Für den Fall, dass du Teil 1 noch nicht gelesen hast, hier kannst du das nachholen.

Teil 2

Gesetzmäßigkeit statt Gesetzlichkeit leben

Es ist allgemein bekannt, dass, wenn wir in eine Krise gelangen, gerne zurück in archaische Verhaltensweisen fallen. Wir verlieren unserer Mitte und unser Unterbewusstsein schaltet um auf Überleben. Dann reagieren wir aus unserem alten Reptiliengehirn heraus und greifen an oder flüchten. So erleben gerade manche, dass die aufkeimende Angst ihre Gewaltbereitschaft schürt oder sie in die Gleichgültigkeit und Resignation treibt.

Vor allem Menschen, die ohnehin bisher ständig im Überlebensmodus und in einer gefühlten Bedürftigkeit gelebt haben, sind in dieser sich so gewaltig ändernden Zeit besonders anfällig für eine noch destruktivere Einstellung dem Leben gegenüber. Sie sehen in den fremden Flüchtlingen ins nackte Gesicht ihrer eigenen verdrängten, inneren Heimatlosigkeit, ihrer inneren Not.

Menschen hingegen, die sich in ihrer Mitte befinden und eine offene und zuversichtliche Lebenseinstellung haben, sind bereiter die Anforderungen des neue Zeitalter zu akzeptieren und auch zu integrieren. Solidarität zu zeigen mit denjenigen, die in Not sind, egal ob dieses ganze Szenario inszeniert ist von bösen Mächten oder nicht. Weil es in dem Moment um Empathie und Mitgefühl geht. Zwei Werte, die in einer demokratischen Gesellschaft von hohem Wert sind.

Die Völker sollen sich annähern und dabei soll eine neue Form der Verbundenheit entstehen. Im Business wird dieser neue Geist über die SocialMedias und die vielen Netzwerke bereits im Ansatz spürbar. Kontakte entstehen Länder übergreifend durch die modernen Medien und die kulturellen Unterschiede werden so per Mausklick erfahrbar. Zugleich ermöglicht und erleichtert dies eine Annäherung. Wir können uns begegnen und lernen uns zu tolerieren und auch in unserer Verschiedenheit zu akzeptieren. Im Bestfall lernen wir die Andersartigkeit des Fremden sogar zu wertschätzen und sie als Bereicherung des eigenen Erlebens zu empfinden.

 

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Was das Leben von uns da fordert, lässt sich nicht mittels Gesetzlichkeit erwirken. Obwohl in unserem Grundgesetz in Artikel 1 der Grundrechte steht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, und dass es die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt ist, sie zu achten und zu schützen. Dennoch wird dieses Gesetz tagtäglich missachtet, sowohl im häuslichen Bereich, als auch im öffentlichen Leben.

Es hätte daher besser heißen müssen: “Die Achtung und der Schutz der Würde des Menschen sind unverzichtbar” oder “Die verletzbare Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen”, und zwar nicht nur von gewaltausübenden Staatsbeamten und -angestellten, sondern auch von Eltern, Vorgesetzten, von jedermann gegenüber jedermann und -frau. Schließlich auch gegenüber der Natur, gegenüber Tier und Pflanze. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Carl Zuckmayer, dt. Schriftsteller 1896 – 1977,  schreibt in seinem „Aufruf zum Leben“ Menschenwürde heißt: “Inkarnation all dessen, was den Menschen frei, groß und ewig macht, was in ihm, dem Weltgeschöpf, den schöpferischen Funken schürt und hütet.”

Hier wird deutlich, dass es um etwas Großartiges geht, um ein Weltgeschöpf, ein geistig- schöpferisches Wesen. Doch damit wir in diese wahre Größe hineinwachsen, gilt es vermehrt Gesetzmäßigkeit statt Gesetzlichkeit zu leben.

Laotse, ein chinesischer Philosoph und berühmter Lehrer des Daoismus/ Taoismus schreibt im 6.Jhr. v. Chr. in seinem Werk Tao Te King “Wird Gesetzmäßigkeit verlassen Werden Gesetze verhängt. Gesetze schaffen gesetzliche Vorgänge. Gesetzliche Vorgänge führen zu Zerfall.”
Und genau das erleben wir gerade – den Zerfall der alten Gesetzlichkeit und auch den Verfall überholter Werte und Dogmen.

 

Eine innere Autorität entwickeln

Diese Zeit birgt eine große Chance der Weiterentwicklung für uns Menschen. Diejenigen, die sich überwältigen lassen von Angst und Destruktivität, können die Erfahrung des Verfalls machen. Auch das ist eine Erfahrung für die Seele. Wer sich jedoch den Anforderungen der jetzigen Zeit stellt, kann und muss lernen eine innere Autorität zu entwickeln, statt weiterhin äußeren Autoritäten zu folgen. Diese innere Instanz gibt letztendlich die einzig wahre Sicherheit und zugleich Halt. Wer sie erfährt und aus ihr heraus wirkt, ist wie ein Leuchtturm, der anderen Orientierung und Zuversicht schenken kann in diesen stürmischen Zeiten.

Es gilt der eigenen Lebenserfahrung und Wahrnehmung zu vertrauen und in die Selbstsicherheit zu finden, aus der heraus dann die  Selbstbestimmung folgen wird. Von hier aus können wir, je nach aktueller Situation, Entscheidungen aus dem Moment heraus treffen und gegebenenfalls auch Grenzen setzen, wenn dies der gefühlen eigenen Wahrheit entspricht.

Für diese Wahrheit müssen wir einstehen, sie gegebenenfalls auch nach außen vertreten, ungeachtet dessen, was andere darüber denken, ob wir dafür geliebt, verlacht oder sogar verachtet werden. Dabei werden wir die Zugehörigkeit zur breiten Masse verlieren, letztendlich, weil wir uns selbst und der eigenen Wahrheit treu bleiben, statt uns weiterhin zu verleugnen.

Fragen wie:

  • er bin ich in meiner wahren Natur?
  • Wo komme ich her?
  • Wo gehe ich hin?
  • Was ist die größte Sehnsucht meines Herzens?

helfen, um hier den Fokus auf wahre Selbstsicherheit und Selbstbestimmung zu richten und Antworten aus dem eigenen Selbst heraus zu erhalten. Doch dazu braucht es regelmäßig Zeiten der Besinnung und der Begegnung mit sich selbst im Inneren, in der Stille. So entsteht eine größte Selbstnähe in der die innere Autorität wahrgenommen und vernommen werden kann.

 

 

Großartiges entsteht, wenn das Herz Regie führt

Auf diesem Weg machen wir die Erfahrung, dass wir in uns sowohl das Männliche als auch das Weibliche finden. Männer tragen eine innere Frau ins ich und Frauen einen inneren Mann. Diese beiden Pole in sich selbst harmonisch zu vereinen ist die größte Kunst. Es ein alchemistischer Prozess der Selbstveredelung. Damit dies geschieht, gilt es die Gesetzmäßigkeit zu erkennen. Wenn ich hier vom Weiblichen und Männlichen spreche, so geht es mir nicht um eine Personifizierung. Vielmehr geht es um ein Prinzip – wie es im Chinesischen das YIN und das YANG veranschaulicht.

Das Weibliche hat die natürliche Fähigkeit der Intuition und kann somit aus dem Nichtmanifesten – aus dem Feld des reinen Potenzials leichter schöpfen, als das Männliche, das von seiner Natur her eher strukturiert und linear veranlagt ist. Damit wir den Himmel auf die Erde bringen, was heißen soll, dass wir eine Welt erschaffen, die gemäß den Schöpfungsprinzipien einer höheren Ordnung gestaltet ist, braucht es zuerst das schöpferisch Weibliche, das mittels Intuition und Inspiration die Impulse aus den höheren Seineebenen schöpft, die dann das Männliche in eine Nutzen stiftende, sichtbare Form und Struktur bringt. Vorausgesetzt das Herz hat bei all dem das Sagen und seine allverbindende Weisheit kann zum Segen aller wirken.

Viele der Schöpfungen, die in der Zeit des Weltenwinters entstanden sind, sind zwar aus der Intuition und der Inspiration großer Erfinder und Entdecker entstanden , doch haben die ausführenden Kräfte, gelenkt von Machtstreben und Gier, oftmals eine destruktive Form geschaffen, die zum Unheil vieler wirkte.

Albert Einstein nutzte seine außerordentliche Bekanntheit auch außerhalb der naturwissenschaftlichen Fachwelt bei seinem Einsatz für Völkerverständigung und Frieden. Von ihm stammt die Aussage: “Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk. Der rationale Verstand ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk verwehrt.”

 

 

In die wahre Größe gelangen

Die Zeit des materiellen Selbstbildes geht vorbei und der Mensch erwacht hinein in seine wahre Größe, wenn er es sich erlaubt und sich danach ausrichtet. Die neue Physik kann uns dabei behilflich sein, denn Sie ist eine Physik der Möglichkeiten. Sie sagt uns, dass Realität aus einer sichtbaren materiellen Welt und einer unsichtbaren Welt von unendlichen Möglichkeiten besteht. Vieles existiert außerhalb unserer Sinne. Über die Quantenverschränkung und die nichtlokale Kommunikation wird klar, dass wir alle miteinander verbunden sind – füreinander und nicht gegeneinander.

Im Klartext heißt das auch, dass wir aus diesem Quantenfeld unsere Realitäten mit der Macht unseres Gedankens jeden Tag kreieren, in dem wir bewusst oder unbewusst aus einem unbegrenzten Pool von Möglichkeiten auswählen. Deshalb ist Bewusstsein so wichtig.

Wenn wir uns der Macht unserer schöpferischen Fähigkeiten wie Denken, Fühlen, sowie Vorstellungs- und Willenskraft erst einmal voll bewusst werden, sind wir in der Lage unser Leben so zu steuern, wie wir es als Individuum, aber auch als Gesellschaft haben wollen. Dabei ist das Modell des Überlebens des Stärkeren nicht mehr zeitgemäß. Statt Aggression, gnadenlosem Egoismus, Rücksichtslosigkeit und Unbarmherzigkeit, wollen wir Menschen tief in unseren Herzen liebevolle, soziale Bindungen, gegenseitige Unterstützung und bedingungslose Liebe erfahren.

Das, was in den alten Mysterienschulen gelehrt wurde, wird mittlerweile von der modernen Physik bestätigt. Wir sind geistig-seelische Wesen, die hier auf der Erde in einem physischen Körper eine Erfahrung als Mensch machen. Wenn wir das begreifen, beginnen wir, uns an unserem höheren Selbst und an unserer Seelenentwicklung zu orientieren und Angst und Kleinheit schwinden. Stattdessen erfahren wir uns als mächtige und liebende Gestalter, die sich selbst neu erschaffen und in einem neuen Wir miteinander statt gegeneinander wirtschaften und damit eine neue Gesellschaft formen.

 

“Wagen wir es! Denn: Wir sind die, auf die wir gewartet haben.”

 

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In herzlicher Verbundenheit

Bianka Maria Seidl

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