Die ursprüngliche Schöpfungsordnung hinter dem Chaos

Im Getümmel der Masse kann sich der einzelne Mensch weniger gut indiviualisieren. Zu stark sind die kollektiven, geistigen Fasern, die sein Korsett seit Eintritt in dieses Erdenleben schnüren. Dieses Korsett, das unsichtbar und dennoch wirksam ist, verhindert dass sich der Mensch tatsächlich in seinem Kern, in seinem Sein erfährt.
Doch ohne diesen Kern zu erfahren, wissen wir nicht wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen. Stattdessen drehen wir uns im Kreis, tagein und tagaus. Wir wechseln dabei die Umgebung, streichen unsere Wände neu, geben uns eine neue Frisur und neue Kleider, doch all das berührt nicht das, wer wir wirklich sind.

 

Fehlende Gesetzmäßigkeit führt in ein Ungleichgewicht

Der Wunsch nach immer größer, weiter und schneller hat viele Menschen in einen Sog, in eine Abwärtsspirale getrieben, die den Verfall von Werten, Wertschätzung und Wertschöpfung nach sich zieht. Die Gesetzmäßigkeiten des Lebens werden ignoriert. Der Lebenslehrling Mensch entpuppt sich als Zauberlehrling, dem seine Schöpfungen und Kreationen völlig aus dem Ruder laufen. Gesetzlichkeit hat daher den Platz von Gesetzmäßigkeit eingenommen und davon braucht es immer mehr.

Die Unwissenheit und auch Ignoranz im Hinblick auf die Gesetzmäßigkeiten des Lebens haben dazu geführt, dass jetzt ein Übermaß erreicht ist, das uns alle betrifft und für alle spürbar ist. Die Ursache für dieses Ungleichgewicht ist die Trennung des Menschen in seinem Bewusstsein von der Schöpfung. Und diese Trennung wurde wiederum verursacht durch einen einseitig orientierten männlichen Geist, der das weibliche Schöpfungsprinzip außer acht lässt.

 

Alles entsteht aus einer männlichen und weiblichen Kraft

Jede Kreation entsteht aus einer männlichen und weiblichen Kraft – ähnlich der Pole einer Batterie zwischen denen Strom fließt. Wird das weibliche Prinzip verdrängt, so wie es in den vergangenen Jahrhunderten passiert ist, entsteht eine Einseitigkeit, die uns überall mittlerweile entgegenschlägt. Die Nacht wird zum Tag gemacht und Zeit wird gleichgesetzt mit einem Geldwert. Diese Gleichmachung bewirkt, dass wir den natürlichen Rhythmus ignorieren, ja völlig aus den Augen verlieren und damit nehmen unsere biologischen Systeme Schaden. Denn diese lassen sich nicht in ein Zeitschema pressen, nur weil es wirtschaftlicher ist. Wir bemerken das im Kleinen bereits alljährlich bei der künstlichen Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit.

Weil der Mensch in den modernen Industriestaaten den Bezug zu den natürlichen Rhythmen verloren hat, hat er auch den Bezug zu sich und seinen natürlichen Bedürfnissen verloren. Die Folgen sind überall sichtbar. Noch nie gab es soviele psychosamtische Krankheiten wie in dieser Zeit. Krankheit entsteht immer aus einem Ungleichgewicht im Bewusstsein.

 

Das Ungleichgewicht kippt – der Gesetzmäßigkeit folgend

Auch in der Landwirtschaft ist die Einseitigkeit sichtbar. Monokulturen verdrängen die Artenvielfalt. Die Ökosysteme nehmen Schaden und das wirkt sich wiederum auf den gesamten Planeten aus.
Alles ist mit allem verbunden. Wir atmen die Luft, die, um ein Beispiel zu nennen, bereits Johann W. v. Goethe geatmet hat. Wir trinken das Wasser, das Platon schon getrunken hat. Denn die elementaren Kreisläufe bestehen schon seit Milliarden von Jahren hier auf der Erde.
Jetzt sind wir an einem Punkt in der Entwicklung der Menschheit angekommen, wo das Ungleichgewicht, das durch eine Überbetonung des männlichen Prinzips herbei geführt wurde, kippt und in ein vorübergehendes Chaos führt. Die Kräfte müssen sich neu verteilen und auf einer neuen Entwicklungsebene in ihre ursprüngliche Ordnung finden. Dieser derzeit wirkende evolutionäre Impuls folgt lediglich der Gesetzmäßigkeit des Lebens, die wie im Kleinen auch im Großen wirkt.

 

Die Qualitäten des weiblichen Prinzips integrieren

Das weibliche Prinzip muss seinen gesetzmäßigen Platz im Schöpfungsprozess des Menschen wieder einnehmen dürfen. Damit einher gehen Qualitäten von Verbundenheit, Wertschätzung des Lebenendigen, der Kreatur und der Natur. Das Wissen und die Weisheit um die natürlichen Rhythmen, für den richtigen Zeitpunkt, aber auch für den guten Platz sind Qualitäten des weiblichen Prinzips.
Es braucht wieder ein Fühlen und Spüren von Qualitäten, die für das normale Auge unsichtbar sind. Für die feinen Stimmen und Laute in den Zwischenräumen des Atems, der Sprache, des Ausdrucks. Es braucht ein Lauschen auf die inneren Impulse, die innere Stimme, die Intuition und auch Inspiration.

All das darf in der kommenden Zeit, nach dem großen Umbruch, die Schöpfungsprozesse der Menschen bereichern und damit das Leben hier auf dieser Erde in eine neue Ära führen.

Eine Ära in der sich Menschen ihrer Verbundenheit mit der Schöpfung wieder bewusst sind. Eine Zeit, die ein neues Miteinander ermöglicht, weil das DU im Außen, so wie das ICH auch, als Teil eines umfassenderen großen Ganzen erkannt und gefühlt wird.

 

Vom Zauberlehrling zum Mitschöpfer

Auf dieser neuen Entwicklungsebene verbinden sich die Kräfte des männlichen und weiblichen Prinzips wieder vermehrt harmonisch und es entstehen daher auch Kreationen, die sowohl der Natur, als auch der universellen Schöpfung zuträglich sind.
Der Mensch wird zum Mitschöpfer im großen Plan, der gemäß den Gesetzmäßigkeiten des Lebens sein Umfeld gestaltet und verwaltet und dabei seine bestmögliche Version verwirklicht.

Fragen wir uns daher

  • Wie sieht es in meinem geschaffenen Leben aus hinsichtlich dieser zwei Prinzipien?
  • Wie sind die Kräfte verteilt?
  • Wo kommt das weibliche Prinzip zu kurz?
  • Welche Ungleichgewichte gibt es und wie kann ich diese wieder ins Lot bringen?
  • Was braucht es in meiner Lebensführung, um mich wieder vermehrt mit den
    natürlichen Rhythmen in Verbindung zu bringen und damit auch mit der Schöpfung?

Und dann ist es wichtig, dass wir unsere Antworten umsetzen und auch leben.

 

Jetzt ist die Zeit der großen Veränderung. Wir alle sind davon betroffen, ob es uns bewusst ist oder nicht, ob es uns passt oder nicht. Wagen wir es das Jetzt radikal neu zu gestalten und geben wir dem weiblichen Prinzip vermehrt Raum darin. Machen wir uns so als Individuum in Verbundenheit mit der Menschheit auf den Weg hinein in eine lebenswertere Zukunft.

 

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