Weile Tschüss sagen und  im Frieden gehen.

Ich habe in der dritten Klasse Volksschule einen kleinen Aufsatz darüber geschrieben, warum ich hundert Jahre alt werden will. Das kleine Schulheft habe ich immer noch pastedGraphic.png:-). Rückblickend gesehen war das Ansinnen einhundert Jahre zu werden zur damaligen Zeit ein sehr hoher Anspruch. Ich wusste als Kind nichts davon und dennoch war dieser Wunsch bereits in mir vorhanden. Heute ist die Überschreitung der hunderter Alterszone keine Seltenheit mehr.

Stelle dir jetzt einmal vor, du gehst von solch einer vierer Einteilung für deine Lebenszeit aus, und du richtest deine Einstellung dementsprechend aus. 

  • Wie glaubst du wird sich das auswirken, auf deinen Körper, deine Gesundheit, deine Schaffenskraft? 
  • Was verändert sich dadurch für dich? 
  • Wie fühlst du dann in deinem aktuellen Lebensalter, wenn du dir vorstellst, dass du dich ja erst in der Jugendzeit befindest, oder gerade mal zu Beginn des Erwachsenenalters? 
  • Was glaubst du passiert mit deiner Lebenskraft, wenn du deine Einstellung in diese Richtung veränderst?
  • Wie verändert das deine weitere Ausrichtung und Lebensplanung?

Ich für meinen Teil finde diese Einteilung und die damit verbundene Einstellung höchst attraktiv und vielleicht machst auch du mal dieses Experiment und stellst dir vor, dass du jetzt gerade erst am Ende deiner Jugendzeit, bzw. am Beginn deiner Erwachsenenzeit bist und noch so und so viele Jahre Lebenszeit vor dir hast.
Gerne lese ich deine Gedanken dazu auch im Kommentarfeld unter diesem Beitrag.

Unsere Einstellungen sind unser Ausblick auf das Leben und formen unsere Zukunft

Unsere Einstellungen sind unser Ausblick auf das Leben. Sie formen unsere Lebenssituation und auch unsere Zukunft. Sie entscheiden darüber, wieviel Energie wir zur Verfügung haben. Vor allem der kollektive Geist ist mächtig und prägend. Mag sein, dass die bisherige landläufige Sicht auf die Entwicklung der verschiedenen Lebensalter richtig war, doch wie alles im Leben unterliegt auch sie dem Wandel. Wir werden älter als bisher und darum braucht es auch eine Veränderung in unserer Einstellung. 

Es kann nicht sein, dass die Kindheit und Jugend nur 18 Jahre dauert, das Erwachsenenalter maximal 40 Jahre und wir dann über 40 Jahre lang die Alten sind. Das, was einstmals passend und richtig war, ist mittlerweile nicht mehr passend und somit braucht es eine Erweiterung unserer Einstellung, damit wir uns auch in der zweiten Lebenshälfte weiterentwickeln und wachsen. 

Ausgehend von dieser Vierer-Einteilung der Lebensphasen stellt sich natürlich die Frage wie will ich leben als Erwachsener in den kommenden dreißig Jahren. Ich stelle mir derzeit diese Frage, weil ich kurz davor bin diese Schwelle zu überschreiten. 

Die offizielle Lebenserwartung liegt derzeit bei achtzig Jahren – Tendenz steigend. Die Arbeitszeit soll daher um zweieinhalb Jahre verlängert werden. Doch viele, die “hart arbeiten” wehren sich dagegen. Warum ist das so? Ich denke, dass sich diese Menschen gegen weitere Jahre wehren, in denen sie keine Erfüllung durch ihren Job erfahren. 

Welchen Sinn hat ein längeres Leben ohne Erfüllung? 

Doch was schenkt Erfüllung? Was ist sinnvoll im Erwachsenenalter zwischen sechzig und neunzig Jahren? Und was  muss sich ändern, damit Menschen auch in späteren Jahren gerne ihre Zeit und Energie aufbringen, um das Leben mitzugestalten, statt frühzeitig pflegebedürftig, hilflos und einsam zu sein?

Das Leben ist ein Geschenk, das es auszupacken gilt, heißt es. Was ist damit gemeint? Wir alle kommen in dieses Leben vollgepackt mit Gaben, das sind unsere Begabungen. Spätestens in der Schule werden wir wie leere Körbe behandelt, die es zu füllen gilt mit Lee(h)rstoff. Wir werden zugestopft mit leblosen Wissen, das unsere Gaben überdeckt. Je nach innerem Antrieb und Erziehung gestaltet sich unser Lebensweg. Es braucht viel Mut sich dieser Füllstoffe, die uns unsere Eltern und auch Lehrer mitgegeben haben, zu entledigen und sich frei zu machen für das, was tatsächlich unser Schatz ist, den wir hier auf die Erde mitgebracht haben. Solange wir von diesem Schatz nichts wissen, hat er für uns keinen Wert.

Stattdessen haben wir uns im Außen orientiert, an dem was mann/frau so macht. Hieraus haben wir unsere Ziele definiert und sie verwirklicht. Oftmals haben wir dadurch aber keine Erfüllung erlangt. Warum ist das so? Wir haben doch alles was wir brauchen? Ist das wirklich so, oder haben wir das, was wir mitgebracht haben in dieses Leben, schlichtweg nicht ausgepackt und daher fehlt uns auch die Erfüllung. Stattdessen stopfen wir uns zu mit Konsumgütern, in der Meinung dass dies unseren inneren Hunger nach Erfüllung stillen könnte. Die Erfahrung lehrt uns, dass das nicht stimmt.

Des Lebens Ruf an uns endet nie

Doch das Leben ist immer auf Heil- und Ganzwerdung ausgerichtet und so ruft es uns zu bestimmten Zeiten von innen her. Vernehmen wir diesen inneren Ruf, bieten sich uns neue Möglichkeiten unseren inneren Schatz zu bergen und die noch schlummernden Gaben zu entfalten. So erfüllen wir  auch unsere Auf-Gabe und führen auch im Alter ein Sinn erfülltes Leben.

Der innere Ruf in der zweiten Lebenshälfte erreicht uns oftmals über ein Gefühl der tiefen Unzufriedenheit. Die Pfade in der Komfortzone sind ausgetreten, schenken keine Kraft mehr. Es fehlt uns an Schwung und Elan. Täglich grüßt das Murmeltier und der Alltag wird langsam immer eintöniger. Wir fragen uns: War das jetzt alles? Zugleich verspüren wir noch einen Hunger auf das Leben. Wir fühlen, dass da noch soviel mehr in uns gibt, das bisher nicht gelebt werden konnte. Doch wo und wie anfangen? 

An diesem Punkt angelangt stehen wir vor einer Weggabelung und müssen uns entscheiden, wie unser Leben in der zweiten Hälfte sein soll. Lassen wir alles beim Alten, werden wir an Lebenskraft, Lebensmut und Selbstachtung einbüßen. Wir verliert mehr und mehr unsere Freude am Dasein, jammern über den Verlust der Gesundheit und beklagen uns, dass die Welt immer unsicherer und schlechter wird. Dieser Weg ist ein Kreislauf in immer enger werdenden Schleifen dem Verfall entgegen.

Es ist nie zu spät für ein erfülltes Leben

Entscheiden wir uns hingegen für den anderen Weg, werden wir unsere Unzufriedenheit bis zu ihrer Ursache verfolgen. Dabei werden wir ehrlich zu uns selbst sein müssen, damit die Wahrheit ans Licht kommt, die uns schließlich frei macht. Aus freiem Herzen entscheiden wir uns dann für den Weg unserer geistig-seelischen Weiterentwicklung und folgen dem, was uns zutiefst von innen her ruft.

Wir werden dabei noch schlummernde Potenziale entdecken und entfalten und Lebenskraft bis ins sehr hohe Alter wird uns dadurch zufließen. Anstatt bedürftig und krank zu sein, leben wir unsere Gaben als unsere Aufgabe, unsere wahre Berufung. In dieser Erfüllung sind wir wie ein großer Baum, der seine Früchte hervorbringt und sie bedingungslos teilt. Jetzt sind wir im Einklang mit dem Kreislauf der Schöpfung. In dieser bewussten Verbundenheit fühlten wir uns als ein wichtiger Teil davon. Unser Beitrag erfährt die Wertschätzung, die wir uns selbst und unserem Leben entgegengebracht haben. Sinn erfüllt und in Würde geht es dann in die letzte Lebensphase. Hier sind wir ein Quell von Weisheit und zugleich ein Vorbild für ein wert- und würdevolles Altwerden.

 

Vielen Dank für deine Zeit und Aufmerksamkeit. Gerne lese ich deine Gedanken im Kommentarfeld und freue mich auf einen Austausch.

In herzlicher Verbundenheit

Bianka Maria Seidl

 

INTERVIEW-PARTNERINNEN gesucht – Frauen 45+!


Ich arbeite gerade an der Entwicklung eines neuen Angebots für Frauen in der Lebensmitte mit dem Thema: „Berufung finden und leben – für ein erfülltes Leben in der zweiten Lebenshälfte”. Ich will es optimieren und habe Fragen hinsichtlich Probleme, Wünsche, Träume etc..

Wenn du in dieser Lebensphase bist und dich derzeit auch neu orientierst, wären deine Antworten sehr hilfreich.
Unser Info-Gespräch würde ca. 20 Minuten dauern und würde mir sehr helfen.
Aus den Erfahrungen der letzten Gespräche weiß ich, dass du dir interessante Informationen zum Thema mitnimmst.
Bei Interesse sende mir bitte eine Mail an [email protected] – Danke schon einmal imVoraus.

 

 

 

 

About Bianka Maria Seidl

Spirituelle Mentorin, Integraler Coach, Autorin Als eine Verehrerin der Schöpfung begleite ich Menschen auf einem spirituellen Weg des inneren Wachstum. Dieser führt in eine größere innere Freiheit, wo sie ihr Leben in mehr Leichtigkeit, Lebensfreude und auch Fülle erfahren. Über die Klärung und Stärkung der Wurzeln und der Heilung des inneren Kindes finden sie in eine starke Zentrierung in der eigenen Mitte. Von hier aus gelangen sie in die Entfaltung ihrer schöpferischen Potenziale im Einklang mit dem Entwicklungsziel ihrer Seele, bis hin zur Verwirklichung eines großen Traums bzw. einer Lebensvision. Meine Blogbeiträge und Podcasts entstehen in der Absicht den Samen der Freiheit zu säen für ein neues Selbstbild und eine erweiterte Sicht der Welt.

Solange zwei Herzen in der Brust schlagen, die in unterschiedliche Richtungen ziehen, gibt es kein richtiges Vorwärtskommen. Gefühlt wird dies als Entscheidungsschwäche. Es fällt uns schwer eine Entscheidung zu treffen, denn die rationale Seite kann sich mit der Gefühlsseite nicht einigen. Sie kommen auf keinen gemeinsamen grünen Zweig. Und so wiegt der Mensch ab und dabei geht es hin uns her zwischen den Waagschalen, ohne dass eine Entscheidung getroffen werden könnte. Dinge werden auf die lange Bank geschoben und irgendwann verkümmern die einst großen Ideen, und Sehnsüchte und Wünsche bleiben unerfüllt.  

Jede Entscheidung fordert eine Trennung, ein Opfer sozusagen. Entscheidungen, die das Alltägliche betreffen fallen uns weniger schwer, doch in dem Moment, wo es ums Wesentliche geht, zeigt es sich, inwieweit wir fähig sind unsere inneren Kräfte zu bündeln und zu einen. Dabei geht es immer um die weiblichen und männlichen Anteile in uns. Diese beiden Kräfte sind an jedem Schöpfungsprozess aus dem Neues entsteht, beteiligt.

Wenn das Lebensgespann in unterschiedliche Richtungen zieht

Doch woher kommt es, dass unser Lebensgespann,  unsere männlichen und weiblichen Kräfte, manchmal in so unterschiedliche Richtungen streben und dadurch ein richtiges Vorwärtskommen so erschwert ist? 

Hierfür gilt es den Blick rückwärts in die Kindheit zu richten und zu reflektieren. In welche männlichen und weiblichen Vorbilder, in dem Fall Vater und Mutter, haben wir geschaut?. Wie hat der Vater seine männliche Kraft gelebt und wie die Mutter ihre Kraft? Und am wichtigsten: Wie war ihr Miteinander? 

Haben wir in der Kindheit Eltern erlebt, die oft im Konflikt miteinander lagen, dann haben wir diese beiden Kräfte verinnerlicht. Als Erwachsene schalten und walten diese beiden Kräfte immer noch in uns. Sie reißen uns hin und her und wir sind entscheidungsschwach, weil wir nicht wissen, wie wir diese Kräfte einen können. Das hat uns niemand gezeigt. Und so leben viele Menschen mit  einem mehr oder weniger intensiven inneren Konflikt.

Bei manchen sind es stille, innere Schwellbrände, die die Lebensfreude deckeln und die Stimmung trüben. Bei anderen sind es heftige Konflikte, die sich explosiv im außen entladen, wenn die Spannung zwischen den männlichen und weiblichen Kräften zu groß wird – es auf Biegen und Brechen  hinausläuft.

Die männlichen und weiblichen Kräfte in Harmonie bringen

Um die Kraft und Macht der Entscheidung für uns und unsere Entwicklung nutzen zu können, gilt es sich des eigenen Kräftegemischs bewusst zu werden und es in eine harmonische Verbindung zu bringen. Immer braucht es eine Aussöhnung zwischen unseren weiblichen und männlichen Kräften. Doch wer soll das herbeiführen und wie kann das gelingen? 

Solange sich diese inneren Kräfte gegenseitig behindern, erleben wir einen sich ewig wiederholenden Kreislauf, der uns im Laufe der Zeit immer mehr ermüdet und erschöpft. Erst wenn wir beginnen uns dessen bewusst zu werden, können wir es ändern und uns an eine zentrale innere Instanz wenden. Diese Instanz ist unser geistig-seelisches Herz in der Mitte unserer Brust. Es ist das mystische Herz in dem die Vereinigung der scheinbar gegensätzlichen Kräfte stattfindet. Das Herz wirkt wie eine Relais-Station. Es verbindet unsere niederen mit unseren höheren Ebenen unseren Seins. Es schenkt unseren  Ideen das Feuer und in Verbindung mit unserer tiefsten Sehnsucht entstehen daraus Lebensträume und Visionen. 

Entscheiden aus ganzem Herzen

Das mystische Herz eint die gegensätzlichen Kräfte in uns zu einem harmonischen Ganzen. Diese gebündelte Kraft wirkt wie ein Laserschwert, wenn wir damit unsere Entscheidungen treffen. 

Statt halbherzig entscheiden wir aus ganzem Herzen und damit richten wir uns auf Wachstum und Entfaltung aus. Unser Lebensgespann zieht jetzt kraftvoll vorwärts, unserer bestmöglichen Version und Vision entgegen. 

Wagen wir es, uns ganz unserem Herzen anzuvertrauen und hieraus unsere Entscheidungen zu treffen.

 

Vielen Dank für deine Zeit und Aufmerksamkeit.
Gerne lese ich deine Gedanken im Kommentarfeld und freue mich auf einen Austausch.

 

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Bildnachweis: Photo by Thomas AE on Unsplash

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