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Anne führt ein inneres Selbstgespräch, während sie abends auf dem Sofa sitzt. Sie verspürt seit einiger Zeit eine gewisse Unzufriedenheit mit sich selbst und mit ihrer Lebenssituation. Ihr Leben fühlt sich an wie ein ausgetretener Schuh, der einfach nicht mehr richtig passt. Doch sie beschwichtigt sich damit, dass sie doch zufrieden sein müsse. Schließlich hat sie doch alles, was es baucht. Ein Dach über dem Kopf, ausreichend zu Essen und so weiter, während es anderen Menschen ja so viel schlechter geht. 

„Ja, seit längerer Zeit verspüre ich, dass ich etwas ändern soll, vielleicht sogar muss. Doch irgendwie weiß ich nicht so genau, wo und wie anzufangen. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, was ich wirklich will, denn in den letzten Jahren habe ich meine Wünsche oft hintan gestellt, weil alles andere immer wichtiger war, meine Familie, meine Aufgaben und Pflichten, meine Verantwortung in verschiedenen Bereichen.

Was braucht es von mir, dass ich es wage meiner Unzufriedenheit zu lauschen und mich ihr ehrlich zu stellen mit allen Konsequenzen? 

 

Veränderung ist der Ruf des Lebens

Ja, ich ahne bereits, dass ich mich dann verändern, meine Komfortzone verlassen und der Unwägbarkeit des Lebens begegnen müsste. Es ist wahrscheinlich eine Angst, die mich in alten,  ausgetretenen Pfaden hält. Dabei spüre ich, dass ich immer energie- und freudloser werde, je länger ich hier verharre. Was braucht es, damit ich mir den Schritt erlaube, der mich über meine bisherige Komfortzone hinaustreten lässt ins Unbekannte, in das, was ich jetzt noch nicht kenne und und daher nicht überschauen kann?

Ich lausche in mich hinein und langsam werde ich mir gewahr, dass es diesen brennenden Wunsch nach mehr Lebendigkeit, nach mehr Leichtigkeit und Lebensfreude braucht, den ich schon lange in mir verspüre, den jedoch mein Verstand mit seinem lauten Getose übertönt. Die vielen Argumente und Rechtfertigungen, warum das Neue jetzt nicht möglich ist, verhindern, dass ich dem Ruf meines Herzens folge.

Und so verweile ich Jahr für Jahr weiter im bisher Vertrauten, wage es nicht, mich dem Leben anzuvertrauen und  eine Entscheidung für meine Selbstentfaltung zu treffen. Zu hoch das Risiko, die Unwägbarkeit, das Sicherheitsbedürfnis.

 

Sich die vielleicht wichtigste Frage stellen

Ich wiege mich also weiter in einer falschen Bescheidenheit, die verhindert, dass sich meine Lebenskreise erweitern und ich neue Erfahrungen mache. Dabei würde ich neue Facetten meiner selbst kennenlernen und das, was noch in mir steckt, wecken und entfesseln. Aber vielleicht wage ich jetzt, mir zumindest eine wichtige Frage zu stellen.

Was kostet es mich, wenn ich weiterhin die gleichen Einstellungen und Ansichten als Maßstab gelten lasse, wenn ich mich weiter von der Angst in Schach halten lasse?

Kostet es mich meine Lebenskraft und meine Lebenszeit? Mein Mut schwindet wahrscheinlich auch mit jedem Jahr und mein Sicherheitsbedürfnis nimmt noch mehr zu. So leben ja die meisten Menschen. Das habe ich schließlich allerorts immer vorgelebt bekommen.

 

Im großen Stundenglas rieseln meine Lebensjahre dahin

Ich bewundere Menschen, die so frei sind und dem Ruf des Lebens, ihrem Herzen, folgen. Menschen, die zu dem, was sie tun auch bedingungslos stehen und sich damit zeigen, die einfach sie selbst sind und sich dabei ein Leben kreieren, das ihnen wirklich entspricht – ein freies, authentisches und erfülltes Leben.

Sobald ich jedoch von so einem Leben träume und auch mein Herz voll dabei ist, erzählt mir mein Verstand sofort, dass ich mir dieses Leben nicht leisten kann, dass ich ggf. dafür schon zu alt bin, dass ich über zu wenig Zeit und auch Energie dafür verfüge. Vor allem mach ich mir sofort auch Gedanken darüber, was wohl die anderen dazu sagen, ob ich dadurch meine Zugehörigkeit verliere, weil sie mich nicht mehr verstehen, weil sie sich dadurch auch in Frage stellen müssten.

Und während ich mich von den Argumenten und Befürchtungen meines Verstandes einlullen lasse, schließt sich unmerklich die Tür hinaus in das größere Leben. Mein Traum und auch die Regungen meines Herzens verblassen wieder und ich begnüge mich mit dem Altbekannten, dem Vertrauten, wenngleich es mich nicht mehr nährt, mir keine Energie und Freude mehr schenkt. Ich verliere meine Lebendigkeit. Wie in einem großen Stundenglas rieseln meine Lebenszeit und Lebensenergie hindurch und verringert sich Jahr für Jahr.

Was braucht es also, dass ich es schaffe durch diese Tür zu gehen, die mir die Sehnsucht meines Herzens öffnet?

 

Lausche der Antwort deines Herzens

Soweit das innere Selbstgespräch von Anne, bei dem sicherlich so manches in dir angeklungen ist und dich vielleicht sogar berührt und bewegt hat.

Stelle dir die Fragen, die Anne sich gestellt hat, in einem stillen Moment und lausche dann auf die Regungen deines Herzen. Achte dabei auf deinen Verstand und lass dich von seinen Argumenten nicht mehr im alten Kreislauf halten. Schenke deinem Herzen mehr Gehör und vor allem Vertrauen und triff dann eine Entscheidung.

Halte diese Entscheidung schriftlich fest. Schreib sie nieder und frage dich, was ist der nächste wichtigste Schritt, um dieser Entscheidung Taten folgen zu lassen, die dich durch die Tür gehen lassen.

Lausche wieder der Antwort deines Herzens – sei geduldig und geh, wenn es sein muss, ein paar Tage mit dieser Frage schwanger. Vertraue dir selbst und deinem umfassenderen Sein, dass die Impulse deiner Seele über dein Herz zu dir gelangen.

Gerade jetzt, in der vor uns liegenden Zeit zwischen den Jahren, den Rauhnächten, sind die Dimensionstore zu den anderen Ebenen unseres Seins offen. Es ist daher viel einfacher Antworten auf unsere wichtigen, dringlichen Fragen zu erhalten.

Begib dich in dein Innerstes und stelle deine wichtigsten Fragen. Lausche dann geduldig den Antworten die folgen.

 

In diesem Sinne wünsche ich dir eine besinnliche und friedvolle Weihnachtszeit.

In Freiheit im Herzen verbunden

Bianka Maria

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Ich sitze zwischen zwei alten Eichen auf einem Hochsitz circa acht Meter über dem Erdboden. Weit und breit um mich Natur wie in einem großen Bilderbuch. Es ist neun Uhr morgens. Gezwitscher, Gezirpe und Geträller ergeben ein Konzert der besonderen Art. Ein sanfter Wind umspielt mich, während ich hier im Schatten der Blätter diese Zeilen schreibe. Der Himmel ist azurblau und es ist einer jener Morgen, die durch ihre Klarheit bezaubern. Ich habe den Hochsitz von Weitem gesehen. Umgeben von einer riesigen Wiese, das Gras meterhoch.

Für einen kurzen Augenblick hatte ich den Impuls, oben auf dem Hochsitz schreiben zu wollen. Doch der bevorstehende Gang durch das meterhohe Gras ließ mich zunächst davon abkommen. Innerlich sagte ich zu mir selbst: „Ja, wenn da jetzt eine Schneise wäre, ein Weg, der zu diesen beiden Bäumen und dem Hochsitz führt, dann würde ich meinen Wunsch in die Tat umsetzen.“ Ich beobachtete mein Gedankenspiel und lächelte innerlich über meine Ansprüche. So ging ich am Wiesenrain entlang und spähte verstohlen nach einem Trampelpfad, der mich vielleicht doch noch zu dem himmlischen Platz führen würde. Ich gelangte schließlich an das Ende der Wiese, wo ein paar Büsche den Rand säumten. Als ich daran vorbeigegangen war, eröffnete sich mir eine breite abgemähte Spur, die direkt zum ersehnten Platz führte. Ich war berührt, freute mich sehr und sitze nun dankbar hier und schreibe über das Brechen mit Gewohnheiten.

 

Die Gewohnheit ist der Feind der Lebendigkeit

Gewohnheiten geben dem Unsicheren Halt und die Illusion von Beständigkeit. Der Verursacher der Gewohnheit ist das Ego, das um seine Sicherheit, um seinen Erhalt ewig bangt. In der Gewohnheit ist alles vertraut – bleibt alles beim Alten. Veränderung und Wandel sind ihre Gegenspieler. In der Gewohnheit müssen wir uns auf nichts Neues einlassen – können so bleiben, wie wir sind. So kann unser Scheinselbst weiter bestehen bleiben. In der Gewohnheit haben wir alles unter Kontrolle. Es gibt nur Bekanntes und Vertrautes.

 

Leben bedeutet Wandel und Veränderung. Leben bedeutet Entwicklung, spiralförmige Bewegung, Form schaffende Dynamik.  Es bedeutet zu wachsen und den innersten Kern in die wesensgemäße Entfaltung zu bringen. Gewohnheit kommt einem Laufen im Kreise gleich. Sie hält uns in unserer Trägheit, in unserer Komfortzone gefangen und verhindert, dass wir unsere wahre Identität entdecken. Es gibt unendlich viele Gewohnheiten. Sie sind zum einen eine Art Ersatzbefriedigung für die ungelebten und verdrängten Wünsche und Hoffnungen, zum anderen bieten sie Schutz vor dem Leben, vor der Veränderung.

 

Wir unterscheiden zwischen guten und schlechten Gewohnheiten. Die guten werden meist nie hinterfragt, warum auch? Die schlechten hingegen führen uns oft in eine Abhängigkeit und erzeugen ein schlechtes Gewissen, wenn klar wird, dass sie uns schaden. Einige dieser schädlichen Gewohnheiten blockieren regelrecht den Weg in ein befreites Sein. Ähnlich einer Schallplatte, die einen Sprung hat, wiederholt sich hier alles. Die Platte hängt.

 

Je bewusster wir sind, desto schneller erkennen wir, dass unsere Gewohnheiten ein kräftiges Auf-der-Stelletreten hervorrufen. Egal, ob es das abendliche Fernsehen, der Stammtischbesuch oder der wöchentliche Sonntagsspaziergang ist. Es gibt aber noch weitaus subtilere Gewohnheiten aus dem Reich unserer Psyche, wie beispielsweise die Gewohnheit, Dinge auf die lange Bank zu schieben, Entscheidungen anderen zu überlassen, immer alles alleine tun zu müssen.

 

Das Blickfeld erweitern – mehr vom Leben einladen

Es gibt viele Gewohnheiten in unseren Handlungen und noch mehr in unseren Ansichten und Einstellungen.  Letztere bedeuten, dass ich meinen Fokus wie bei einem Fotoapparat auf einen bestimmten Blickwinkel eingestellt habe. Je nach Art der Einstellung kann dieser weit oder eng, unscharf oder scharf sein. Ein enges Blickfeld zeigt mir nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was ist. Es geht einher mit Intoleranz, Angst vor der Andersartigkeit, mit einer gewissen Sturheit und Unbeweglichkeit.  Das Leben verläuft zum größten Teil auf eingefahrenen Gleisen und in gewohnter Weise. Das, was im Außen passiert und geschieht, ruft Reaktionen hervor. Automatismen sind an der Stundenordnung. Viele dieser Einstellungen sind geschlechts- und kulturspezifisch einfach übernommen worden. Die Zeit ist reif, sie zu hinterfragen. Warum tun wir das, was wir tagtäglich tun? Warum sagen wir Dinge, die wir nicht so meinen, warum denken wir so über eine Angelegenheit, einen anderen Menschen?

 

Gewohnheiten wahrnehmen und durchbrechen

Mache dir eine Liste über deine Gewohnheiten. Beobachte dich einige Tage, vielleicht auch Wochen und notiere, was dir auffällt. Dann beschäftige dich mit jeder einzelnen Gewohnheit. Nimm Stellung dazu. Frage dich selbst, ob dir diese Gewohnheit dienlich ist. Vertraue darauf, tief in dir findest du die Antworten auf alle deine wichtigen Fragen. Wenn du dich ganz auf dich einlässt, wirst du wissen, was für dich förderlich oder behindernd ist. Wenn du dann herausgefunden hast, dass es mehrere Gewohnheiten gibt, die dir nicht mehr gut tun, dann ordne sie nach Priorität von 1-10, z.B. so: Die Gewohnheit mit der Zahl eins hat die höchste Dringlichkeitsstufe in puncto Veränderung. Wenn du nun so weit bist, dass du weißt, was du aufgeben willst, um wieder lebendiger und freier zu werden, überlege dir im Vorfeld, wodurch du die alte Gewohnheit ersetzen kannst. Wenn du dir das nicht vorher bewusst machst, landest du wahrscheinlich wieder da, wo du warst, oder du suchst dir unbewusst einen Ersatz, der nicht wesentlich besser für dich ist.

 

Ein Beispiel aus meinem Leben

Ich möchte hier ein Beispiel aus meinem Leben anführen: Als ich vor mehr als dreißig Jahren für ein ganzes Jahr ins USA auf Reisen war, beschloss ich, mich von der lästigen Gewohnheit des Rauchens zu befreien. Es hatte einige Anläufe gegeben und darauf folgten die Rückfälle. Ich fragte mich: Warum?  Dabei fiel mir auf, dass ich mir all diese Male keinen förderlichen Ersatz gesucht hatte. So fing ich an, das Nikotin mittels Süßigkeiten zu ersetzten. Die Pfunde kamen schnell und meine Befürchtung dick und unförmig zu werden ließen mich bald wieder zur Zigarette greifen. Vor dreißig Jahren war man bei weitem noch nicht so bewusst, was Ernährung und Bewegung anging.

So bedurfte es eben einiger Anläufe, bis ich begriff, dass ich statt dem Rauchen ebenso etwas tun konnte, das für mich und meinen Körper wohltuend war. Ich begann damals im Central Parc von New York City das Laufen. Ab diesem Zeitpunkt war mein Vorsatz, das Rauchen aufzugeben, erfolgreich. Dem Laufen bin ich bis heute treu geblieben, wenngleich nicht mehr in der intensiven Form wie damals. Ich beziehe daraus seither eine große Freude an der Bewegung, eine große Vitalität und ein Wohlgefühl.

 

Einen Ersatz für die schlechte Gewohnheit schaffen

Auch du kannst so mit deinen Gewohnheiten umgehen. Überlege dir im Vorfeld einen guten Ersatz und fasse dann einen klaren Entschluss. Erkenne deine Gewohnheiten und beginne sie zu hinterfragen. Durchbreche deine Gewohnheiten, klinke dich aus dem Timer deines Egos aus. Erkenne deine wahren Bedürfnisse.

Nimm ein weiteres Blatt Papier und schreibe alles auf, was du gerne tun würdest, wenn nicht das und das und das noch zu tun wäre. Schreibe alles auf, was du auf später verschoben hast. Zum Beispiel es dir gut gehen zu lassen, ein Instrument spielen zu lernen, eine Reise zu einem besonderen Ort dieser Erde zu machen, einen guten Freund zu besuchen, eine Sprache zu erlernen oder ähnliches. Jetzt nimm dir kleine Karteikärtchen und schreibe auf jedes Kärtchen einen deiner Wünsche. Bewahre die Kärtchen griffbereit auf. Wenn du dich dann dabei ertappst – weil du dich mittlerweile schon besser wahrnimmst – dass du dich gerade wieder für eine Gewohnheit entscheidest, nimm die Karten und konzentriere dich auf dich selbst. Frage dich, was dir jetzt im Moment gut tun würde und, um die Antwort zu finden, zieh ein Kärtchen. Setze das, was drauf steht, unmittelbar in die Tat um. Mache zumindest den ersten Schritt in diese Richtung. Besorge dir zum Beispiel den entsprechenden Sprachführer oder Reisekatalog, suche im Telefonbuch nach der Telefonnummer für den Gesangslehrer und so weiter.

 

Mit dieser Methode kannst du der starken Macht deiner Gewohnheit Schritt für Schritt entkommen. Hast du es dann bereits einige Male geschafft, fällt es dir zunehmend leichter, von deinen Gewohnheiten loszulassen. Denjenigen, deren Verstand jetzt sofort einwirft: „Wie, ich soll nicht mehr selbst bestimmen, die Kontrolle aufgeben und stattdessen mein Leben dem Zufall überlassen?“, denjenigen sei gesagt: „Du überlässt es nicht dem Zufall, sondern deiner höheren Intelligenz, deinem höheren Selbst. Es weiß, was gut für dich ist, da es weit mehr weiß als dein Verstand. Auf diese Weise entkommst du der Diktatur deines Verstandes. Betrachte es als Spiel, vielleicht findest du Gefallen daran. Du wirst sehen, dein Leben wird auf diese Weise vielfältiger, lebendiger und voller Wunder.“

Auszug aus meinem Buch Die Zeit ist reif für Dich!